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Yonnihof

Bild: Shutterstock

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Wenn Monate Menschen wären – Part II

Yonni meyer



Nun folgt also der zweite Teil meiner Monat/Mensch-Studie. 

July Hugentobler, wie bereits erwähnt, ist der Hottie der Gruppe. Gerne hüpft sie, nur ein weisses Tanktop tragend, durch Rasensprenger in der Gegend und macht alle Buben wild. Besonders clever ist sie zwar nicht, aber das Tanktop war bisher für alle Kompensation genug. Wenn sie mal Miss Schweiz wird, adoptiert sie ganz viele kleine Kätzchen und wünscht sich einen weissen VW Golf mit einem Playboy-Bunny am Rückspiegel. Und den Weltfrieden. 

Augustin Müller ist der Patriot unter den Monaten. Logischerweise, beherbergt er doch den Nationalfeiertag unserer schönen Patria. In seiner Freizeit geht er gerne zum Hornussen, raucht Villiger Krumm und chlopft im Hirschen gerne einen Jass. Aber nicht mit dem Honegger Kari, weil der nie die Trümpfe zählt. Am liebsten aber schaut er den ganzen Tag aus dem Fenster und regt sich lautstark über das Verhalten seiner Nachbarn auf – gerne geht er auch nachts durchs Quartier und lauscht, ob jemand eine Party feiert, nur um gleich darauf die Polizei anzurufen und sich über den Lärm zu beklagen. 

«Silvio September hatte mal was mit July Hugentobler, aber dann kam Augustin dazwischen...»

Silvio September weiss nicht so recht, ob er sich alt oder jung fühlen soll. Manchmal schmeisst er noch Sommerpartys, während er fürs drauffolgende Wochenende schon das Iglu parat stellt. Er hatte mal was mit July Hugentobler, aber dann kam Augustin dazwischen. Höhö.  

Michelle Oktober ist mega ethno. Also so richtig esoterisch. Schmeisst mit bunten Blättern um sich, erzählt allen ungefragt ihr Horoskop und macht Voraussagen über die Länge und die Härte des Winters. Sie trägt dabei eine freche, asymmetrische Kurzhaarfrisur und nur einen Ohrring und duftet immer sehr nach Sandelholz. Ihre Birkenstock zieht sie nur im alleräussersten Notfall aus – zum Beispiel fürs Yoga. 

Ja, und dann wäre da noch Madeleine November. Die Ärmste ist seit Jahren schwer depressiv. Ihre Kleider sind grau in grau in schwarz in chotzbeige. Ihre Haare sind vom Wind zerzaust, die Schuhe haben Löcher, der Mantel ist abgewetzt. Oft sitzt sie allein auf einem Bänkli im Regen und nickt, weil sie es nur logisch findet, dass es nun, da sie sich einmal nach draussen begeben hat, natürlich zu regnen beginnen muss.  

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Madeleine November am Fenster (traurig). Bild: Shutterstock

Das Schlusslicht der Gruppe, und gleichzeitig der glorioseste aller Monate, ist Balthasar Dezember. Gülden und warm und heimelig nimmt er die Menschen entgegen, die niedergeschlagen von ihrem Treffen mit Madeleine November an seine Türe klopfen. Er hat Löckchen aus Lametta, Kleider aus Geschenkpapier und an seinen Schuhen hängen goldene kleine Glöckchen, die man leise bimmeln hört, wenn er leise durch den Schnee stapft. Die anderen Monate behaupten ja, er sei schwul. Niemand weiss es. Ist wohl einfach der blanke Neid... 

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Yonni Meyer

Sie gilt als das neueste Schweizer Facebook-Phänomen: Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen - direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony - aber nicht weniger unverblümt. 

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The Unfuckables

Die Hölle, das sind die anderen.

Heute habe ich mal wieder ein neues Wort gelernt. «Incels». Gelesen habe ich es im Artikel von Jovin Barrer.  

Incel, das ist die Zusammensetzung aus «Involuntary» und «Celibates». Ungewollte Singles also. Nein, falsch: Unfreiwillig Sexlose. Und zwar männliche unfreiwillig Sexlose. Eine Subkultur hat sich gebildet, deren Grundcredo es ist, den Mangel an Sex in ihrem Leben zu monieren.  

Ich kenne mindestens 100 Menschen, die das von ihrem momentanen Zustand auch sagen …

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