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In 8 Tagen aus dem Lockdown? Dieser Thurgauer hat einen Plan

Innerhalb von 8 Tagen könnte man den Lockdown in der Schweiz beenden. Dies behauptet der Thurgauer Mediziner Thomas Krech. Wie das mit 20 Millionen Tests funktionieren soll, erklären wir hier.



Die Impfungen alleine werden nicht reichen, um den Weg aus der Pandemie zu ebnen, ist Thomas Krech überzeugt. Aus diesem Grund hat der Mediziner und Unternehmer aus dem Thurgau ein Test-Konzept entwickelt. Über sein Vorhaben berichten heute die NZZ und die Gewerbezeitung. Krechs Firma Misanto führt im Thurgau einen grösseren Teil der Corona-Tests durch.

Krech schlägt vor, innert kurzer Zeit die ganze Bevölkerung der Schweiz zu testen – zwei Mal. Möglich machen sollen dies Schnelltests für daheim und eine ausgefeilte Logistik.

thomas krech

Krech leitet das medizinische Ärztezentrum Misanto in Frauenfeld und ist Experte für Telemedizin. Bild: pd

So sieht Krechs Acht-Tage-Plan aus:

Tag 0

An Tag 0 soll jede Bürgerin und jeder Bürger per Post einen Schnelltest nach Hause geliefert bekommen. Insgesamt werden 10 Millionen Test verschickt. Laut Krech wäre das Pharmaunternehmen Roche in der Lage, die benötigten Millionen Schnelltests innert nützlicher Frist zu liefern. Auch die Schweizer Post habe bestätigt, dass eine Auslieferung an alle Schweizer Haushalte logistisch machbar sei.

Tag 1

Den Test führen die Menschen zuhause selber durch. Das Problem: Der dazu benötigte Selbsttest ist in der Schweiz noch gar nicht zugelassen. Allerdings arbeitet das Bundesamt für Gesundheit BAG nach eigenen Angaben an einer solchen Zulassung. Krech zielt dabei auf Tests ab, bei denen die Proben-Entnahme über den vorderen Nasenbereich bereits ausreichend ist.

Roland Zeller, Mitbegruender und Verwaltungsratspraesident Viselio, testet sich mit einem Covid-19-Antigen-Schnelltest von Viselio, , aufgenommen am Dienstag, 19. Januar 2021 in Zuerich. Die Probeentnahme fuer den PCR-Selbsttest wird von einer medizinischen Fachperson per Video ueberwacht, das Resultat von einem Arzt validiert und der Getestete innert 15 Minuten ueber sein Ergebnis informiert. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Selbsttest soll unkompliziert und einfach durchzuführen sein. Bild: keystone

Die Resultate, die nach rund 15 Minuten feststehen, werden anschliessend digital erfasst. Positiv getestete Personen müssen sich sofort isolieren, Personen im selben Haushalt müssen in Quarantäne. Krech rechnet mit etwa 50'000 positiven Befunden.

Tag 2

Alle diejenigen, die am ersten Tag per Schnelltest ein positives Resultat erhalten haben, sollen am Tag darauf noch einen PCR-Test machen. Begründet wird dies durch die geringere Zuverlässigkeit der Selbsttests. So kann vermieden werden, dass sich falsch Positive in Isolation begeben müssen. Die Röhrchen für den PCR-Spuck-Test sollen ebenfalls nach Hause geschickt werden, um keine Ansteckungsrisiken einzugehen.

Daniel Steffen, Managing Director Checkport, demonstriert den Covid-Test per Speichelprobe durch die Swissport-Tochter Checkport am Flughafen in Zuerich, aufgenommen am Mittwoch, 6. Januar 2021. Ab morgen Donnerstag erweitert der Flughafen das Coronatest-Sortiment mit dem Spucktest, das Testresultat liegt bereits nach rund 5 Stunden vor. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Für die Spucktests müsste man sich nicht extra zu einem Testzentrum begeben. Bild: keystone

Tag 3, 4 und 5

Wer beim PCR-Test zum zweiten Mal ein positives Ergebnis aufweist, muss in Isolation bleiben – 10 Tage insgesamt. Hier schätzt Krech die Anzahl auf 40'000-50'000 Personen.

Dann wiederholt sich das Spiel: Am 4. Tag erhält die gesamte Bevölkerung einen zweiten Schnelltest nach Hause geschickt und am 5. Tage testen sich alle. Wieso ist dieser zweite Test notwendig? Beim ersten Test ist es möglich, dass bereits infizierte Personen ein negatives Resultat erhalten, weil das Virus zu einem frühen Zeitpunkt noch nicht nachweisbar ist.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Tag 6 und 7

Die Tage 6 und 7 sind wieder identisch mit Tagen 1 und 2. Positiv getestete begeben sich in Isolation und führen am folgenden Tag einen zusätzliche PCR-Test durch. Fällt auch dieses Resultat positiv aus, müssen sie in Isolation verbleiben. Die Anzahl der zu dem Zeitpunkt doppelt positiv Getesteten schätzt Krech auf 8000 Personen.

Tag 8

Der 8. Tag ist schliesslich der Tag, den wir alle mit grösster Sehnsucht erwarten: Er soll das Ende des Lockdowns bringen. Krech erklärt gegenüber der Gewerbezeitung:

«Nach der wiederholten Testung der ganzen Bevölkerung liegt dann die Situation vor, dass alle ansteckenden Bürger in Isolation sind und deshalb keine Ansteckungsgefahr mehr von ihnen ausgeht. Somit können die Wirtschaft, Schulen und Universitäten wieder uneingeschränkt geöffnet werden.»

Doch damit die Schweiz eine coronafreie Zone bleiben würde, müssten alle Einreisenden an der Grenzübergängen einen Schnelltest machen. Krecht schlägt zudem vor, pendelnde Grenzgänger alle fünf Tage testen lassen.

Wichtig aber: Dieser ganze Plan funktioniere nur, wenn ausreichend viele Haushalte mitmachen, denn das Testen geschieht auf freiwilliger Basis.

Krech schätzt die gesamten Kosten auf einmalig 400 Millionen Franken. Zusätzlich würden für die Kontrollen an der Grenze geschätzt 10 Millionen Franken anfallen – pro Tag. (saw)

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