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Wasserstoff-Auto bricht Reichweiten-Rekord + Das sind die weltweit meistverkauften E-Autos

Die wichtigsten News aus der spannenden Welt der Elektromobilität.
07.06.2021, 16:54

Top 10 E-Auto-Marken in der Schweiz

Tesla dominiert in der Schweiz. Fast 20'000 der nicht ganz günstigen E-Mobile aus dem Hause Musk haben hierzulande bereits eine Käuferin oder einen Käufer gefunden. Renault bringt es im Total auf knapp 9000 und BMW auf knapp 5000 verkaufte Elektroautos. Das ergibt eine Auswertung der «Handelszeitung» auf Basis der Daten des Bundesamtes für Strassen (Astra) und des Bundesamtes für Statistik.

In der ewigen Rangliste führt Tesla mit grossem Abstand auf Renault und BMW.

Auf Schweizer Strassen sieht man vor allem Teslas Model S und 3, Renaults elektrischen Kleinwagen Zoe und den futuristischen BMW i3. Dass diese drei Marken im ewigen Ranking führen, ist relativ logisch, da sie alle seit vielen Jahren Elektroautos anbieten.

Etwas anders sieht das Bild aus, wenn man die aktuellen Verkaufszahlen betrachtet: Das seit Jahresbeginn meistverkaufte Elektroauto in der Schweiz ist VWs neuer Kompaktwagen ID.3, was uns zu Kapitel 2 bringt.

Top 15 E-Autos in der Schweiz (2021)

Die meistverkauften Elektroautos in der Schweiz seit Jahresbeginn:

  1. VW ID.3
  2. Tesla Model 3
  3. Renault Zoe
  4. Fiat 500
  5. Audi E-Tron
  6. VW ID.4
  7. Volvo XC40
  8. Polestar 2
  9. Hyundai Kona
  10. BMW i3
  11. Peugeot 208
  12. Mercedes-Benz EQC
  13. Porsche Taycan
  14. Skoda Enyaq (neu in den Charts)
  15. Opel Corsa
Neuzulassungen von Januar bis Mai 2021 in der Schweiz. Tippe auf die Balken, um die Zahlen auf dem Handy zu vergrössern.

Der ID.3 von VW hält seine Spitzenposition auch im Mai. Da Tesla jeweils gegen Quartalsende besonders viele Autos ausliefert, könnte das Model 3 im Juni Rang 1 zurückerobern.

Insgesamt haben sich die Verkäufe von Elektroautos (+98,8 Prozent auf 8'629 Neuzulassungen) in den ersten fünf Monaten gegenüber der Vorjahresperiode verdoppelt. Plug-in-Hybride (+141,9 Prozent auf 8'070 Neuzulassungen), die ebenfalls am Stromnetz geladen werden können, wuchsen noch stärker. Der gemeinsame Marktanteil dieser «Steckerfahrzeuge» (E-Auto und Plug-in-Hybride) liegt neu bei 17 Prozent – nach 9,7 Prozent vor einem Jahr.

BMWs Elektro-Limousine i4 kommt

Der elektrische BMW i4

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BMW i4
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Elektrische SUV und Kleinwagen gibt es inzwischen reichlich, im Bereich der Coupés oder sportlichen Limousinen ist die Auswahl hingegen mager. BMW will das nun ändern. Der BMW i4 ist eine fünftürige Fliesshecklimousine, die im November 2021 mit Heck- oder Allradantrieb erscheinen soll. Erste Bilder zeigte BMW bereits im März, nun sind auch die technischen Daten bekannt.

Der BMW i4 mit Heckantrieb hat eine Reichweite nach WLTP von 590 Kilometern, das stärkere Allrad-Modell i4 M50 soll mit der gleich grossen Batterie bis 510 km zurücklegen können. Aufgeladen wird mit 11 kW an der heimischen Wallbox bzw. mit bis zu 200 kW an einer Schnellladestation. Ein typischer Ladevorgang (10 bis 80 Prozent) soll im optimalen Fall 31 Minuten dauern, was ein aktuell sehr guter Wert wäre. Das Ladesystem ermöglicht laut BMW, in zehn Minuten eine Reichweite von 164 km beim i4 bzw. 140 km beim i4 M50 nachzutanken. Apropos Energie: Der 81 kWh (netto) grosse Akku soll am Ende seines Lebenszyklus zu 90 Prozent wiederverwertet werden können.

Preislich startet die Oberklasse-Limousine bei knapp 70'000 Franken.

Toyotas Wasserstoff-Auto bricht Reichweiten-Rekord

Toyota fährt mehrgleisig und baut nebst Verbrennern, Hybriden und neuerdings Elektroautos auch weiterhin Wasserstoff-Autos. Letzte Woche gaben die Japaner bekannt, dass der Toyota Mirai der zweiten Generation die Weltrekord-Reichweite auf 1003 Kilometer mit einer einzigen Tankfüllung erhöht habe. Das Auto sei danach nach nur fünf Minuten Betankung für weitere Fahrten wieder bereit gewesen. Die Fahrt erfolgte auf öffentlichen Strassen in Frankreich mit «einem verbrauchsschonenden Fahrstil», wie Toyota schreibt.

Damit übertrafen die Japaner den kurz zuvor verkündeten Rekordwert von Hyundai. Das Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug Nexo der Südkoreaner legte mit einer Wasserstoff-Tankfüllung 887,5 Kilometer zurück. Den vorherigen Rekord (778 Kilometer) hielt der Schweizer Solar-Impulse-Gründer Bertrand Piccard.

Haben Wasserstoff-Autos bei der Reichweite einen uneinholbaren Vorsprung? Nicht unbedingt, denn auch Elektroautos steigern ihre Reichweite von Jahr zu Jahr. So soll Teslas überarbeitetes Model S Plaid je nach Konfiguration bis 663 km zurücklegen. Der kommende Merceds EQS fährt laut Hersteller bis zu 770 km weit.

Was VW-Chef Herbert Diess von Wasserstoff-Autos hält 👇

Der Grund seines Tweets: Führende deutsche Politiker wollen Wasserstoff-Autos fördern. Bei VW-Chef und Elektro-Turbo Herbert Diess kommt dies ganz schlecht an. Auf Twitter schreibt er an die Adresse der Politiker gerichtet:

«Das Wasserstoff-Auto ist nachgewiesen NICHT die Klimalösung. Im Verkehr hat sich die Elektrifizierung durchgesetzt. Scheindebatten sind reine Zeitverschwendung. Bitte auf die Wissenschaft hören!»

Diess bezieht sich bei seinem Tweet auf eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, die feststellt, dass die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie für Autos zum jetzigen Zeitpunkt noch zu unausgereift sei, um eine klimafreundliche Lösung zu sein. Das liege vor allem daran, dass der Kraftstoff noch zu ineffizient und in der Herstellung viel zu teuer sei. Die Wasserstoff-Lösung (E-Fuels) für Personenwagen komme daher für den Klimaschutz viel zu spät. Kraftstoffe aus Wasserstoff sollten auf diejenigen Anwendungen beschränkt werden, die kaum elektrifizierbar seien, etwa im Bereich der Langstreckenflüge. An der Studie waren auch Schweizer Forscherinnen und Forscher beteiligt.

Die weltweit meistverkauften E-Autos im April

grafik: ev-sales

Das nur in China verkaufte Billig-Elektroauto Mini EV von Wuling war im April einmal mehr ein Verkaufsschlager. Mit grossem Abstand folgen je zwei Modelle von Tesla und VW.

Im April das meistverkaufte E-Auto der Welt: Der Kleinstwagen Wuling Mini EV.
Im April das meistverkaufte E-Auto der Welt: Der Kleinstwagen Wuling Mini EV.

Tesla hat von Januar bis April rund 216'000 E-Autos verkauft, SAIC GM Wuling (SGMW) aus China 133'000 und VW 47'000. Die Deutschen liegen also (noch) weit zurück, haben aber nun mit dem Mittelklasse-SUV ID.4 und dem Kompaktwagen ID.3 zwei potenzielle Verkaufsschlager. Der ID.3 wird nur in Europa verkauft, was seinen fünften Platz in der weltweiten Verkaufshitparade im April umso eindrücklicher macht.

Mit Blick auf die Top 5 ist zudem spannend, dass Teslas neuer Elektro-SUV Model Y im April erstmals den bisherigen Verkaufshit Model 3 überflügeln konnte. Insgesamt liegt das Model 3 in diesem Jahr mit global über 141'000 Neuzulassungen bis Ende April aber noch weit vor dem Model Y (rund 72'000).

Ab Ende 2021/ Anfang 2022 dürften die Verkaufszahlen des Model Y mit der Eröffnung der Gigafactory 4 in Deutschland in die Höhe schnellen. Tesla will in Grünheide bei Berlin bis 500'000 Elektroautos pro Jahr für Europa fertigen.

VW-Gruppe zieht in Westeuropa an Tesla vorbei

Weltweit ist Tesla mit Abstand der grösste E-Auto-Produzent, dahinter folgen SGMW aus China und VW (siehe Kapitel 6). Die Deutschen sind aber vor allem in Europa unter Strom und haben Tesla in den letzten Monaten abgehängt.

Die VW-Gruppe, dazu zählen Audi, Skoda, Seat und Porsche, baut ihren Vorsprung in Westeuropa auf Tesla aus. Die Volkswagen-Marken verkaufen inzwischen rund doppelt so viele E-Autos in Westeuropa. Tesla zog zwar ab Anfang 2019 mit dem Model 3 davon, inzwischen kurbeln aber VWs neue Modelle ID.3 und ID.4 die Verkäufe der Deutschen massiv an.

Teslas Absatz in Europa wird voraussichtlich bis zum Produktionsstart des neuen Elektro-SUV Model Y in Deutschland stagnieren und erst 2022 anziehen. Dies nicht zuletzt, weil sich auch das aufgefrischte Model S Plaid bis zum nächsten Jahr verzögert. Die VW-Gruppe bringt mit dem Skoda Enyaq, Audi Q4 E-Tron und Seat/Cupra Born noch in diesem Jahr mehrere E-Modelle auf die Strassen.

E-Auto-Verkäufe in Westeuropa im April 2021

Tesla taucht in der Rangliste im April nicht auf, weil die Amerikaner jeweils erst im letzten Monat eines Quartals den Grossteil ihrer Autos in Europa ausliefern.
Tesla taucht in der Rangliste im April nicht auf, weil die Amerikaner jeweils erst im letzten Monat eines Quartals den Grossteil ihrer Autos in Europa ausliefern.
bild: jato

Im April 2021 wurden in Europa insgesamt 338 Prozent mehr E-Autos als im April vor einem Jahr verkauft. Zu beachten ist, dass vor Jahresfrist aufgrund der Corona-Situation allgemein sehr wenig Autos verkauft wurden. Insbesondere Westeuropa ist inzwischen gemeinsam mit China der wichtigste E-Auto-Markt, dies mit grossem Abstand auf Nordamerika.

Elektroautos verdrängen Benziner in Norwegen

Elektroautos haben in Norwegen im Mai einen Marktanteil von 60,4 Prozent erreicht. Der Anteil der Plug-in-Hybrid-Autos, die ebenfalls am Stromnetz geladen werden können, erreichte 21,8 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2020 stieg der Absatz von Elektroautos um 146,6 Prozent.

Das meistverkaufte Auto im hohen Norden war der neue, elektrische Ford Mustang Mach-E.

Ford Mustang Mach-E: Im April die Nummer 1 in Norwegen

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Ford Mustang Mach-E
quelle: ford
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Mit dem Skoda Enyaq auf Platz 3 und VWs ID.4 auf Platz 4 dominieren reine E-Autos inzwischen die norwegische Verkaufshitparade. Auf Platz 2 liegt mit dem Toyota RAV4 ein Plug-in-Hybrid.

Norwegen will ab 2025 keine Verbrenner mehr als Neuwagen zulassen.

Und zum Schluss noch dies: Frunk!

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Top 10 weltweit meistverkaufte E-Autos 2020

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