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Die Raststätte Restaurant Walensee steht seit Jahren leer

Die Raststätte «Restaurant Walensee» ist bereits seit 2003 geschlossen. Bild: google street view

Die «Geister-Raststätte» am Walensee wird weiter vor sich hin lottern

Nach 7 Jahren und mehreren gescheiterten Plänen gibt der Eigentümer der Restaurant-Ruine auf. Er hat keine Energie mehr, um vor Gericht die nötigen Bewilligungen zu erkämpfen.



Viele mögen sie kennen: die verlassene Autobahnraststätte an der A3 in Obstalden, Glarus, am Walensee. Seit bald 17 Jahren wittert das Gebäude ungenutzt dahin und so wird es wohl vorerst bleiben, berichtet das Regionaljournal Ostschweiz. Der Eigentümer Heinz Peter Moravcik hatte die Raststätte einst für 800'000 Franken erworben, konnte aber keinen seiner Pläne umsetzen – ihm fehlten die Bewilligungen.

Jetzt hat der 79-Jährige die Nase voll von den jahrelangen Streitigkeiten. So sagte er gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz»: «Es macht keinen Sinn zu streiten. Selbst, wenn ich nach zehn Jahren gewinnen sollte, so lange können die Gegner das locker durchziehen, kostet das ein Schweinegeld».

Alle Versuche die Raststätte umzubauen schlugen fehl. Bereits 2016 berichtete Mirko Kapor gegenüber «20min», dass die Liegenschaft hauptsächlich Probleme verursache. Kapor war der Architekt, der für das Vorprojekt zuständig war. Aus der Raststätte hätte ein Wohn- und Gewerbehaus werden sollen.

Doch die Privatisierung des Grundstückes sei ein grosser Fehler gewesen, so Kapor. Denn die Strasse zur Raststätte blieb beim Bund, während das Grundstück von Staats- in Privatbesitz überging. Der Haken: Ein Zugang von einer Bundesstrasse zu einem Privatgrundstück sei fast unmöglich.

Doch das ist noch nicht alles. Der Hang hinter der Raststätte sei schon vor Jahren als gefährlich eingestuft worden, die Ein- und Ausfahrt entsprächen nicht mehr den verkehrsgesetzlichen Bestimmungen, der Abstand zur nächsten Strasse und Raststätte sei zu gering. Das Projekt wurde abgeblasen.

Die Raststätte Restaurant Walensee steht seit Jahren leer.

Auch ein Abriss kommt nur mit einer Bewilligung des Kantons Glarus in Frage. Bild: google street view

Das Bundesamt für Strassen (Astra) habe Moravcik angeboten, die Raststätte zurückzunehmen, doch gemäss Kapor lehnte dieser ab. Zu viel habe er schon investieren müssen, ohne je mit dem Bau begonnen zu haben.

Moravcik plante auch schon selbst, im Gebäude zu wohnen, doch auch das wurde ihm verwehrt, erzählt der gebürtige Tscheche gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz». Dafür hätte man die Liegenschaft an die Wasserversorgung anschliessen müssen, doch die Leitungen dafür seien verrostet gewesen.

Schliesslich versuchte der 79-Jährige, die Raststätte letzten Sommer an Konrad Rüegg zu verkaufen. Der Toggenburger Unternehmer wollte die Raststätte neu eröffnen, doch auch dieses Vorhaben scheiterte. Moravcik reicht's. Er habe in seinem Alter keine Energie mehr, vor Gericht zu gehen, um Bewilligungen zu erkämpfen. Und so hat er sich damit abgefunden, auf der Liegenschaft sitzen zu bleiben. Dem «Regionaljournal Ostschweiz» sagt er am Telefon: «Wenn ich nicht mehr zur Verfügung stehe, um es nobel auszudrücken, dann kann sich der nächste Geschäftsführer den Kopf zerbrechen.»

(saw)

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