DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Yonnihof

Ich liebe dich, Spülmaschine!

Bild: shutterstock



Yonnihof Yonni Meyer

Herzlich willkommen zum Valentinstag 2017. Oder wie wir Singles ihn nennen: Dienstag.  

Wenn andere sich gegen Abend aufgeregt in Schale werfen und sich bei Kerzenlicht Liebesschwüre zuflüstern, ist unser Tageshighlight «Goodbye Deutschland» im Pischi auf dem Sofa. Kommt ja schon recht nah ran. Seien wir ehrlich: Was ist romantischer als drei Stunden lang Jens Büchners Gesicht anzuschauen?  

Nun gut. Da dieser von uns frei definierte «Tag der Liebe» sich nicht nur für Floristen und Patisserien auszahlen und sich nicht ausschliesslich vergebene Menschen ihre Liebe sollten zeigen können (Zeigen sollen könnten? Könnten zeigen sollen?), habe ich mir überlegt, hier einmal sehr prominent meine ganz eigenen Liebesschwüre zu platzieren.  

Ich liebe dich, Spülmaschine!

Ganz ehrlich. Gibt’s etwas, das meine Liebe am meisten verdient: Du bist es! Du treues, treues Ding, du. Auch fünfmal wieder aufgebackenes Kartoffelgratin vermag deinen Fähigkeiten nicht stand zu halten. Nach wilden Partys bekommst du auch mit Bier übergossene und dann festgetrocknete Erdnussflips wieder von Omas Geschirr. Ja, und sogar das eine Mal, als ich dich in besoffenem Zustand mit Wasch- anstatt Spülmittel befüllte: Auch diese unfreiwillige Ü40-Schaumparty hast du stoisch über dich ergehen lassen. Finde man mal einen Mann, der sowas mitmacht. Ach, ich liebe dich.  

Ich liebe dich, Päcklipöstler!

Ich liebe meinen Päcklipöstler. So ein wahnsinnig netter Mann. Dingdong, geht die Klingel und alsbald tönts aus der Gegensprechanlage: «Pakeeeeet, Pooooost», «Ich chume grad abe», «Okeeeeeeeee». Er lacht immer. Immer. Und wenn ich ihn im Quartier rumdüsen sehe, dann winkt er mir. Und ich winke ihm. Man kann sagen, es ist schon fast Facebook-offiziell zwischen uns.  

Ich liebe dich, Supermarkt-Einer-Fondue!

Ah nei, das war auf der «So tief werde noch nicht mal ich jemals sinken»-Liste, sorry.

Ich liebe dich, Bett!

Und das meine ich jetzt komplett unsexuell und platonesisch. Du und ich, das geht tiefer als nur Sex. Du bist immer da, wenn ich nach Hause komme. Du beschwerst dich nicht, wenn ich mich nicht abschminke, bevor ich eins deiner Kissen mit Rouge und Mascara beschmiere. Du hast mich weinen gesehen, du hast mich krank gesehen, du hast mich glücklich gesehen. Dich vermisse ich am meisten, wenn ich weit weg bin. Und in dir macht man die schönste Nebensache der Welt: Schlafen. Du hast für immer einen Platz im Schlafzimmer meines Herzens. I love you, Bett!  

Ich liebe dich, Gin!

Gansss ehlich, mfall. Du bisch sallerbschte Getränk im gsammte Univrssum! Vill bessr als Hierbas aber pssssschhhhht, sägsniemertem...  

Ich liebe dich, Einfach-So-Situation!

Ich liebe fast nichts mehr, als wenn per Zufall oder überraschend etwas Wunderbares passiert. Das erklärt vielleicht auch meine Skepsis dem Valentinstag gegenüber, weil das nichts Zufall und nichts Überraschung ist und man soviel erwartet, dass die Gefahr, enttäuscht zu werden, am «Tag der Liebe» grösser ist als an den anderen 364 Tagen im Jahr. Und das ist ja genau nicht Sinn und Zweck. Auf jeden Fall macht's mich extrem glücklich, wenn zum Beispiel plötzlich die Sonne durchbricht, wenn eigentlich Nebel angesagt war. Oder wenn man per Zufall jemanden an einem Ort trifft, wo man ihn überhaupt nicht erwartet. Oder wenn sich jemand, den man lange nicht gesehen hat, aus dem Nichts bei einem meldet und einen treffen will. Oder wenn der Lehrer krank ist und man einfach so zwei Freistunden hat (sorry Lehrer). Oder wenn man halt am 17. Juni Blumen bekommt, einfach so. Oder wenn einem jemand das Portemonnaie bringt, das man zuvor auf dem Bahnsteig verloren hat, und noch alles drin ist.    

Ich liebe euch, Mama und Papa!

Ja, man sagt's nicht oft genug. Man sollte aber. Danke für euren Beistand auf meiner Lebensreise. Danke, dass die guten Zeiten genossen und die schwierigen Zeiten vergeben wurden. Danke, dass Ihr mir immer das Gefühl gegeben habt, ich könne alles werden, was ich will. Danke, dass Ihr mir Freimut und Durchhaltevermögen mitgegeben habt. Danke, dass Ihr mir beigebracht habt, dass ich auch meine Fehler haben darf und ihretwegen kein schlechter Mensch bin, sondern halt einfach ein Mensch. Danke für alles, ich liebe Euch!  

P.S. Falls Sie Ihren Eltern das schon lange nicht mehr gesagt haben und es gerne tun möchten, tun Sie’s doch jetzt. Nicht später und nicht morgen, sondern jetzt.

Yonni Meyer

Yonni Meyer (35) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
Pony M. auf Facebook
Yonni Meyer online

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Yonnihof

Schwanger!

Vom Tag, der mein Leben für immer veränderte.

Ich hatte mir das alles ja ganz anders vorgestellt.

Ich dachte, mein Körper würde mir Rosamunde Pilcher-artig (rest in peace, Rosy) rückmelden, dass das Wunder des Lebens in mir reift. Süsse Lendenfrüchtchen-Vibes. Oxytocin-getränkte Benommenheit. Wie ein Nebel aus regenbogenfarbigen Einhorntränen würde sich die zukünftige Mutterschaft über meine Weltsicht legen. Den Brüdern Grimm würde SCHLECHT werden, da war ich mir sicher.

Am Ende waren da einfach nur diese riesigen Möpse. Wir waren …

Artikel lesen
Link zum Artikel