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Der Zürcher an sich ist ein cooler Hund.

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag. Ich wohne seit knapp zwei Jahren in der Stadt Zürich (ursprünglich aus Chur) und habe bis jetzt noch keinen Anschluss gefunden und mir fehlt ein Freundeskreis, vor allem Freundinnen.

Leider fühle ich mich des öfteren einsam, denn auch in Chur sind alle meine Freundinnen schon verheiratet und haben Kinder. Wo kann man neue Freundinnen bzw. den Anschluss finden? Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als endlich anzukommen. Rea, 27



Liebe Rea 

Nur zu gerne würde ich Ihnen gut zureden und sagen, hey! ruhig Blut, das wird schon. Aber Zürich ist diesbezüglich ein verdammt hartes Pflaster. Der Zürcher an sich (ich mag es wahnsinnig gern, mein nahes Umfeld mit solchen Verallgemeinerungen in Rage zu bringen) ist einfach unsäglich unglaublich wahnsinnig cool drauf und hat es so was von überhaupt nicht nötig, jemanden Neues kennenzulernen. Und schon gar nicht eine Nicht-Zürcherin wie Sie. Da geht es Ihnen in ungefähr so, wie den unliebsamen Deutschen in der Stadt.

Sie sollten sich abends mal in eine Bar setzen und das Balzverhalten der Zürcher beobachten! Es ist unerträglich. Da sind zwar zwei vollkommen offensichtlich heiss aufeinander. Aber sie ist viel zu eitel und zu eingebildet, um es sich anmerken zu lassen. Und er ist einfach nur ein cooler Hund und verbringt seine Zeit lieber damit, sich im Spiegel hinter dem Tresen anzuhimmeln. Schlussendlich gehen beide allein nach Haus. Nur weil sie zu prätentiös waren, die Hosen auch nur spaltbreit runter und sich was anmerken zu lassen. Ich habe das schon tausendfach erlebt und es erstaunt mich dennoch immer wieder aufs Neue. Es ist vermutlich nirgendwo auf der Welt anspruchsvoller, jemanden kennenzulernen. Sei's Frau oder Mann. Ich mag sie ja, die Zürcher. Aber diesbezüglich haben sie einen an der Waffel.

Wenn Sie hier Fuss fassen wollen, müssen Sie sich entweder an die Leute bei der Arbeit halten (Sie haben doch Arbeit, oder?) oder einem Verein beitreten. Ich persönlich würde zwar eher auswandern, als mich einem Verein anzuschliessen. Aber ich glaube schon, dass es hilft. Oder Sport! Machen ausser mir ja praktisch alle. Ich denke zwar nicht, dass man sich mit den arschvergleichenden Weibern aus der Dusche im Fitnesscenter anfreunden sollte, aber ein sympathisch geleiteter Yogakurs könnte eine gute Basis sein.

Aber vielleicht gehen Sie der körperlichen Tätigkeit aus dem Weg, so wie ich es auch zu tun pflege. Dann bleibt Ihnen immer noch die virtuelle Welt zum Knüpfen von Kontakten. Auf Facebook ist es sehr niederschwellig und dadurch ein Kinderspiel. Oder stellen Sie eine Anzeige auf Ron Orp! Wenn Sie dort schreiben, dass Sie Freunde suchen, wird sich (aus oben genannten Gründen) zwar mit Sicherheit keine Zürcherin und kein Zürcher melden, aber ich fand die vielen Basler, Berner und Bündner (ja sogar Aargauer!) in Züri schon immer viel charmanter! Und sonst halten Sie sich an die vielen Deutschen. Denen ergeht es erstens genau so wie Ihnen und die sind zweitens viel entspannter drauf.

In diesem Sinne: Hey! ruhig Blut, das wird schon.

Alles Gute und Liebe! Ihre Kafi.

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Kafi Freitag 

Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltags-Fragen ihrer Leserschaft. Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.freitagcoaching.ch) und verkauft mit viel Herzblut Hochzeitskleider. Sie ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes, wohnt mitten im Zürcher Kreis 4 und versucht, ihren Alltag so vernünftig wie nötig und amüsant wie möglich zu leben.

Fragen an Frau Freitag?
Mail an: kafi@fragfraufreitag.ch

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