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epa09166808 Washington Wizards guard Russell Westbrook and Washington Wizards guard Ish Smith celebrate after Smith dunked the ball after a pass from Westbrook during the second half of the NBA basketball game between the Los Angeles Lakers and Washington Wizards, at Capital One Arena in Washington, DC, USA, 28 April 2021.  EPA/SAMUEL CORUM SHUTTERSTOCK OUT

Russell Westbrook (l.) hat geschafft, was vor ihm keinem gelang. Bild: keystone

Die letzte Chance der Bucks, Mr. Triple Double und der neue Superstar – die NBA-Highlights

Am Sonntag findet die Regular Season ihren Abschluss. Zeit für die letzten NBA-Highlights vor den Playoffs.



Der Superstar von morgen heute

Häufig tun sich NBA-Spieler in ihrer zweiten Saison schwer, nur selten folgt von einem guten Rookie in der Folgesaison direkt der nächste Schritt. Zion Williamson beweist gerade, dass es auch anders geht – und wie.

New Orleans Pelicans forward Zion Williamson goes up for a dunk during the first half of an NBA basketball game in Portland, Ore., Thursday, March 18, 2021. (AP Photo/Steve Dykes)

Zion Williamson wurde von New Orleans 2019 an erster Stelle im NBA Draft ausgewählt. Bild: keystone

Begriffserklärung

«True Shooting Percentage»: Im Gegensatz zu den normalen Wurfquoten gibt dieser Wert Auskunft über die Effizienz bei allen drei Wurfmöglichkeiten. Die «True Shooting Percentage» beachtet sowohl Zweipunktewürfe als auch Dreier und Freiwürfe.
«Player Efficiency Rating»: Dieser Wert misst die Leistung des Spielers pro gespielte Minute und ist so gesetzt, dass der Ligadurchschnitt bei 15 liegt.

Williamsons zweite Saison verläuft mehr als beeindruckend. Der 20-Jährige hat letztes Jahr nur 24 Spiele machen können und zeigt dieses Jahr sein riesiges Potenzial. Er gehört bereits jetzt zu den besten Skorern der Liga und kann dabei eine hervorragende «True-Shooting-Percentage» vorweisen. Beim Player Efficiency Rating ist er sogar auf dem vierten Platz der NBA. Das sind Zahlen eines Superstars.

Nur der Erfolg lässt noch etwas auf sich warten. Die New Orleans Pelicans gewannen mit Williamson nur 29 von 61 Spielen und konnten sich auch dieses Jahr nicht für die Playoffs qualifizieren. Das sollte man aber nicht Zion zum Vorwurf machen, er führt die Pelicans bei nahezu allen wichtigen «Advanced Stats» an und beeinflusst ihren Erfolg am stärksten. Ohne den diesjährigen All-Star gewann New Orleans nur zwei von zehn Spielen. Williamson ist der beste Spieler und grosse Hoffnungsträger seines Teams.

Der Schritt von Zion ist klar erkennbar. Doch auch die Minuten sind in dieser Saison gestiegen.

Defensiv muss der 128 Kilogramm schwere Athlet noch an sich feilen. Im Vergleich zu seiner letzten Saison hat er bereits einen wichtigen Schritt gemacht, doch mit seinen Massen müsste er mindestens ein durchschnittlicher Verteidiger sein. Wenn er sich zu einem guten Verteidiger entwickelt und seine Wurfreichweite etwas vergrössern könnte – rund 95 Prozent seiner Wurfversuche kommen aus maximal drei Metern Entfernung – steht Zion nichts mehr im Weg.

Leider müssen NBA-Fans auf die weitere Entwicklung des Phänomens aus North Carolina noch etwas warten. Mit einem gebrochenen Ringfinger wird er diese Saison wohl nicht mehr spielen.

Zion Williamson befördert sich mit seinen Leistungen in einen kleinen Kreis.

Sind in Milwaukee aller guten Dinge drei?

Zwei Jahre in Folge hatten die Milwaukee Bucks die beste Siegquote der NBA – nur hat es ihnen nicht viel gebracht, da sie einmal an Toronto und einmal an Miami in den Playoffs bereits im Osten scheiterten. Trainer Mike Budenholzer aber auch der zweifache MVP Giannis Antetokounmpo standen unter Beschuss. Budenholzer liesse seine Stars zu wenig spielen, und Giannis blieb hinter den Leistungen aus der Regular Season zurück, vor allem die fehlende Konstanz beim Sprungwurf wurde ihm zum Verhängnis.

Diese Saison soll es anders werden – muss es anders werden. Zwar hat Giannis Antetokounmpo einen langfristigen Vertrag unterschrieben, doch seit Anthony Davis und James Harden weiss jeder NBA-Fan, wie wenig das teilweise wert ist. Für den Coach dürfte es bei einer weiteren Playoffenttäuschung in Milwaukee definitiv vorbei sein.

Milwaukee Bucks forward Giannis Antetokounmpo, right, shoots over Portland Trail Blazers forward Robert Covington during the second half of an NBA basketball game in Portland, Ore., Friday, April 2, 2021. (AP Photo/Craig Mitchelldyer)

Giannis Antetokounmpo (o.) steht diese Saison unter Zugzwang. Bild: keystone

Deshalb haben die Bucks vor der Saison gehandelt. Für Jrue Holiday wurden mehrere Erstrundenpicks nach New Orleans gesandt, eigentlich hätte auch Bogdan Bogdanovic kommen sollen, doch der Trade scheiterte. Dennoch hat Milwaukee mit Holiday neben Antetokounmpo und Khris Middleton nun einen dritten Spieler, der sowohl offensiv als auch defensiv Einfluss aufs Spiel nehmen kann. Nach den enttäuschenden Playoffleistungen von Eric Bledsoe in den vergangenen beiden Saisons ist das ein deutliches Upgrade auf der Point-Guard-Position. Dadurch soll Giannis vor allem beim «Ballhandling» entlastet werden.

Milwaukee ist neben Utah das einzige Team, das sowohl offensiv als auch defensiv zu den besten sieben Teams der NBA gehört. Vieles steht und fällt zwar noch immer mit dem Wurf von Antetokounmpo, doch diese Saison passt das Team rund um den «Greak Freak» besser als bisher, da gleich mehrere gute Werfer mit Giannis auf dem Feld stehen können und das Feld breiter machen. Die Verteidigungen können sich also nicht mehr ganz so stark darauf fokussieren, dem 26-Jährigen den Weg zum Korb zu verschliessen, da sie die Werfer hinter der Dreierlinie ebenfalls eng decken müssen.

Jrue Holiday ist bereits in Playoffform.

Die gefährlichsten Kontrahenten in den Playoffs werden wohl die Brooklyn Nets und die Philadelphia 76ers sein – die Bucks müssen auf dem Weg in die NBA-Finals voraussichtlich beide schlagen. Es ist alles andere als ein leichter Weg, doch in den bisherigen Direktduellen konnte Milwaukee stets überzeugen. Kürzlich konnte Antetokounmpo gegen Brooklyn 49 und 36 Punkte skoren und die eklatanten Defensivprobleme der Nets deutlich sichtbar machen. Milwaukee gewann beide Spiele, allerdings fehlte bei Brooklyn James Harden. Gegen Philadelphia gewannen die Bucks alle drei Duelle, doch konnten jeweils Ben Simmons oder Joel Embiid nicht mittun.

Für Giannis & Co. ist es ein entscheidendes Jahr. Der Titel schien schon in den letzten zwei Jahren in Griffweite, doch beide Male enttäuschten die Bucks. Ein weiteres frühes Aus könnte die Franchise in ihren Grundfesten erschüttern. Aber auch ein grosser Erfolg ist im Bereich des Möglichen.

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Die Highlights von Giannis Antetokounmpo in den beiden Spielen gegen Brooklyn. Video: YouTube/NBA

Mr. «Triple Double»

Russell Westbrook hat es geschafft – mit seinem 182. «Triple Double» bricht er den Rekord von Oscar Robertson, der diesen seit der Saison 1961/62 hielt. Der Moment kündigte sich schon länger an, beim Point Guard der Washington Wizards jagte ein «Triple Double» das andere. 2016/17 brach er mit 42 solchen den Rekord für die meisten innerhalb einer Saison und schaffte es als erster seit Robertson im Schnitt über eine gesamte Spielzeit jeweils mindestens zehn Punkte, Rebounds und Assists pro Spiel aufzulegen.

Darüber, wie gross der Wert des MVP von 2017 für sein Team wirklich ist, gibt es einige Debatten. Für seinen Trainer Scott Brooks ist er der zweitbeste Point Guard aller Zeiten – doch für viele ist Russ auch überbewertet und ein Spieler, der für die Statistik spiele, anstatt das beste für sein Team zu tun.

Seine Defense ist ein grosses Problem, er führt die Liga nicht nur bei den Assists, sondern auch bei den Turnovern an und nimmt den Dreier trotz schwacher Wurfquoten mit weiterhin grossem Volumen. Die Offense erzielt ohne den 32-Jährigen auf dem Feld mehr Punkte als mit ihm. Vor allem für seine oft schwachen Playoffleistungen wurde Russell Westbrook in den letzten Jahren häufig kritisiert.

Washington Wizards' Russell Westbrook (4) is congratulated by Atlanta Hawks' Clint Capela at the end of an NBA basketball game Monday, May 10, 2021, in Atlanta. Westbrook recorded his 182nd career triple-double, passing Oscar Robertson for the most in NBA history. (AP Photo/Ben Margot)

Russell Westbrook (r.) nimmt die Gratulationen zu seinem neuen Rekord von Clint Capela entgegen. Bild: keystone

Dennoch zeigen die Statistiken nicht alles. «Beastbrook» ist ein Anführer, der vor Selbstvertrauen und Energie nur so strotzt. Davon lassen sich auch seine Mitspieler häufig anstecken. Zudem gewannen seine Teams etwa 79 Prozent der Spiele, in denen Westbrook ein Triple Double gelang. In seiner Karriere verpasste er nur einmal mit Oklahoma City die Playoffs, auch dieses Jahr hat Washington dank starken letzten Wochen wieder Chancen auf die Postseason.

Die Debatte über den neunfachen All-Star wird mindestens bis zu seinem Karriereende weitergehen, doch das stört Westbrook kaum. Wie er schon öfter betonte, interessiert er sich nicht für die Meinungen anderer und fokussiert sich auf seine Leistungen auf sowie neben dem Platz.

Von «Wayoff-P» wieder zu «Playoff-P»?

Paul George ist ein Mann der vielen Spitznamen. «PG-13» ist aufgrund seiner Initialen und der Rückennummer der einfachste. Während seiner starken Saison in Oklahoma City, als er Dritter bei der MVP-Wahl wurde, wurde er zum «MVPG». Die Indiana Pacers führte der 31-Jährige zweimal hintereinander als bester Skorer in die Conference Finals, wodurch er sich den Namen «Playoff-P» verdiente.

Diesem Spitznamen wurde George letztes Jahr jedoch gar nicht gerecht. In der Serie gegen Dallas erzielte er im Schnitt für ihn schwache 18,5 Punkte und traf gerade einmal 35,8 Prozent seiner Wurfversuche. Im entscheidenden siebten Spiel gegen Denver in den Conference-Semifinals gelangen dem siebenfachen All-Star nur zehn Punkte, wobei er nur vier seiner 16 Wurfversuche versenkte. Er wurde der Rolle des Co-Stars neben Kawhi Leonard überhaupt nicht gerecht und musste viel Kritik einstecken. Aus «Playoff-P» wurde «Wayoff-P» (weit daneben) oder in Verbindung mit Corona auch «Pandemic-P».

epa09123464 LA Clippers forward Paul George (R) scores during the NBA game between the Phoenix Suns and the Los Angeles Clippers at the Staples Center in Los Angeles, California, USA, 08 April 2021.  EPA/ETIENNE LAURENT SHUTTERSTOCK OUT

Nach den verkorksten Playoffs der letzten Saison fallen die Würfe bei Paul George dieses Jahr wieder. Bild: keystone

Nun arbeitet er daran, diese Spitznamen wieder loszuwerden. Während der Regular Season gelang ihm das bisher. Sein Dreier trifft das Ziel in 41,1 Prozent der Fälle und seine Field-Goal-Percentage von 46,7 Prozent ist die beste seiner Karriere. Zudem hat er sich beim Playmaking deutlich verbessert und legt pro Spiel mehr als fünf Assists auf. Einzig seine Verteidigungsarbeit ist nicht ganz so stark wie gewohnt.

Begriffserklärung «Net Rating»

Das «Net-Rating» setzt sich im Basketball aus dem «Offensive Rating» und dem «Defensive Rating» zusammen. Diese Statistiken sagen aus, wie viele Punkte ein Team während 100 Ballbesitzen im Schnitt erzielt bzw. zulässt. Die Differenz dieser beiden Zahlen gibt dann das «Net-Rating».

Dennoch ist er nur knapp hinter Kawhi Leonard der wichtigste Spieler bei den Clippers. Wenn er auf dem Feld steht, ist das Net Rating des Teams +11,4 Punkte, spielt er nicht, ist es um 9,8 Punkte schlechter. Er macht sein Team also deutlich besser, was in den letztjährigen Playoffs nicht der Fall war. Auch diese Saison war «PG-13» dank der starken Saison, die er spielt, ein verdienter All-Star. Doch bis er dies auch in der entscheidenden Phase des Jahres zeigen kann, bleibt «Playoff-P» noch «Wayoff-P».

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Die Highlights dieser Saison von Paul George. Video: YouTube/MaxaMillion711

Play-In-Mania

Diese Saison kommt es zu einer Neuerung in der NBA. Zum ersten Mal gibt es nach der Regular Season noch ein Play-In-Turnier – letztes Jahr in der Bubble gab es nur ein Play-In-Spiel unter gewissen Voraussetzungen. Nun werden aber auf jeden Fall innerhalb der beiden Conferences die jeweils Siebten und Achten sowie Neunten und Zehnten aufeinandertreffen. Der Sieger des Spiels zwischen Platz sieben und acht trifft in der ersten Playoffrunde auf den Zweiten der Conference. Der Verlierer trifft auf den Sieger des Spiels zwischen Platz neun und zehn und kämpft um den achten Platz in den Playoffs.

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So würden die Play-In-Duelle nach aktuellem Stand aussehen. bild: screenshot nba.com

Da immer nur ein Spiel entscheidet, ist eine enorme Dramatik zwischen dem 18. und 21. Mai vorprogrammiert. Im Osten wird Boston wohl auf Charlotte oder Indiana treffen, während das andere der beiden Teams gegen Washington spielen wird. Da springt niemand vor lauter Vorfreude an die Decke, was nicht heisst, dass die Spiele langweilig werden. Nur sind sie im Vergleich zum aktuellen Westduell nicht ganz so aufregend.

Es könnte nämlich zum Duell zwischen den Los Angeles Lakers und den Golden State Warriors kommen. LeBron James gegen Stephen Curry, das Duell der Finals der Jahre 2015 bis 2018. Das würde die Vorfreude wohl bei jedem NBA-Fan ins Unermessliche steigen lassen. Dazu dürfen die Lakers aber nicht noch Portland auf Rang sechs überholen oder die Warriors hinter Memphis zurückfallen. Memphis würde aktuell auf Platz neun gegen die San Antonio Spurs antreten. LeBron James selbst ist aber nicht gerade begeistert von dem Turnier. Er äusserte sich zuletzt negativ dazu und sagte, dass die Person, die sich das ausgedacht hat, umgehend gefeuert werden solle.

Currys Antwort auf die Frage, ob der Liga ein Play-In-Spiel zwischen den Lakers und seinen Warriors gefallen würde, sagt alles.

Die kleinen Dinge im Leben

Die Highlights der NBA auf den sozialen Medien:

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Die NBA-Stars mit den meisten MVP-Trophäen

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