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Dass der Arm erst eine Woche nach der Impfung empfindlich wird, hat mit der Immunreaktion zu tun. Bild: Shutterstock

So häufig kommt es nach einer Impfung zu einem «Moderna-Arm» und zu anderen Nebenwirkungen

Viele Geimpfte haben leichte Nebenwirkungen wie einen Tag Müdigkeit. Speziell an den Corona-Impfungen ist ein schmerzender Arm erst eine Woche nach der Impfung.

Sabine Kuster / ch media



Der 67-jährige Mann, Diabetiker, leicht übergewichtig, lässt sich stets gegen Grippe impfen und ist tags darauf jeweils etwas müde. Dieses Jahr jedoch berichtete er, er habe gar nichts gespürt. «Ich habe nicht geschaut, was sie mir gespritzt haben, vielleicht war es diesmal nur Kochsalzlösung», sagte er halb im Spass. Nun, nach der Corona-Impfung, war die Einstichstelle am Tag danach leicht empfindlich. Zweifel ausgeräumt: Das war nicht nur Kochsalzlösung.

Es ist so bei Impfungen: Spürt man gar nichts, wird die Wirkung angezweifelt. Hat man stärkere Nebenwirkungen, ist es auch nicht gut. Wie bei jenem 75-Jährigen, der Covid-19 im letzten Herbst überstand und nun nach der ersten Impfdosis zwei Tage lang hohes Fieber hatte und sich sorgte. Mehr als zwei Millionen Dosen von Pfizer/Biontech und Moderna wurden bis jetzt in der Schweiz verimpft. Über 765'000 Personen haben die zweite Dosis schon erhalten.

Bis am 6. April gingen beim Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic 577 Meldungen zum Impfstoff von Pfizer/Biontech ein und 580 zu jenem von Moderna. Wobei natürlich längst nicht alle Nebenwirkungen gemeldet werden – jedenfalls von den leichten.

Fieber ist eine sehr häufige Nebenwirkung

Es gab zweieinhalb Mal so viele Meldungen von Nebenwirkungen, die bei Frauen auftraten wie bei Männern. Dies, weil bis jetzt mehr Frauen geimpft wurden. Bekannt ist ausserdem, dass Frauen Nebenwirkungen öfter melden. In den klinischen Studien gab es nicht mehr Nebenwirkungen bei Frauen.

396 Meldungen wurden bisher als schwerwiegend eingestuft. In den meisten Fällen seien die Betroffenen aber nicht gefährdet gewesen, schreibt Swissmedic. Zu diesen Fällen gehörten folgende Nebenwirkungen: Fieber, Luftnot, Kopfschmerzen, eine Reaktivierung von Herpes Zoster, Überempfindlichkeit, allergische Reaktionen, Erbrechen, Ermüdung, Blutdruckerhöhung und Schwindel.

Gemäss den Zulassungsstudien sind von den oben genannten Nebenwirkungen die meisten «sehr häufig», treten also bei mindestens einer von zehn Geimpften auf. Muskel- und Gelenkschmerzen sowie eine Rötung der Einstichstelle sind ebenso häufig. Keine Angaben gibt es zur Häufigkeit von Atemnot, allergischen Reaktionen, Schwindel, Blutdruck und Reaktivierung von Herpes Zoster. Auch bei anderen heutigen Impfungen sind Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle oder Nebenwirkungen wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen während ein bis drei Tagen normal.

Früher bei der Pockenimpfung zum Beispiel gab es weitaus schlimmere Nebenwirkungen: Ein von 1000 geimpften Kindern erkrankte schwer, und pro eine Million Geimpften gab es 30 Dauerschäden und ein bis zwei Todesfälle.

Der «Moderna-Arm» heilt von alleine

In einer Hinsicht heben sich die Corona-mRNA-Impfstoffe aber doch von anderen ab: Es kommt ab und zu erst rund eine Woche nach der Impfung noch zu einer Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen oder jucken kann. Und zwar vor allem nach einer Impfung mit dem Wirkstoff von Moderna. Auf diese Eigenheit, auch als «Covid-Arm» oder «Moderna-Arm» bezeichnet, wies Swissmedic bereits im Februar hin.

Die neuste Bilanz von Swissmedic zeigt, dass rund ein Fünftel aller Nebenwirkungsmeldungen zum Moderna-Impfstoff diese nachträgliche Empfindlichkeit an der Einstichstelle betreffen.

Sie muss nicht behandelt werden und bessert von alleine nach einigen Tagen. In ausgeprägten Fällen kann sie laut Swissmedic mit einem Schmerzmittel oder Antialergikum behandelt werden.

Diese Reaktion wurde auch in der Zulassungsstudie von Moderna festgestellt: Sie trat dort bei 0,8 Prozent der Geimpften nach der ersten Dosis auf und bei 0,2 Prozent nach der zweiten Dosis. Laut Swissmedic ist der genaue Mechanismus der verspäteten Schwellung nicht bekannt. Aber: «Der zeitliche Abstand entspricht dem ersten Auftreten von Antikörpern und Immunzellen, die durch die Impfung induziert wurden», schreibt Swissmedic auf ihrer Website.

Todesfälle mit Hinweisen auf einen Zusammenhang zur Impfung gab es bisher keine in der Schweiz. 55 Personen, die in den Tagen nach der Impfung gestorben sind, wurden Swissmedic gemeldet. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 84 Jahre alt und hatten mehrheitlich schwere Vorerkrankungen. Diese Fälle seien besonders sorgfältig analysiert worden, schreibt Swissmedic. «Nach jetzigem Kenntnisstand führten unabhängig von den Impfungen auftretende Erkrankungen wie Infektionen, kardiovaskuläre Ereignisse oder Erkrankungen der Lungen und Atemwege zum Tod.»

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