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Briefe von der Heimatfront (1)

Briefe von der Heimatfront

Zum Geleit



Leo Fischer

Liebe Deutsche in der Schweiz, liebe Schweizer mit Deutschenkontakt!

Die Redaktion dieses seltsamen neuen Onlinemagazins hat mich gebeten, hier wöchentlich über Ihre spezifische Problemlage zu schreiben, und da es wirklich ein seltener Glücksfall ist, dass man als Deutscher von Schweizern überhaupt noch zu irgendwas eingeladen wird, habe ich der Bitte guten Gewissens entsprochen. Denn es wird höchste Zeit, dass die deutsche Diaspora in der Schweiz etwas Rückendeckung aus der Heimat erhält, wo ihre Nöte, aber auch ihre Leistungen zu oft unter den Tisch fallen.

Zu Unrecht - handelt es sich bei der bundesrepublikanischen Einwanderungswelle in die Schweiz doch um nichts weniger als die grösste deutsche Expansionsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg! Diese Kolumne soll daher einerseits den deutschen Kolonisten helfen, in der Auseinandersetzung mit der ungezähmten Wildnis und den Eingeborenen den Mut nicht zu verlieren. Bekanntlich erleiden die meisten Einwanderer erst einen ziemlichen Kulturschock. Die sind ja gar nicht wie wir, rufen sie dann, dabei sprechen sie doch unsere Sprache! Natürlich, möchte man hier antworten – aber das tun Papageien auch. Und trotzdem leben Deutsche und Papageien in völlig unterschiedlichen Lebenswelten. 

Gleichzeitig bieten einige Eidgenossen der Eroberung ihrer Heimat erheblichen, wenn auch sinnlosen Widerstand. Ich möchte daher den Invasoren gelegentlich auch einen Schlachtplan liefern, wie sie die deutsche Dominanz in den Sektoren Bildung und Management noch stärker durchsetzen und festigen können. Besonders das Gesundheitswesen scheint mir hier geeignet – Stichwörter wie Ärzteverschwörung, «Impfaktion», Massensedierung sollen vorerst genügen.

Vor allem aber soll diese Kolumne auch Updates aus dem grossen Kanton anbieten – und dadurch den Willen festigen, in der Schweiz zu bleiben. Wenn Sie wüssten, wie's hier gerade zugeht! Ein Saustall! Bleibt erst mal drüben bzw. drunten! Denn so schlimm es Ihnen, liebe Exilanten, in der Schweiz gehen mag – eine schwerbewaffnete Gebärmaschine wie Ursula von der Leyen haben die Eidgenossen noch nicht hervorgebracht.

Nicht zuletzt soll diese Kolumne aber auch den Schweizern helfen, die Einwanderer besser zu verstehen: Hinter dem grossmäuligen Angebergehabe der Deutschen steckt oft der Wunsch, ganz einfach nur akzeptiert bzw. von Schweizern bewundert zu werden; und mit ihren Windjacken, klobigen Allwetterschuhen, schnarrenden lauten Stimmen und klugen Ratschlägen wollen sie einfach bloss die eigene Hilf- und Geschmacklosigkeit unterstreichen. Versuchen Sie, Geduld mit den rohen Sitten und ungeschliffenen Manieren der Kolonisten zu üben. Seien Sie eine zauberhafte Berg-Pocahontas für den rüpelhaften Herrn Schmidt! Damit dieser Krieg dereinst mit so wenig Opfern wie möglich zu Ende geht.

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen.

Hier schreibt Leo Fischer auch: Titanic

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