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Firmengründungsboom hält an – Privatkonkurse nehmen zu



ZU KONKURSVERFAHREN UND DIE ARBEIT AUF DEM KONKURSAMT ZUERICH (ALTSTADT) STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Ein Mitarbeiter des Konkursamtes Zuerich (Altstadt) klebt mit Siegeln ein Schreiben des Amtes an die Glastuer eines Tanzlokales, um dessen Konkurs anzukuendigen, fotografiert am 25. November 2020 in Zuerich. Anschliessend versiegelt der Mitarbeiter die Tuer von aussen. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: keystone

Die rekordhohe Gründungswelle in der Schweiz rollt weiter. Und auch die Konkurse sind - Coronahilfen sei Dank - weiter rückläufig. Dafür melden mehr Privatpersonen Konkurs an.

Im Februar wurden 4'392 Firmen neu im Handelsregister eingetragen, das entspricht einer Zunahme um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Löschungen aus dem Handelsregister nahmen gleichzeitig mit 3.5 Prozent deutlich weniger stark zu. Unter dem Strich legte die Zahl der Firmen im Februar gegenüber dem Vorjahr damit um 21.4 Prozent zu.

Im Januar und Februar zusammen ging das Nettowachstum der Firmengründungen im Vorjahresvergleich um knapp einen Fünftel hoch: Die Gründungen legten um 5.7 Prozent zu, während die Löschungen mit -1.8 Prozent rückläufig waren.

Geht es in diesem Takt weiter, dürften Ende 2021 über 690'000 Unternehmen im Schweizer Handelsregister registriert sein, wie der Schweizerische Gläubigerverband Creditreform am Dienstag mitteilte. Das wären gut 18'000 mehr als 2020. Dabei war das vergangene Jahr in Bezug auf die Gründungen bereits ein Rekordjahr.

Weniger Konkurse wegen staatlichen Hilfen

Dass die Löschungen aus dem Handelsregister im Januar und Februar zurückgingen, geht laut Creditreform auf die tieferliegende Zahl der Firmenkonkurse im laufenden Jahr zurück. Als Grund nennt der Verband die staatlichen Hilfen wie Notkredite und Härtefallregelungen für bestimmte Branchen. Dadurch entwickle sich die Zahl der Insolvenzen «paradoxerweise» nach unten.

Weil die Auswirkungen der Coronakrise erst ab dem April letzten Jahres spürbar wurden, sei es deshalb nicht verwunderlich, dass die Zahl der Konkurseröffnungen im Februar 23 Prozent unter dem «ganz normalen» Vorjahresmonat liegt.

Schätzungen, wie sich die Konkurszahlen bis Ende Jahr entwickeln könnten, sind laut Creditreform derzeit nicht möglich. Es sei aber klar, dass die Aufhebung der coronabedingten Massnahmen für viele Betriebe zu spät kommen würden. Besonders im Bereich der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche müsse mit Verlusten gerechnet werden. Wie viele Konkurse am Ende die Folge seien, hänge stark davon ab, wann die zur Verfügung gestellten Massnahmen ihre Wirksamkeit verlieren würden.

Mehr Privatinsolvenzen

Zugenommen hat allerdings die Zahl der Privatinsolvenzen. Allein im Februar sei hier ein Zuwachs von 18 Prozent verzeichnet worden, heisst es. Und die Situation dürfte sich nach Einschätzung von Creditreform noch verschärfen: Denn zunehmende Firmenkonkurse führten zu Arbeitsplatzverlusten. Das wiederum dürfte dazu führen, dass manche Menschen ihre Ersparnisse aufbrauchen und in der Folge Konkurs anmelden müssen. (aeg/sda/awp)

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