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Wenn Monate Menschen wären...

Yonni Meyer



ADVENTSKALENDER 2013 - BILD 11 VON 24 BILDERN –Eine Schneemann steht am Dienstag, 17. Februar 2009 vor einem Hauseingang in Weinfelden. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Genau wie Wochentage lassen sich meiner Meinung nach auch die Monate in Menschengestalt transferieren. Der Januar zum Beispiel ist ein bisschen ein Loser, der nur per Zufall an den Anfang des Jahres gerutscht ist. Vielleicht heisst er ja Andi mit Vornamen und der- oder diejenige, der die Monate erfunden hat, ist einfach alphabetisch vorgegangen.

Andi Januar kommt bei seinen Kollegen nur dadurch gut an, dass man die ersten beiden seiner Tage (in gewissen Kantonen sogar nur einen) frei hat. Er ist also das Kind, dessen Eltern einen Pool haben und den man nur deswegen ab und zu an den Feez einlädt. Ansonsten ist er eher ein trüber, kalter Zeitgenosse (ausser dieses Jahr, wo er sich gekonnt dragqueenmässig als Oktober verkleidet hat – pf, als ob man das nicht merken würde).

Beatrice Februar hingegen vertuscht ihre Kälte und ihre Frostigkeit mit einem Riesentamtam um diesen vermaledeiten Valentinstag. Oooooh, wir müssen uns alle Blumen schicken, je Langstiel desto gern. Bla. Beatrice ist auch immer so bitz rosa angezogen – macht den ganzen Scheiss voll mit. Wie wenn man nicht merken würde, dass sie eigentlich eine fucking Eiskönigin ist, die Autobahnen und Gehwege in Rutschbahnen verwandelt und mit einer bösartigen Freude beim Brechen von Steissbeinen zuschaut. Bitch.

«Felix März ist froh, dass Ostern nicht in seinen Tätigkeitsbereich fallen - weil er nämlich immer kichern muss, wenn jemand ‹Eier› sagt.»

Dann ist da Felix März. Felix ist in der Pubertät. Bei ihm ist einiges am Erwachen, aber eben doch noch nicht. Manchmal traut er sich wagemutig mit Schlüsselblüemli und Krokus an ein Mädchen ran – manchmal nimmt wieder das Kind in ihm Überhand, das gerne in Schneestürmen spielt. Und er ist immer ziemlich froh, wenn Ostern nicht in seinen Tätigkeitsbereich fallen – weil er nämlich immer kichern muss, wenn jemand «Eier» sagt. 

Yonni Meyer

Yonni Meyer

Sie gilt als das neueste Schweizer Facebook-Phänomen: Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen - direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony - aber nicht weniger unverblümt. 

Pony M. auf Facebook
Yonni Meyer auf Facebook

Michi April ist das Schlitzohr der Gruppe. Findet es megaläss, die Menschen an der Nase herum zu führen. Beginnen tut er damit selbstverständlich am 1. April und führt die Verarscherei dann seinen ganzen Verlauf über auf Wetterebene weiter. «Ach, Ihr habt schon alle die Sommerpneus montiert? Wäre saublöd, wenn’s jetzt zu schneien beginnen würde, hä?» Zieht sein Handy und ruft die blöde alte Frau Holle an. Alles Spielverderber. 

Fabienne Mai (Tochter des Karl) ist von Beruf Innen- und Aussendekorateurin. Mit einem Zauber belegt sie jedes Jahr tausende von Frauen, die dann wie wild ihre Haustüren, Vorgärten, Balkone, Badezimmer und Zimmerbrunnen neu dekorieren. Weisch, so chli fräch und pöppig. Und bloss nicht die Weiden- und Kirschzweige vergessen. Am besten noch Mäschli und Herzli aus Pappmaché dran hängen. Das macht Fabienne Mai glücklich. 

Und dann ist da noch June Hugentobler. Die Gute ist immer ein wenig im Kampf mit ihrer Zwillingsschwester July, aber July (von der wir in einem baldigen Text noch lesen werden) ist einfach «heisser»... 

Ihr seht, unter den Monaten finden sich einige Charaktere. Also seid dem Januar nicht böse, wenn er mal bitz matschig und trübe ist. Nun wisst Ihr ja, er hat halt einfach keine Freunde.

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