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Javier Bardem als Anton Chigurh
http://giphy.com/gifs/murder-no-country-for-old-men-javier-bardem-f5vQks4QqpC4oJavier Bardem als Anton Chigurh
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Musterbeispiel eines Psychopathen: Javier Bardem als Anton Chigurh in «No Country For Old Men» (2007). Bild: Giphy

So funktioniert das Gehirn von Psychopathen



Auf den ersten Blick sind sie oft charmant, doch um ihre Ziele zu erreichen, handeln sie skrupellos. Manchmal gehen sie sogar buchstäblich über Leichen: Psychopathen. Menschen, die an dieser schweren Persönlichkeitsstörung leiden, kennen kein Gefühl von Schuld oder Reue und es fehlt ihnen an Empathie – was sich etwa daran zeigt, dass sie seltener vom Gähnen anderer angesteckt werden.

Sie sind das ideale Personal für die Rolle des Bösewichts in einem Thriller. Gern stellt man sich einen Psychopathen wie die Hollywood-Figur Hannibal Lecter aus dem Film «The Silence of the Lambs» vor – eiskalt, hochintelligent, manipulativ und völlig skrupellos. Doch Psychopathen sind weder notgedrungen kriminell noch stets besonders intelligent. Es kann sein, dass sie eher Karriere als Bankdirektor machen statt als Bankräuber.

Anthony Hopkins als Hannibal Lecter

So sieht Hollywood den typischen Psychopathen: Anthony Hopkins als Hannibal Lecter in «The Silence of the Lambs» (1991). Bild: Youtube

Nicht alle Psychopathen sind also Gewalttäter, und umgekehrt sind auch nicht alle Gewalttäter Psychopathen. Der kanadische Kriminalpsychologe Robert Hare, bekannt durch seine wegweisende Checkliste zur Psychopathie, schätzt den Anteil der Psychopathen an der erwachsenen männlichen Bevölkerung auf 1 Prozent, unter Top-Managern sogar auf fast 5 Prozent. Von den wegen schwerer Gewalttaten im Gefängnis sitzenden Kriminellen weisen rund 20 bis 30 Prozent psychopathische Tendenzen auf.

Allerdings ist der Begriff «Psychopathie» vorbelastet, da er früher als Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Verhaltensstörungen verwendet wurde. Heute versteht man darunter eine schwere Form der antisozialen Persönlichkeitsstörung, die mit dem Fehlen von Empathie und sozialer Verantwortung einhergeht.

Problematische Vergangenheit

Neurologen versuchen schon seit Jahrzehnten, der Psychopathie im Gehirn auf die Spur zu kommen. Wenn Wissenschaftler versuchen, komplexe menschliche Verhaltensformen auf eine physische Grundlage zurückzuführen und im Gehirn zu verorten, ist freilich Vorsicht angebracht. So kam im 19. Jahrhundert beispielsweise die Phrenologie in Mode, die davon ausging, dass bestimmte geistige Eigenschaften in bestimmten Hirnarealen angesiedelt seien und deshalb ein Zusammenhang zwischen Schädelform und Charakter bestehe.

Der italienische Arzt Cesare Lombroso (1835 – 1909), der die forensische Phrenologie begründete, glaubte anhand dieser Pseudowissenschaft, man könne den «geborenen Verbrecher» erkennen. Sein Werk steht daher in einer fragwürdigen kriminologischen Tradition, in der Verdächtigungen und Vorverurteilungen aufgrund von biologischen Merkmalen vorgenommen wurden. Sie gipfelte schliesslich in eugenischen Massnahmen wie Zwangssterilisierungen, wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem – aber nicht nur – von den Nazis vorgenommen wurden. Und die aus der Phrenologie hervorgegangene Kraniometrie (Schädelvermessung) avancierte geradezu zur Paradedisziplin von Rassisten.

historisches Kraniometer, Kraniometrie, Schädelvermessung
https://de.wikipedia.org/wiki/Kraniometrie#/media/Datei:Craniometry_skull_1902.jpg

Paradedisziplin der Rassisten: Kraniometrie. Bild: Wikimedia

Heutige Wissenschaftler verfügen indes über feinere Instrumente – etwa Positronen-Emissionstomographen – und sind zudem methodologisch besser aufgestellt, da sie die Notwendigkeit kennen, bei ihren Experimenten auch Kontrollgruppen zu untersuchen. So weiss man heute bedeutend besser als zu Lombrosos Zeiten, welche Vorgänge im Gehirn mit aggressivem Verhalten zu tun haben.

Die Gewalt im Gehirn

Beim Menschen wie bei allen Säugetieren liegen die neuronalen Netze, die mit Emotionen zu tun haben und aggressives Verhalten auslösen können, im limbischen System, das jedoch stets mit anderen Hirnarealen zusammenarbeitet. Besonders drei Strukturen in dieser Region sind entscheidend beteiligt, wenn es zu aggressivem Verhalten kommt:

Amygdala

Lage der Amygdala im menschlichen Gehirn. Bild: Shutterstock

Diese Strukturen sind direkt mit dem präfrontalen Cortex (PFC) verbunden, mit dem sie sich in einem steten Austausch befinden. Diese hochentwickelte Instanz im vorderen Bereich der Grosshirnrinde, die Selbstbeherrschung, Selbstreflexion, moralische Bewertungen und Taktgefühl ermöglicht, kann als Gegenspieler des limbischen Systems Emotionen dämpfen und die Folgen von Handlungen voraussehen und bewerten. Sie sorgt damit für eine situationsangemessene Handlungssteuerung.

Zwei Typen von Gewalttätern

Neurologische Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass hier – im Zusammenspiel von präfrontalem Cortex und limbischem System – der Schlüssel für abnormes gewalttätiges Verhalten liegt. Bereits 1995 durchleuchtete Adrian Raine, Neuropsychiater an der University of Southern California, die Hirne von Gewaltverbrechern mithilfe von Positronen-Emissionstomographien. Bei der Mehrzahl der 41 verurteilten Mörder, deren Hirn er scannte, zeigte der PFC auffallend wenig Aktivität – bedeutend weniger als bei Kontrollpersonen.

In einer weiteren Studie untersuchte Raine 21 Testpersonen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, die ebenfalls schwere Gewalttaten verübt hatten. Bei diesen Probanden stellte Raine ein reduziertes Volumen des PFC fest. Dieser Befund deckte sich mit Ergebnissen anderer Studien – so hatten Forscher beispielsweise feststellen können, dass Vietnamkriegsveteranen mit Schädigungen im PFC zu erhöhter Aggressivität neigten.

Allerdings zeigte sich auch, dass eine Schädigung oder unterdurchschnittliche Aktivität des PFC nur bei einem Typ von Gewalttätern vorlag – jenen, die zu explosiven, unkontrollierbaren Gewaltausbrüchen neigten. Bei jenen, die wie etwa Serienmörder ihre Taten kalt und über längere Zeit hinweg planten, schien der PFC weitgehend normal zu funktionieren. Bei ihnen, vermuten manche Wissenschaftler, funktionieren bestimmte Areale im limbischen System anders, beispielsweise die Amygdala. Empathie und Empfindungen wie Angst oder Schuld können bei ihnen daher vermindert auftreten.

FILE - In this July 28, 1978, file pool photo, Ted Bundy mugs for the media after being informed of his indictment by a grand jury in Tallahassee, Fla. The Hollywood Reporter and Variety reported on May 16, 2017, that Zac Efron will play Bundy in an upcoming biopic about the serial killer. (Pool Photo via AP, File)

Der Serienmörder Ted Bundy (1978) gehört zum proaktiv-aggressiven Täter-Typ. Er plante seine Verbrechen lange und sorgfältig. Er starb 1989 auf dem elektrischen Stuhl. Bild: AP/AP

Äusserlich emotionslos wirkende Psychopathen werden in ihrem Handeln aber durchaus von Gefühlen beeinflusst; sie können sie jedoch mithilfe ihres PFC unter Kontrolle halten. So gelingt es zum Beispiel Serienmördern, ihre Gelüste zurückzuhalten, bis die Gelegenheit günstig erscheint. Psychologen bezeichnen diesen Täter-Typ als «proaktiv-aggressiv» – im Gegensatz zum impulsiv-reaktiven Typ, der seine Verbrechen nicht plant, sondern in blinder Wut handelt.

Bei einigen Psychopathen, die kühl und planvoll vorgehen, ist zudem der Hippocampus in den beiden Gehirnhälften nicht gleich gross. Die Folge dieser Asymmetrie könnte sein, dass diese Personen emotionale Informationen nicht mehr korrekt verarbeiten können und grundsätzlich weniger Angst verspüren. Sie haben ausserdem Schwierigkeiten, aus negativen Erfahrungen zu lernen. Und es fällt ihnen vermutlich schwer, die Auswirkungen ihres Handelns auf andere abzuschätzen.

Ihr Verstand ist hingegen völlig in Ordnung. Und sie wissen in der Regel, was gesellschaftlich als richtig und falsch gilt. Wie es Robert Hare formuliert: «Aus der Sicht eines Psychopathen sind wir es, die eine Fehlfunktion haben. »

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83Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Else Schrödingers Schwarzes Schlafschaf 03.08.2020 08:33
    Highlight Highlight Zu dem Thema kann nur immer wieder die Bücher von Lydia Benecke empfehlen.

    Hier ein sehr gutes Interview bei Hoaxilla
    Play Icon
  • Rethinking 03.08.2020 07:16
    Highlight Highlight „...Anteil der Psychopathen an der erwachsenen männlichen Bevölkerung auf 1 Prozent, unter Top-Managern sogar auf fast 5 Prozent.“

    „Empathie und Empfindungen wie Angst oder Schuld können bei ihnen daher vermindert auftreten.“

    Somit lässt sich wunderbar erklären warum einige Manager sich nicht ernsthaft für ihre Mitarbeitenden interessieren und die Schuld für Demotivation oder schlechte Zahlen nie bei sich suchen...

    Umso wichtiger ist es, dass wir bei der Wahl eines Jobs Vorgesetzte und Kultur sehr genau prüfen und lieber mal verzichten...
  • De-Saint-Ex 02.08.2020 22:55
    Highlight Highlight Habe wirklich Mühe hier: „So funktioniert das Gehirn von Psychopathen“, schon der Titel ist falsch weil nicht empirisch bewiesen. Wenn schon müsste es heissen könnte funktionieren plus Nachsatz... „so wie z.B. bei Menschen mit Suchterkrankungen oder generalisierter Angststörung“ bei welchen ganz ähnliche Auffälligkeiten beobachtet werden. Zudem kann eine ganz zentrale Frage (noch) nicht beantwortet werden: sind diese Auffälligkeiten Ursache oder Folge der Verhaltens“Störungen“? Falls z.B. ersteres würde sich die Frage der Schuldfähigkeit von Psycho- und Soziopathen strafrechtlich stellen.
    • Andre Buchheim 03.08.2020 01:52
      Highlight Highlight So pingelig wie Du bist, müsste jede Überschrift hier schon die Länge des Artikels aufweisen. Wie wäre es denn mit einem Inhaltsverzeichnis für die Überschrift mit Seitenangaben?
      Das hier ist ein populärwissenschaftlicher Artikel und kein Fachbuch. Bei der Artikellänge wird sich auch kaum umfassend alles darstellen lassen, was es zum Thema zu sagen gäbe. Und dafür, dass er nicht in einer Wissenschaftsszeitschrift sondern in einem allgemeinen Magazin erscheint, ist er von ungewöhnlicher Tiefe und Brillanz.
      Ansonsten reich doch einen eigenen, besseren Artikel ein?
    • De-Saint-Ex 03.08.2020 10:33
      Highlight Highlight So wie Du hier reagierst, könnte man meinen, Du hättest den Artikel geschrieben.
      Habe nun mal generell Mühe mit unwahren Überschriften.
      Was hier zusammengefasst wird, ist das Resultat von Studien und Annahmen und wird als wissenschaftlich erhärtet dargestellt, was es nun mal nicht ist.
      So wie zuletzt die „Studie“ zur Unwirksamkeit von Antidepressiva, die für einen Aufschrei sorgte und über welche schon nach 2 Tagen niemand mehr sprach.
    • Andre Buchheim 03.08.2020 12:10
      Highlight Highlight Und ich weiße nochmal darauf hin, daß Deine Forderung durchaus richtig wäre für eine wissenschaftliche Fachzeitschrift für Spezialisten, nicht für ein allgemeines Magazin und Publikum, und um letzteres handelt es sich bei watson nun einmal. Insofern halte ich Deine Kritik für übertrieben.
      Auf den fiesen Seitenhieb, ob ich der Verfasser des Artikels bin und ihn deshalb lobe, hättest Du gern verzichten dürfen. Ich lobe Artikel, die ich gut finde, und kritisiere die, die ich schlecht finde. Verzeihung für die von Deiner abweichende Meinung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gaechter Vrenä 02.08.2020 21:39
    Highlight Highlight Es heisst präfrontaler Cortex. Nicht präfontaler Cortex...
  • Andre Buchheim 02.08.2020 20:31
    Highlight Highlight Wow, echt spannender, hervorragend recherchierter und umfassender Artikel zu diesem interessanten Thema.
    In der Forschung ist der Zusammenhang zwischen mitfühlendem, kooperativem und sozial verträglichem Verhalten mit der Größe resp. Aktivität des PFC schon länger von Interesse. So weisen Studien drauf hin, daß der PFC in seiner Größe und Aktivität positiv von einer spirituellen Lebensweise, von Gebet und Meditation beeinflusst wird. Auch für einen signifikanten Zusammenhang zum Atheismus wurden in der Studie der Case Western Reserve University in Cleveland Hinweise gefunden. Sehr spannend!
  • Dani B. 02.08.2020 20:13
    Highlight Highlight Die Geschichte von James Fallon ist interessant. Der Arzt und Forscher wollte mit bildgebenden Verfahren Psychopathen erkennen. Angestellte gaben ihm einen Hirnscan von ihm selbst. Er diagnostizierte Psychopathie bei sich selbst. Er Überdachte sein Handeln und Lebenslauf und wie er Professor wurde.
    "James Fallon"
    • Autokorrektur 02.08.2020 22:52
      Highlight Highlight Gab es nicht die gleiche Geschichte mit einem Forscher, der das Krieger-Gen mitentdeckte?
  • De-Saint-Ex 02.08.2020 19:47
    Highlight Highlight Gähn...!
    • Autokorrektur 02.08.2020 22:52
      Highlight Highlight 🥱
  • CalibriLight 02.08.2020 18:45
    Highlight Highlight Wie immer ein spannender Artikel, danke Herr Huber.

    Was fehlt, ist der Einfluss der Umwelt auf die Menschen.
    Wir sind total im "medizinischen" Zeitalter gelandet, wo alles auf irgendwelche körperlichen Funktionen oder Dysfunktionen zurückgeführt wird.
    Im letzten Jahrhundert wurde vieles - möglicherweise zuviel - vom sozialen Umfeld abgeleitet, heute versucht man, alles biologisch zu messen und zu erklären. Das erinnert dann schon fast wieder an Kraniometrie und ist mir zu einseitig.
    Ich denke, es ist ein Mischung aus beidem.
    • El_Sam 02.08.2020 23:24
      Highlight Highlight Ich denke das spiekt häufig zusammen.
      Viele dieser Störungen sind wohl nicht angeboren, sondern wurden durch Erfahrungen oder Geschehnisse während der Wachstumsphase des Gehirns eingeprägt. Sie gehen zwar auf Umwekteinflüsse zurück, sind jedich nun an physischen Metkmaken messbar.
    • CalibriLight 03.08.2020 10:13
      Highlight Highlight @El_Sam -- danke für diesen Input. Ich hatte mir bisher nie überlegt, dass soziales Umfeld einen Einfluss auf Gehirnstrukturen haben könnte und diese sich entsprechend verändern. Da muss ich mich mal weiter informieren.

      In einer Bibliothek oder so....;-)))
    • El_Sam 03.08.2020 10:26
      Highlight Highlight Ich sehe gerade, dass meine Rechtschreibung kurz vor Mitternacht etwas beeinträchtigt war.
      Sorry dafür.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Klebeband 02.08.2020 18:18
    Highlight Highlight Danke für den informativen Artikel! Einzig die Überleitung von der pösen Kraniometrie zu der tollen Hirnforschung unserer Zeit, die dank ihrer Methodik völlig vor Missbrauch gefeit ist, greift m. E. etwas zu kurz.
  • Garp 02.08.2020 17:46
    Highlight Highlight Ich fände es super, wenn Hare mal Benzos unter die Lupe nehmen könnte und andere Wirtschaftgrössen.
  • Big ol'joe 02.08.2020 17:32
    Highlight Highlight Es reicht nicht, einfach im ersten Teil auf die problematische Vergangenheit der Hirnforschung hinzuweisen, um es im nächsten Schritt gleich selbst zu reproduzieren. Dass psychische Krankheiten immer auch sozial vermittelt und kulturell geprägt sind (sprich Zuschreibungen, Kategorisierungen etc.) blendet die neuere Hirnforschung total aus! Es spricht Bände, dass sich die Psychologie und Psychiatrie immer mehr von der Neurologie abwendet, und diese zusehends von Mathematikern und Statistikern angewendet wird. Die Suche nach den Ursprüngen wird auch hier ins Leere laufen.
    • beaetel 02.08.2020 18:10
      Highlight Highlight Ich fand es gut, dass der Verfasser zuerst einmal die Verfehlungen der Medizin erwähnt und so dem Leser ermöglich, kritisch den weiteren Informationen zu folgen. Ansonsten teile ich Deine Meinung.
  • S. L. 02.08.2020 17:31
    Highlight Highlight Ich habe eine Freundin die seit einem Hirnschlag nichts mehr riechen kann und keine Gefühle mehr hat. Auch Gewissen und emotionale Kontrolle sind ihr abhand n gekommen, also die Definition von Psychopathie. Sie arbeitet in einem Sozialberuf und kümmert sich (vorzüglich) um Menschen mit Behinderung. Sie handelt Ohne Aufmerksamkeitssucht, aber mit Mühe sich an Regeln zu halten. Psychopathie ist also nicht immer etwas böses, es hängen Schicksale daran und die Personen haben es sich nicht ausgesucht, können aber auch ein völlig normales Leben führen.
    • DunkelMunkel 02.08.2020 17:54
      Highlight Highlight Problematisch wird das dann, wenn Einfühlvermögen benötigt wird um eine gefährliche Situation einschätzen zu können, das wäre deiner Freundin per Definition unmöglich zu meistern. Aber super, wenn sie eine Umgebung hat, die für sie passt!
    • Autokorrektur 02.08.2020 19:17
      Highlight Highlight Ehrlich gemeinte Frage: wenn sie keine Gefühle mehr fühlt, wieso weist du darauf hin, dass ihr emotionale Kontrolle fehlt? Übrigens ein grosses Thema bei schwerer Depression, solche Menschen können oftmals auch nichts mehr fühlen. Wünsche deiner Freundin alles Gute.
  • Garp 02.08.2020 17:27
    Highlight Highlight Die HSG hat übrigens mal eine Studie gemacht, dass gar nicht so wenige Manager psychopathische Eigenschaften besitzen. Leider kam nur ein Minihinweis dazu in der NZZ. Alle andern Medien interessierte das nicht.
  • Autokorrektur 02.08.2020 17:26
    Highlight Highlight Christian Keysers und sein Team konnten in einer Studie belegen, dass Psychopathen sehr wohl zu Empathie fähig sind!
    Ihnen mangelt es nicht an Empathie, sie können selbige "auf Verlangen" aktivieren. Ansonsten wäre es für einen Psychopathen auch gar nicht möglich, seine Opfer ahnungslos zu halten; dies kann er nur, wenn er sich vorstellen kann, welche Gefühle das Gegenüber hat, die befriedigt werden müssen. https://www.spektrum.de/news/empathie-nur-auf-kommando/1202046
  • Zeit_Genosse 02.08.2020 17:07
    Highlight Highlight Psychpathen sind nicht zwingend gewalttätig und deshalb ist es schade, dass der Artikel sich stark um Gewalt dreht.

    Hier einige Merkmale im Überblick:
    ◾️Blender mit oberflächlichem Charme. ...
    ◾️Übersteigerter Selbstwert. ...
    ◾️Exzessiver Erlebnishunger. ...
    ◾️Pathologisches Lügen. ...
    ◾️Manipulatives Verhalten. ...
    ◾️Fehlen von Reue und Scham. ...
    ◾️Oberflächliche Gefühle. ...
    ◾️Mangel an Mitgefühl.

    In der Tat finden wir im weiten Umfeld Menschen mit solchen Attributen. Sie sind unter uns.
    • Garp 02.08.2020 17:15
      Highlight Highlight Ja, aber mit so Katalogen, wie sie im Internet zu finden sind muss man aufpassen. Nicht jeder auf den ein paar dieser Eigenschaften zutreffen ist ein Psychopath. Man sollte das dann doch den Fachkräften überlassen mit dem Urteilen.
    • Zeit_Genosse 02.08.2020 17:19
      Highlight Highlight Garp: Einverstanden, die Grenze ist fliessend.
    • Garp 02.08.2020 17:25
      Highlight Highlight Grad die geschickten Psychopathen, werden Dir diese Eigenschaften nicht einfach so auf dem Teller präsentieren. Also lasst es Eure Nachbarn nun anzufangen einzuteilen ^^ . Und sooo viele gibt es auch nicht davon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 02.08.2020 17:04
    Highlight Highlight Ich finde den Artikel etwas zu kurz und oberflächlich, sorry Huber.

    Es gibt Psychopathen die eine Form von Empathie besitzen, nicht im Sinne von teilnehmen an den Emotionen des andern, aber dem genau erspüren, was der andere für Bedürfnisse hat, damit können manche geschickt manipulieren. Selbst Hare liess sich manipulieren, obwohl er wusste er hat einen Psychopathen vor sich.
    • Tikvaw 02.08.2020 19:12
      Highlight Highlight Es ist aber schon ein Unterschied, ob man die Gefühle und Emotionen eines Menschen versteht, wie etwa einen Bauplan oder ob man diese tatsächlich auch fühlt.
      Mann muss selbst keine Liebe fühlen können um einem anderen Mensch, welcher das Bedürfnis nach Liebe hat, das Gefühl zu geben, man gäbe/hätte tatsächlich Liebe.
  • landre 02.08.2020 17:02
    Highlight Highlight Bin ja keine Fachperson um (...) und dä Huber ist wahrscheinlich auch kein Doc...Diese Lektüre war aber so packend und verständlich geschrieben dass ich mich gerade frage ob ich hier oben mögliche Ansätze einer Diagnose zu meiner Ex-Partnerin gelesen habe(?)
    • Tschowanni 02.08.2020 17:19
      Highlight Highlight Überlass die Diagnosen denen die dafür geschult sind
    • landre 02.08.2020 17:34
      Highlight Highlight @andy y

      Mach ich, seit eh und je...Bzw, allerspätestens seit dem Kindergarten-Sandkasten darf es gelernt sein Differenzieren zu können und es zu tun...

      (Aber warum Deine bevormundende Pointe?..Bist Du bezüglich der Thematik oben qualifiziert/ geschult?)
  • Calvin Whatison 02.08.2020 16:52
    Highlight Highlight Spannend. Danke für den Einblick in zerrissene Seelen.

    Wenn ich da so an unser Gesellschaft denke, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl.🤔👍🏻
  • Spooky 02.08.2020 16:49
    Highlight Highlight Habe alles gelesen.
    Wow! Ich bin auch ein Psychopath! 💪
    • Alienus 02.08.2020 17:06
      Highlight Highlight Spooky

      ???
    • Spooky 03.08.2020 15:49
      Highlight Highlight @Alienus
      Meine Antwort ist nicht aufgeschaltet worden.
    • Alienus 03.08.2020 23:34
      Highlight Highlight @Spooky

      !!!
  • homo sapiens melior 02.08.2020 16:47
  • Flexon 02.08.2020 16:44
    Highlight Highlight Aha. Gut recherchiert, aber in welchem Kontext dürfen wir diesen Artikel lesen?
    • Flexon 02.08.2020 17:47
      Highlight Highlight Offenbar kann das niemand beantworten. Ist ja auch egal. Psychopath generiert Klicks, da braucht es keine Relevanz.
    • 's all good, man! 02.08.2020 18:07
      Highlight Highlight Warum brauchst du hier jetzt unbedingt einen bestimmten Kontext? Dieser Artikel wurde in der Rubrik «Wissen» aufgeschaltet und kann daher doch schlicht als interessante Lektüre genommen werden für Leser, die sich diesem Thema mal etwas annähern wollen.

      Ich bin immer vorne mit dabei, watson dafür zu kritisieren, für mehr Klicks manchmal etwas zu offensichtlich vorzugehen, aber hier würde ich das absolut nicht unterstellen wollen.
    • Heinzbond 03.08.2020 05:55
      Highlight Highlight Vielleicht um den Artikel mit dem indischen serienmörder besser zu verstehen....
  • Randalf 02.08.2020 16:38
    Highlight Highlight
    Danke für diesen spannenden Artikel.
    Benutzer Bildabspielen
  • NikolaiZH 02.08.2020 16:36
    Highlight Highlight Danke für den interessanten Artikel
  • Dirk Leinher 02.08.2020 16:36
    Highlight Highlight Ein Psychopath lässt sich dadurch erkennen das er einen Kampf gegen einen Feind kämpft, der nicht in der Gegenwart vorhanden ist. Er kämpft einen Kampf gegen Menschen die ihm gegenüber gar nicht aktiv feindselig eingestellt sind. Wenn man erstaunt bemerkt, dass man plötzlich von jemandem massiv unsachlich angegriffen wird, dann ist das ein Merkmal für psychopathisches Verhalten. Manchmal hat man aber auch jemanden beleidigt ohne es zu merken. Wenn man danach fragt, wird man von einem Psychopathen weitere Angriffe erhalten, bei einem vernünftigen den Grund seiner Verstimmung oder Verärgerung.
    • Garp 02.08.2020 16:56
      Highlight Highlight Du kannst die meisten Psychopathen nicht erkennen, vergiss es.
    • G. Laube 02.08.2020 17:20
      Highlight Highlight @ Dirk Leinher, Ihre Definition finde ich wirklich sehr treffend. Ich kenne jemanden, der genau so ‚funktioniert‘. Der Auslöser war wohl ein Kindheitstrauma, bei dem die Empathie zu einem grossen Teil zerstört wurde. Diese Person hat seither das Gefühl, sich gegen alles verteidigen zu müssen, sogar eine Hilfestellung kann als eine Bedrohung wahrgenommen werden.
    • Garp 02.08.2020 17:40
      Highlight Highlight Das ist völliger Blödsinn G. Laube. Das kann ein traumatisierten Mensch sein, aber trotzdem vom Psychopathen weit entfernt. Hört auf nun auf Grund eines Artikels Eure Nachbarn und Bekanngen einzuteilen 🤦🏻‍♀️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 02.08.2020 16:21
    Highlight Highlight «Aus der Sicht eines Psychopathen sind wir es, die eine Fehlfunktion haben. »

    Vielleicht sollte man zum Vergleichen auch mal die Hirne von ausgewiesenen Genies wie Trump oder Zuckerberg untersuchen.
    • Faethor 02.08.2020 16:32
      Highlight Highlight Trump ein Genie? 😅
    • Ueli der Knecht 02.08.2020 17:01
      Highlight Highlight "Trump ein Genie? "

      Ja, wenn er das doch sagt. Immerhin braucht es schon eine gewisse Genialität, um mit so viel zur Schau gestellten Dummheit Präsident der USA und damit der mächtigste Mensch der Welt zu werden.

      Ich meine nur, dass Trump und Zuckerberg beide ähnlich asoziale Züge und fehlende Empathie zeigen, und dass beide über ein ähnliches Gewaltpotential verfügen wie die oben beschriebenen Psychopathen.
    • Ruggedman 02.08.2020 17:03
      Highlight Highlight @Faethor
      Sogar ein stabiles Genie;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knety 02.08.2020 16:20
    Highlight Highlight Danke für diesen guten Artikel. Es lohnt sich mit dem Thema Psychopathie/Narzissmus zu beschäftigen. Diese Leute machen einem das Leben schwer auch wenn sie nicht physisch gewalttätig werden.
    • Knety 02.08.2020 17:28
      Highlight Highlight Ich hoffe du hast nie einen als Vorgesetzten...
    • Tikvaw 02.08.2020 19:04
      Highlight Highlight Man sollte, eine Dissoziale-Persönlichkeitsstörung nicht mit einer Narzisstischen-Persönlichkeitsstörung gleichsetzen.
      Es hat zwar Überlappungen, es hat aber doch wesentliche Unterschiede. Zum Beispiel sind Narzissten wesentlich weniger oft gewalttätig und haben weniger oft das Ziel oder Bedürfnis Menschen bewusst Schaden zuzufügen.

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