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Die «Playstation Classic»: klein, handlich und süss.
Die «Playstation Classic»: klein, handlich und süss.
bild: zvg
Review

Eigentlich wäre die «Playstation Classic» eine coole Idee, aber Sony hat gepfuscht

Sie ist da und sie ist süss. Die Minikonsole «Playstation Classic» lässt viele Game-Erinnerungen aus den 90ern aufflackern. Doch beim genauen Hinsehen macht sich auch Enttäuschung breit.
06.12.2018, 20:04

Ende 1994 erschien in Japan, und im Jahr darauf auch bei uns, eine Spielkonsole, die schlicht Game-Geschichte geschrieben hat. Sonys «Playstation» war ein riesiger Erfolg und krempelte einen ganzen Industriezweig um. Hunderte von Spielen erschienen für die graue Kiste. Zwanzig davon sind jetzt in der «Playstation Classic» vorinstalliert und laden zu einer Nostalgiereise ein. Was Nintendo mit den Miniversionen NES Classic und Super NES Classic vorgemacht hat, müsste ja eigentlich auch mit einer anderen Kultkonsole funktionieren. Eigentlich…

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Das gefällt…

Wenn man die Verpackung langsam öffnet und dann die kleine Playstation erblickt, macht sich automatisch ein breites Grinsen im Gesicht breit. Wie bei allen anderen Minikonsolen kann man sich auch hier ein «Jöhhh» nicht verkneifen. Die «Playstation Classic» sieht in ihrer geschrumpften Form einfach nur süss aus. Stellt man sie neben das Original aus den 90ern, sieht man, wie man an alle Details gedacht hat. Optisch ist die Minikonsole auf jeden Fall sehr gelungen.

Die kleine Kopie und das Original aus den 90ern im Grössenvergleich.
Die kleine Kopie und das Original aus den 90ern im Grössenvergleich.
bild: zvg

Auch die Controller in der Originalgrösse, gleich zwei Stück sind im Paket dabei, sind schick und liegen bereits wie das Original bestens in den Händen. Analogsticks und Vibrationsfunktion fehlen natürlich. Das macht auch Sinn, denn die erste Controller-Generation der Playstation hatte noch nichts von alldem zu bieten. Da wurden die Figuren noch mit dem alten Steuerkreuz bewegt. Auch wenn das manchmal ein Murks war.

Dieser erste Playstation-Controller war und bleibt legendär.
Dieser erste Playstation-Controller war und bleibt legendär.
bild: zvg

Zur Einstimmung: Der Trailer zur ersten Sony-Minikonsole...

Die Games

Die Spielauswahl ist ok. Zeitlose Klassiker wie «Metal Gear Solid», «Final Fantasy VII», «Tekken 3», «Oddworld: Abe's Oddysee», «Wild Arms», «R4: Ridge Racer Type 4», «Rayman», «Revelations: Persona» oder «Resident Evil: Director's Cut» sind alle dabei. Spielt man diese Perlen, kommen ganz schnell ganz viele wunderbare Erinnerungen an lange Spielnächte hoch.

Coole Werbung zu einem coolen Spiel

Im Mittelfeld tummeln sich die Spiele «Battle Arena Toshinden», «Destruction Derby» , «Grand Theft Auto», «Intelligent Qube», «Jumping Flash», «Mr. Driller», «Super Puzzle Fighter II Turbo», «Tom Clancy's Rainbow Six» und «Syphon Filter», die zwischen nett und ganz ok pendeln.

Immer brav auf die Zwölf!

Und dann sind da aber noch Spielgurken wie «Twisted Metal» und «Cool Boarders 2» in der Sammlung, wo man sich fragt, wie die durch die Qualitätskontrolle durchgewunken wurden.

Das nervt…

Wie bei allen Minikonsolen sind auch hier die Controller-Kabel einfach zu kurz. Knapp 1,5 Meter messen diese und zwingen uns, entweder das Sofa nach vorne zu rücken oder irgendwie vor dem Fernseher auf dem Boden Platz zu nehmen. Daran wird man sich auch mit der Zeit einfach nicht gewöhnen, sind wir doch mit den kabellosen Controllern mittlerweile daran gewöhnt und auch verwöhnt, mit einem gewissen Abstand zum Fernseher in digitale Welten abzutauchen.

Und sind wir ehrlich: Das Menü ist nicht schön. Es ist hässlich. Die Spiele respektive die Cover sind nicht horizontal schön aufgereiht, sondern kreisförmig, in der Luft schwebend angeordnet. Das ist sicherlich eine Geschmacksache, aber das Ganze wirkt lieblos und auch uninspiriert. Hier hätte man schon etwas mehr Liebe zum Medium Videospiel erwartet.

Das Menü ist nett...

Warum einige Spiele in europäischen PAL- und andere in amerikanischen NTSC-Versionen wiedergegeben werden, ist ein grosses Rätsel. Das Problem ist hier, dass einige europäische Versionen merklich langsamer liefen und man vor allem bei Kampf- und Rennspielen einen Geschwindigkeitsverlust verspürte. Wieso man hier nicht durchgehend auf die NTSC-Versionen zurückgriff? Man weiss es nicht...

Kommen wir nochmals zur Spielauswahl. Wie schon weiter oben erwähnt, man darf damit zufrieden sein, denn viele Klassiker haben es in die Sammlung geschafft. Warum man aber Games wie «Gran Turismo», «Wipeout», «Crash Bandicoot», «Silent Hill», «Dino Crisis» oder «Tomb Raider» links liegen gelassen hat, ist ein weiteres Rätsel. Denn gerade diese Spiele haben die Playstation-Ära geprägt und viele Spielerinnen und Spieler haben viele Stunden mit diesen Perlen verbracht.

Kaufen oder nicht?

Schwierig. Über die aufgezählten, technischen Mängel kann man eigentlich hinwegsehen. Wie so oft ist die Software-Auswahl entscheidend. Und hier muss sich jede und jeder selber fragen, ob er mit dieser zufrieden ist und dafür um die 130 Franken ausgeben möchte. Ich finde die Auswahl ok. Persönlich hätte jedoch ein «Wipeout», ein «Tomb Raider» oder das famose «Silent Hill» unbedingt in die Spielesammlung gehört.

Und dann muss man auch mal ehrlich sein: Viele der Spiele sind sehr schlecht gealtert. Die verwaschene, grobkörnige Optik ist alles andere als schön und auch viele Steuerungen brauchen Nerven. Nostalgische Gefühle sind bei der «Playstation Classic» durchaus vorhanden, aber sie sind nicht so intensiv und langanhaltend wie bei Kollege Nintendo.

Vielleicht ist es für die «Playstation Classic» auch einfach noch zu früh, um auf den Markt geworfen zu werden. Der Abstand zwischen Release von damals und dem Hier und Jetzt ist nicht so gross wie bei den Minikonsolen von Nintendo. Mit etwas mehr Abstand, mehr Liebe zur Technik und einer anderen, grösseren Spielauswahl würden vielleicht mehr Retro-Herzen höher schlagen.

Greift ihr bei der «Playstation Classic» zu oder macht ihr einen Bogen um die Minikonsole von Sony?

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Video: srf/SDA SRF

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