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Knuffig: Mario macht auch als Mini-Spielzeug eine gute Figur. bild: zvg

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Nintendo hat gerade «Mario Kart» neu erfunden

Nintendo verwandelt mit dem neuen «Mario Kart Live»-Game das heimische Wohnzimmer in eine Rennstrecke. Während Technik und Umsetzung vollends überzeugen, sorgt die Preispolitik für weniger gute Laune.



Nintendo ist immer wieder für eine Überraschung gut und geht oft einen eigenen Weg. Darum mögen wir diesen Traditionshersteller aus Japan ja auch so sehr. Mit dem Bastelspass «Nintendo Labo» oder der interaktiven Fitness-Herausforderung «Ring Fit Adventure» versuchte der japanische Konzern, die Käuferinnen und Käufer vom Sofa zu holen, um sie aktiv mit einem Videospiel der besonderen Art zu beschäftigen.

Über Sinn oder Unsinn dieser Verschmelzung von Videospielen und physischen Tätigkeiten darf man geteilter Meinung sein, für Gesprächsstoff sorgen diese eigenwilligen Angebote aber allemal. Nun wurde sogar eine der bekanntesten Nintendo-Marken als Augmented Reality-Konzept ins Wohnzimmer geschickt, um für die nötige Aufmerksamkeit zu sorgen.

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«Mario Kart» im eigenen Wohnzimmer, jup, das geht nun. Video: YouTube/Nintendo DE

Schnell, einfach, faszinierend

Das Konzept von «Mario Kart Live: Home Circuit» ist faszinierend: Mittels AR-Technik (Augmented Reality = erweitere Realität) wird das eigene Wohnzimmer schnell und einfach zu einer «Mario Kart»-Rennstrecke umgewandelt. Nachdem die Software via Download auf der Switch oder Switch Lite gelandet ist, wird alles via QR-Code mit einem kleinen, fernsteuerbaren Spielzeug-Go-Kart verbunden, in dem ein kleiner Super Mario sitzt.

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Das Gesamtpaket von «Mario Kart Live: Home Circuit». BIld: zvg

Danach dürfen mit vier Toren aus Pappe die Streckenabschnitte auf dem Fussboden platziert werden. Zusätzlich gibt es auch noch zwei Leitplanken, die ebenfalls hingestellt werden können. Bevor es dann schon losgehen kann, muss die Rennstrecke einmal abgefahren werden, um sie anschliessend zu speichern. Dieser Vorgang kann natürlich für beliebig viele Strecken wiederholt werden.

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So könnte zum Beispiel eine Rennstrecke im heimischen Wohnzimmer aussehen. bild: zvg

Eine verbaute Kamera im Mini-Go-Kart überträgt die Sicht des kleinen Marios im Cockpit auf den Bildschirm. Zusätzlich werden Gegner, thematische Streckendetails, diverse Filter und natürlich auch die bekannten Fragezeichenboxen mit zufallsgenerierten Items wie Schildkrötenpanzer oder Banane eingeblendet. Der Rest ist «Mario Kart»-Einmaleins: Cup-Meisterschaften bestreiten und Kostüme sowie andere kleine kosmetische Dinge freischalten, das kennen und lieben wir.

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Auch die Luigi-Version sieht einfach nur knuffig aus. bild: zvg

Ebenfalls faszinierend: Der Go-Kart reagiert immer auf die Geschehnisse innerhalb der Spielwelt. Bei Geschwindigkeitsschüben wird das Mini-Auto schneller und wird man von einem Panzer getroffen, bleibt das Vehikel kurz stehen. Auch wenn auf dem Bildschirm ein kräftiger Wind weht, hat das Auswirkungen auf den kleinen Go-Kart. Die technische Umsetzung ist beachtlich und die Steuerung fühlt sich jederzeit gut und kompakt an.

Das Problem mit dem Langzeitspass

Spielt man den AR-Titel allerdings alleine, ist nach ein paar Stunden leider schon die Luft raus. Dass man aus der Froschperspektive durch sein Wohnzimmer brausen und auch mal unter seinem Büchergestell hindurchflitzen kann, ist sicherlich in den ersten Momenten eine Mordsgaudi.

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Trotz Pixel-Charme, der Bildschirm wirkt oft viel zu überladen. bild: zvg

Die Themenwelten, die via Augmented Reality hineinkopiert werden, sind zwar nett, kommen aber nicht zur Geltung, wenn das Wohnzimmer bereits viele Ablenkungsobjekte besitzt. Kurz: Auf dem Bildschirm kann es sehr schnell passieren, dass zu viel los ist und man kaum mehr weiss, wo man jetzt hinsehen soll. Je kleiner der vorhandene Fussboden, desto grösser auch das Chaos auf dem Bildschirm, weil alles beengt wirkt und viele Objekte um Aufmerksamkeit schreien. Und wer übrigens nur über einen Teppichboden in seiner Wohnung verfügt, wird an diesem «Mario Kart»-Game nicht viel Freude haben.

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Selbstverständlich gibt es auch ganz viele Themenwelten, die befahren werden wollen. bild: zvg

Möchte man den Spass mit mehr Mitspielern vergrössern, muss tief in die Tasche gegriffen werden. Ein «Home Circuit»-Paket kostet um die 120 Franken. Wer mitspielen möchte (maximal vier Go-Karts dürfen teilnehmen), braucht selber ein Set. Man rechne. Nintendo hätte hier mindestens auch ein Komplettpaket mit gleich zwei Vehikeln anbieten können. Immerhin bieten einige Händler netterweise gleich beide Versionen in einem leicht vergünstigten Paket an.

Lieber zweimal überlegen

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Fazit: Ja, das Augmented Reality-«Mario Kart» ist ganz nett geworden. Die Langzeit-Spielspassgranate will aber vor allem im Solomodus nicht richtig zünden. Trotz faszinierender Technik und neuen Wohnzimmer-Perspektiven geht dem Konzept viel zu schnell die Luft aus.

Natürlich können die Strecken abwechselnd mit einem Freund oder einer Freundin gemeistert werden, aber auch da hat man es nach ein paar Stunden gesehen und liebäugelt mit einem zweiten Mini-Auto. Möchte man mit zwei Go-Karts durch seine hoffentlich genügend grosse Wohnung düsen, muss allerdings nochmals tief in den Geldbeutel gegriffen werden.

Wer also das nötige Geld und vor allem genügend Platz hat, darf zugreifen. Alle anderen erfreuen sich dann doch lieber an den klassischen «Mario Kart»-Videospielen auf dem Sofa.

«Mario Kart Live: Home Circuit» ist erhältlich für Nintendo Switch und Switch Lite. Es gibt eine Mario- und eine Luigi-Version. Preis pro Version: Rund 120 Franken. Freigegeben ab 7 Jahren.

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