Gesellschaft & Politik
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Video: extern / rest

12 Bilder und Videos, die zeigen, wie die Polizei Belarussen misshandelt

In der Nacht auf Freitag haben die Behörden in Belarus viele der rund 7000 festgenommenen Belarussen wieder auf freien Fuss gesetzt. Die Freigelassenen berichten von Gräueltaten und bezeichnen die Gefängnisse als «Hölle».



Nach ihrer Freilassung berichteten viele Menschen von schwersten Misshandlungen. In Videos schilderten Frauen und Männer, dass sie in engsten Zellen stehend zusammengepfercht worden seien – 46 Menschen in einem Raum mit sechs Betten.

Nach der Freilassung vieler Gefangener haben im Land erneut Proteste gegen Gewalt und Willkür unter «Europas letztem Diktator» Alexander Lukaschenko begonnen.

Hunderte Ärzte und Frauen bildeten am Freitagmorgen in der Hauptstadt Minsk Menschenketten, um gegen das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Kundgebungen zu demonstrieren.

Warnung: Bei dem Bild- und Videomaterial könnte es sich um sensible Inhalte handeln.

Polizeigewalt gegenüber Demonstrierenden und Unbeteiligten

Der blutüberströmte Mann hat nach eigenen Angaben den Sanitätskräften geholfen, einen verwundeten Demonstranten in den Ambulanzwagen zu heben, als ihn Sicherheitskräfte von hinten mit einem schweren Gegenstand niederschlugen.

Schläge und Drohung mit Massenvergewaltigung

Diese Frau berichtet unter Tränen von ihrer Nacht im Gefängnis: Ihre Hose sei ihr runter gezogen worden, zehn Polizisten hätten auf sie eingeschlagen und ihr mit einer Massenvergewaltigung gedroht. Danach habe sie in einer Stressposition mit Gesicht zur Wand verharren müssen.

Andere Frauen, die in derselbigen Nacht freigelassen wurden, konnten nicht sprechen, viele weinten. Manche berichten von Menschen, die zu Tode geprügelt wurden. Das Gefängnis sei die Hölle.

«Manche Frauen wurden gefoltert»

Eine Ärztin, die im Okrestina-Gefängnis inhaftiert wurde, berichtet von 50 Menschen in einer Zelle von sechs bis acht Quadratmetern. «Manche Frauen wurden gefoltert.»

Die ersten 15 Stunden hätten die Insassen keinen Zugang zu Wasser oder Nahrung erhalten – viele haben den Tag durch im Freien protestiert.

Schreie von Gefolterten

Schreie sind ausserhalb des «Akrestina Folterhaus» in Minsk zu vernehmen. Anwohnende berichten, dass die Schreie die gesamte Nacht hindurch zu hören gewesen seien.

Lukaschenko: Bin noch am Leben und nicht im Ausland

Nach weiteren massiven Protesten in Belarus (Weissrussland) hat sich Staatschef Alexander Lukaschenko erstmals wieder zur Lage im Land geäussert.
«Fürs Erste, ich bin noch am Leben und nicht im Ausland», sagte Lukaschenko zu Spekulationen in einigen belarussischen Medien, er habe das Land bereits verlassen. Er äusserte sich am Freitag auf einer Regierungssitzung in Minsk, bei der es um die Bauindustrie ging. Dabei warnte er vor den Folgen von Streiks in den Staatsbetrieben. In immer mehr Unternehmen legen Belegschaften ihre Arbeit nieder und erklärten, bei der Präsidentenwahl am Sonntag für Lukaschenkos Gegnerin Swetlana Tichanowskaja gestimmt zu haben.
Im Zuge der Corona-Pandemie beginne die Weltwirtschaft, sich wieder zu erholen, sagte Lukaschenko. «Alle kämpfen auf diesen Märkten. Wenn wir aufhören zu arbeiten, werden wir die Produktion nie wiederherstellen können. Niemals», meinte er. «Den Menschen muss gesagt werden, dass dies die einzige Chance ist, ein Unternehmen zu retten.» Dann könnten auch die Familien ernährt werden.

Obwohl viele Menschen in den letzten Stunden freigelassen wurden, sind Tausende immer noch in den Gefängnissen inhaftiert.

«Jetzt töten sie dort Menschen»

Dieser Journalist wurde bereits dreimal in Belarus verhaftet. Das Foto mit dem Mann, der ein Stück Papier aus dem Fenster hält, ist er selbst. «Es ist natürlich ein fürchterlicher Ort mit unmenschlichen Bedingungen. Auch davor wurden Menschen dort schon geschlagen. Aber nicht so wie jetzt! Jetzt töten sie dort Menschen.»

Viele Freigelassene zeigen ihre mit Platzwunden und grossen Hämatomen von Schlägen übersäten Körper. Die Blutergüsse und Wunden zeugen von den Gewaltdelikten innerhalb der Gefängnismauern.

Ein Freigelassener aus einem Gefängnis in Minsk schreibt: «Ich wurde zwei Tage festgehalten und wurde Zeuge von der hier dokumentierten Polizeigewalt. In anderen Worten: OMON (Mobile Einheit besonderer Bestimmung, Anm.d.Red.) sind absolute Tiere – mit einem beachtenswerten, ummenschlichen Hass auf ihre Landsleute.»

Hilferuf an internationale Gemeinschaft

Weitere Verletzungen und Gewalttaten wie Vergewaltigungen, Gehirnerschütterungen und mehrfache Knochenbrüche wurden ebenfalls gemeldet. Viele der entlassenen Insassen mussten direkt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Auf den sozialen Medien versuchen die Belarussen, die internationale Gemeinschaft und Politik auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Sie sprechen von Menschenrechtsverletzungen, die in den Gefängnissen in Belarus begangen werden.

Kein Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten

Eine Mutter sorgt sich um ihren inhaftierten Sohn, von dem sie seit 48 Stunden nichts gehört hat. Ihr Sohn leide an einer Erkrankung der Schilddrüse und brauche Zugang zu seinem Medikament (Levothyroxin). Ein freigelassener Mitinsasse sagt, der Mann habe keinen Zugang dazu.

Der Aufruf gilt den behinderten und von Medikamenten abhängigen Menschen, die ohne Hilfe oder lebenswichtige Ressourcen festgehalten werden.

Angehörige warten auf Informationen

Hunderte Personen warten vor einem Haftzentrum in Minsk auf Informationen über den Verbleib ihrer Angehörigen, die immer noch festgehalten werden. Von manchen fehlt seit Tagen jede Spur.

«Dafür wirst du bezahlen!»

Schusswunden und Granatsplitter, Verbrennungen und abgetrennte Gliedmassen: Eine Aufzählung einiger Verletzungen, von denen in Zusammenhang mit Polizeigewalt berichtet wurde. Es wurde unterdessen eine Kampagne gestartet, um die Gewalttaten gegen die Bevölkerung zu dokumentieren.

Diese Berichte sollen helfen, Lukaschenko vor einem internationalen Gericht für Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen.

Der belarussische Innenminister, Alexander Barsukov, auf seinem Weg ins Haftzentrum. Barsukov kündigte in der Nacht auf Freitag an, Inhaftierte bis sechs Uhr morgens freizulassen. Er widersprach den Berichten und sagte, niemand sei geschlagen oder gefoltert worden.

Eine Frau, die in Barkuskovs Nähe stand, rief: «Du wirst dafür bezahlen!»

(adi)

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 15.08.2020 07:01
    Highlight Highlight Es spricht einiges dafür, dass das Regime die eigene Bevölkerung nicht mehr kennt. Diese Brutalität hat auch etwas Hilfloses: Wenn man die Leute nach offensichtlichem Wahlbetrug nur noch mit Folter und Angst bei der Stange halten kann, dann ist Lukaschenko eigentlich angezählt. Unsicher ist, welche äusseren Faktoren eine Rolle spielen werden.
  • François Boder 15.08.2020 04:58
    Highlight Highlight Ja , es ist bedrückend was dort abgeht . Schlimm und unerträglich . Allerdings finde ich die zahlreichen Daumen nach unten drücker noch perveser !! Das beweist dass auch hier Menschen ( ? ) die nicht ganz richtig ticken .
  • Varanasi 14.08.2020 19:01
    Highlight Highlight Es tut sich was:

    Benutzer Bild
    • Patrik Hodel 14.08.2020 23:41
      Highlight Highlight Ja toll.
      Und am Ende wird die Bevölkerung und am wenigsten die Elite unter diesen Sanktionen leiden.
      Super, oder?
    • outplay@gmx.ch 15.08.2020 09:22
      Highlight Highlight Das wird rein gar nichts bringen. Aber die EU war schon immer gut im Sprüche klopfen.
    • Varanasi 15.08.2020 13:14
      Highlight Highlight Die Sanktionen betreffen nicht die Bevölkerung!

      „Es gehe darum, ganz gezielt einzelne Personen zu sanktionieren, die in den vergangenen Tagen und Wochen bei Wahlfälschungen, aber auch bei der Gewalt gegen Demonstranten unrühmlich in Erscheinung getreten seien“

      https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-sanktionen-101.html

      Outplay:
      So wie die Schweiz? Die nur zuschaut und gar nichts tut? Ich habe noch von keiner Unterstützung von Cassis gehört, du?

  • Fischra 14.08.2020 18:20
    Highlight Highlight Irgendwie habe ich das Gefühl das jetzt der Bogen vom letzten Diktator Europas endgültig überspannt wurde. Drücken wir den Menschen in Belarus die Daumen. So etwas darf es nicht mehr geben.
  • Meinung 14.08.2020 17:24
    Highlight Highlight Gib dem Menschen Macht oder Geld und Du siehst wer er ist.
    Das gilt für alle.
  • Ja aber 14.08.2020 15:28
    Highlight Highlight #belaruslivesmatter
  • Notabik 14.08.2020 15:07
    Highlight Highlight Jetzt müssen wir zusammenstehen und die Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2021 in Weissrussland boykottieren. Unsere Nationalmannschaft jedoch wird kaum das Rückgrat für diesen solidarischen Schritt besitzen, denn für überbezahlte Sportfunktionäre gilt business as usual.
    • FrancoL 14.08.2020 16:54
      Highlight Highlight Was genau trägst Du bei? Was verlierst Du, wenn Du Deine Zeilen auf Watson niederschreibst?
      Null und nichts.

      Also zeig zuerst was Du zu bieten hast, dass Du für diesen Protest bereit bist etwas herzugeben, bevor Du anderen ein schwaches Rückgrat attestierst.
    • Fisherman 14.08.2020 17:18
      Highlight Highlight Dringend notwendiger Schritt.
    • Rigol 14.08.2020 17:36
      Highlight Highlight Jetzt erstmal abwarten, sollten Neuwahlen stattfinden wäre ein Boykott nur eine Strafe für die Bevölkerung und deren Wirtschaft und Europäischer integration.
      Die Baltischen staaten haben mit einem Boykott bzw. Einer verlegung gedroht sollten keine Konsequenzen folgen.
      Schnauzer sowie der Minister für innere Sicherheit werden kaum eine Zukunft in der Regierung haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • CH-Bürger 14.08.2020 14:50
    Highlight Highlight Immerhin die Bürger von Belarus beginnen sich zu wehren hoffe schwer, dass sie die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und diese selber erfahren was sie anderen angetan haben.
    Solche Machtmenschen sind einfach nur krank im Kopf und dürfen dazu noch herumlaufen.

    Mich ärgert so was....
  • Arthur07 14.08.2020 13:48
    Highlight Highlight Und dort soll nächstes Jahr die Eishockey WM stattfinden?! Nach Riga wäre ich sofort aber nach Minsk (wo die Schweiz spielen soll) werde ich sicher nicht gehen. Ich wäre sowieso dafür, dass unter diesen Umständen ein anderer Austragungsort bestimmt wird.
    Dieser Lukaschenko gehört Verwahrt und zwar unter den selben Bedingungen wie die Schuldlosen Leute.
    • redeye70 14.08.2020 16:12
      Highlight Highlight Unsere Regierung sollte endlich mal Klartext reden statt immer dieses Besorgnisgesülz. Und Boykott der WM 21, subito bitte!
  • Rainbow Pony 14.08.2020 13:43
    Highlight Highlight Kann man Lukaschenko nicht einfach mal verschwinden lassen?! In Filmen geht das doch auch.
    • trio 14.08.2020 14:36
      Highlight Highlight Und was macht man mit den ganzen Polizisten, diejenige die schlagen und foltern?
    • misohelveticos 14.08.2020 14:39
      Highlight Highlight Eben, in Filmen geht das. Und ja, ein NavySeals-Komando konnte Bin Laden in Pakistan eleminieren, ohne dass Pakistan irgendetwas davon vorher mitbekam. Nur darf sowas ein Mittel der Politik sein, wenn einem ein Staatsoberhaupt nicht passt?
      Wer entscheidet wann wer jemanden verschwinden lässt? Lukaschenko ist ohne Zweifel ein Bösewicht, aber gegen Kim Jong Un ein Weisenknabe. Und wo und wie passt Mohammed bin Salam in diese illustre Runde, oder Xi Jinping.
    • Hirngespinst 14.08.2020 16:31
      Highlight Highlight Dieses sogenannte 'Staatsoberhaupt' hat in meinen Augen den Anspruch auf jegliches Recht verwirkt.
      Bei sowas hört bei mir jegliche Toleranz auf.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nöd ganz. klar #161! 14.08.2020 13:37
    Highlight Highlight Die weitere Entwicklung wird unglaublich spannend. Diverse (staatliche und private) Firmen werden bestreikt, es bilden sich Menschenbänder in den Strassen der grösseren Städten, Solidaritätsbekundungen von (bis jetzt noch) einzelnen Angehörigen der Polizei und der Armee wecken Hoffnung.
    Diese Proteste werden offensichtlich von einem Querschnitt der ganzen Bevölkerung getragen - alt und jung, urban und ländlich. Vielleicht, ich hoffe es sogar, sehen wir hier den Anfang des Endes eines schändlichen Regimes.
    Belarus, ich wünsche dir viel Kraft!
  • Cbd 14.08.2020 13:26
    Highlight Highlight Nieder mit der Diktatur!
  • Barracuda 14.08.2020 13:18
    Highlight Highlight DAS ist Diktatur! Nur mal so an die geistigen Tiefflieger, die hier im Zusammenhang mit Corona immer von Diktatur schwafeln! Einfach nur abscheulich. Ich hoffe, das da die internationale Gemeinschaft mit aller Härte vorgeht.
  • Füürtüfäli 14.08.2020 13:13
    Highlight Highlight Anscheinend wurde der Druck zu groß
    dass das Regime (politische) Gefangene freigelassen hat und sogar (indirekt) zugegeben hat, dass mind. 1000 von ihnen zu unrecht inhaftiert worden sind. Ohne den Streik der Ärzte, etlicher Arbeiter und anderer Berufsgruppen wäre das wohl nicht möglich geworden. Das zeigt was Solidarität kann. Sogar in derart repressiven Staaten. Die Brutalität der Polizei wird keiner vergessen.

    Ich wünsche dem Volk von Belarus die notwendige Hartnäckigkeit, um Lukaschenko zum Teufel zu jagen.

    Nieder mit der Diktatur!
  • Panna cotta 14.08.2020 12:54
    Highlight Highlight Das ist der Anfang vom Ende Lukaschenkos. Das kann er nicht mehr aufhalten und wird enden wie Ceaușescu, Saddam und Gaddafi.
    • redeye70 14.08.2020 16:15
      Highlight Highlight Für Lukaschenko kann es nur eine finale Lösung geben und für seine Gefolgschaft ebenso. Nur so kann eine Revolution erfolgreich verlaufen.
    • Basti Spiesser 14.08.2020 19:16
      Highlight Highlight Ich hoffe grundsätzlich nicht, das Belarus wie Libyen oder Irak endet... die Berichterstattung zu Beginn war etwa die gleiche.
  • D(r)ummer 14.08.2020 12:43
    Highlight Highlight Ab nach den Haag mit diesem Diktator.

    Solche Berichte machen mich Rasend.
    • Federer_is_South_African 14.08.2020 13:16
      Highlight Highlight Dä hätten ganz andere schon sein müssen, aber es dient halt als politisches Apparat und nicht als Instrument für die Gerechtigkeit.
    • D(r)ummer 14.08.2020 14:09
      Highlight Highlight Jeder, der dahin gebracht wird hats verdient.
      Lieber einer als keiner.
    • Federer_is_South_African 14.08.2020 15:02
      Highlight Highlight Was ist denn das für ein Argument, sorry!? Einseitige Verurteilungen findet die watson Leserschaft demfalls ok? Exempel statuieren ja, richtige Verbrecher werden davor geschützt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • banda69 14.08.2020 12:42
    Highlight Highlight Schrecklich!

    Behaltet diese Bilder vor Augen, wenn Menschen aus Weissrussland zu uns flüchten und die SVP lauthals schreit "alles Wirtschaftsflüchtlinge!"
  • Elpolloloco 14.08.2020 12:40
    Highlight Highlight Der erste Schritt hin zur Demokratisierung? Ein Spill-Over in Putins Russland? Ich habe Hoffnung.
    • Pipikaka Man 14.08.2020 15:22
      Highlight Highlight Lukashenkos Niedergang wird Russland ebenfalls gelegen kommen.
    • Elpolloloco 14.08.2020 16:50
      Highlight Highlight ich denke kaum, dass bei einer Intensivierung der jetzigen Proteste und internationaler Aufmerksamkeit eine Annäherung an Russland wirklich möglich ist. Ausser als Staatsstreich.
    • Pipikaka Man 14.08.2020 17:15
      Highlight Highlight @Elpolloloco, Weissrussen sind ziemlich pro Russisch normalerweise. Die die im Ausland sind sind pro Westler aber nicht die Mehrheit in WRU. Es gibt genug pro Russen gegen Lukashenko. Ausserdem dürfte die Einmischung der NATO Lakaeien den Russen die Entscheidung einfach machen selbst tätig zu werden und einen eigenen Kandidaten an den Sessel zu setzen. So ala USA und NATO. Mal mit den eigenen Waffen geschlagen nennt man das.
  • Salamikönig 14.08.2020 12:32
    Highlight Highlight Absolut schrecklich und unmenschlich. Und das gleich an der Grenze zur EU...
  • wasps 14.08.2020 12:26
    Highlight Highlight Unglaublich.
  • Heinzbond 14.08.2020 12:25
    Highlight Highlight Das ist denke ich nur eine Frage der Zeit bis diese Diktatur stürzt, während andere in anderen Ländern durch nichts tun, Desinteresse, Faulheit oder Dummheit helfen andere Diktaturen zu errichten oder zu stärken...
    • redeye70 14.08.2020 16:20
      Highlight Highlight Sehr treffend erkannt. Mir ist es schleierhaft wie Menschen freiwillig ihre Freiheit aufgeben können.
    • Sälüzäme 14.08.2020 17:21
      Highlight Highlight @redeye70: sie geben die Freiheit nicht auf, sie wurde ihnen genommen von denjenigen die die Waffen, Panzer und Druckmittel unter Kontrolle haben. Wenn Wasser und Strom abgestellt und die Versorgung mit Lebensmittel und Medizin eingestellt wird ist noch so mancher bereit zu kuschen und die Faust im Sack zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass Lukaschenko nicht noch brutaler vorgeht und sich irgendwohin ins Exil verabschiedet.
    • Heinzbond 14.08.2020 22:09
      Highlight Highlight Säl... Ich habe auf die Demokratie in Ungarn, Polen, Türkei und Amerika angespielt, ich denke redeye und 77 Herzen haben es verstanden... Das sind die Bilder die man dort irgendwann auch einmal sieht wenn die Machthaber dort den Bogen überspannen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cas 14.08.2020 12:19
    Highlight Highlight Wenn der Mensch zur Bestie wird!
    Für uns in Wohlstands-Demokratien schwer vorstellbar.
    Passiert(e) aber offensichtlich auf der ganzen Welt.
    Grauenhaft...

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