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Corona-Pandemie: In der Schweiz werden weiterhin t

«Leute mit grippeähnlichen Symptomen müssen sich jetzt testen lassen, damit wir auch die Kontaktpersonen ausfindig machen können», sagt Daniel Koch vom BAG. Mit der SwissCovid-App will man (auch) symptomlose Personen, die sich angesteckt haben, warnen. Bild: TI-PRESS

Analyse

Die verrückte Geschichte hinter der «SwissCovid»-App, die nun weltweit für Furore sorgt

Die Pilotphase für die «SwissCovid»-App hat offiziell begonnen. Was in den letzten Wochen passiert ist, kann man als historisch einzigartig bezeichnen.



Die Schweiz testet als weltweit erstes Land die von Apple und Google zur Verfügung gestellte Software für digitales Contact Tracing. Dies mit einer App namens «SwissCovid».

In diesem Beitrag blicken wir zurück auf die Anfänge der «Schweizer Lösung» und ihre verrückte Geschichte. Und wir schauen, wie es nun ganz konkret weitergeht und was das Bundesamt für Gesundheit noch zu tun hat.

Was ist passiert?

Am Montag erfolgte der offizielle Start zur Pilotphase, in der unter anderem die Angehörigen der Eidgenössisch-Technischen Hochschulen Lausanne (EPFL) und Zürich die SwissCovid-App im Alltag testen.

An den Tests beteiligen sich auch Armeeangehörige «im Ausbildungsdienst», Mitarbeitende eidgenössischer und kantonaler Verwaltungen, Mitarbeitende von Spitälern und Kliniken sowie ausgewählte Institutionen und Organisationen. Dies unter anderem mit dem Ziel, dass die App barrierefrei sein soll und etwa von Sehbehindern genutzt werden kann.

An einer Medienkonferenz informierten am Montagnachmittag Vertreter des Bundes und weitere Fachleute, darunter der Epidemiologe Marcel Salathé vom DP-3T-Team.

Ab dem 28. Mai will der Bund unabhängige IT-Experten vom Chaos Computer Club Schweiz und anderen nicht-staatlichen Organisationen einladen, die SwissCovid-App im Hinblick auf Datensicherheit und Datenschutz zu prüfen.

Bild

Die Android-Version der SwissCovid-App. screenshot: ubique

Warum hat sich die Pilotphase verzögert?

Eigentlich wollte der Bund am 11. Mai mit der App-Pilotphase starten. Die Verantwortlichen entschieden aber, auf die Veröffentlichung der Apple-Google-Software zu warten und diese in die SwissCovid-App zu integrieren. Die API bringe tatsächlich technische Verbesserungen, hiess es heute. Technische Details zur Zuverlässigkeit und der Genauigkeit der Distanzbestimmungen mittels Bluetooth Low Energy (LE) wurden an der Medienkonferenz am Montag nicht genannt.

Die Pilotphase dauert längstens bis Ende Juni 2020 und soll allfällige technische Mängel und Probleme in der Benutzbarkeit sowie der medizinischen Prozesse aufdecken, bevor die App für die Bevölkerung freigegeben wird.

Der Bund sagte am Montag, dass theoretisch mehrere zehntausend Smartphone-User an den Tests teilnehmen können. Bei der iPhone-Version gibt es allerdings eine Einschränkung: Im Testbetrieb seien maximal 10'000 Installationen möglich, bei der Android-Version gebe es keine Beschränkung.

Ende Juni soll die «SwissCovid»-App landesweit für 8 Millionen Schweizerinnen und Schweizer verfügbar sein. Vorausgesetzt, das Eidgenössische Parlament genehmigt eine vom Bundesrat vorgeschlagene Änderung des Epidemiengesetzes. Bis dann sollten auch die Detailfragen geklärt sein, was die länderübergeifende Funktionsweise der nationalen Apps betrifft.

Die Bevölkerung ist weiter positiv eingestellt, es gibt aber Wissenslücken

Der dezentrale Ansatz der Datenspeicherung (auf den Mobilgeräten der User) steht im Vordergrund, so soll eine Überwachung verhindert und der Datenschutz gewährleistet werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betonte. Die SwissCovid App kann mit den aktuellsten iOS- und Android-Versionen benutzt werden. Sie enthalten mit der gemeinsam von Google und Apple entwickelten «Exposure Notification API» neu eine Schnittstelle für die SwissCovid-App.

Damit ist die Schweiz das erste Land weltweit, das die Schnittstelle von Google und Apple für das Proximity-Tracing nutzt.

«Wir können Technologie», sagte der Epidemiologe Marcel Salathé vom DP-3T-Team. Ob die App schliesslich funktioniere, werde sich zeigen. Die Pilotphase sei wichtig. Die Schweiz werde auch intensiv aus dem Ausland beobachtet.

Sein Team sei von Anfang an motiviert gewesen, eine zentrale Überwachung auszuschliessen, sagte Salathé, Leiter der bundeseigenen Expertengruppe «Digital Epidemiology». Das sei gelungen. Kontaktdaten würden nicht zentral gespeichert, Überwachungsmöglichkeiten seien ausgeschlossen.

Dies ist allerdings noch längst nicht bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweiz angekommen. Zwar begrüssen gemäss einer repräsentativen Umfrage 70 Prozent der hiesigen Bevölkerung die Einführung der App – und fast 60 Prozent würden sie installieren. Abgesehen davon bestehen noch beträchtliche Wissenslücken.

Die im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit durchgeführte Befragung der Bevölkerung ergab, dass:

Die bestehenden Wissenslücken sind laut den Studienverfassern relevant, «weil vermehrtes Wissen zu einer höheren unmittelbaren Installationsbereitschaft» führe.

Hast du vor, die freiwillige «SwissCovid»-App zu nutzen?

Kommentar des Digital-Redaktors

Die Ergebnisse der jüngsten Befragung zeigen, dass der Bundesrat weiterhin auf einen App-Vertrauensvorschuss zählen kann bei der Schweizer Bevölkerung. Allerdings sollte das Bundesamt für Gesundheit (noch) besser informieren. Es bestehen beträchtliche Wissenslücken, Befürchtungen und irrationale Ängste, denen man begegnen muss.

Weiterhin offen ist die Zuverlässigkeit der Bluetooth-basierten Kontaktmessungen und der damit verbundener Alarmierungen. Hier ist nun Geduld gefordert. Die Pilotphase ist eben erst angelaufen. Vorerst bleibt abzuwarten, was die Alltagstests im überschaubaren Rahmen bringen.

Gespannt sein darf man auch auf die Einschätzungen der unabhängigen IT-Sicherheitsexperten. Wobei die Apple-Google-Software unseres Wissens nicht frei einsehbar ist. Von der angestrebten hundertprozentigen Transparenz und vollständigen Offenlegung (Open-Source) ist man weit entfernt. Dies sollte dem Projekt aber nicht allzu sehr schaden.

Viel wichtiger ist es vor der App-Lancierung, seitens des Parlaments, auf die in der Bevölkerung bestehende Skepsis einzugehen. Wichtigster ungeklärter Punkt ist die Frage der Lohnfortzahlung bei einer freiwilligen Selbstquarantäne.

Dies sieht auch Marcel Salathé so: Wenn jemand einen finanziellen Nachteil befürchten müsse, sei das Risiko gross, dass man auf die freiwillige Quarantäne verzichte. Der epidemologische Nutzen würde in dem Fall nicht ausgeschöpft.

Daniel Koch sagte:

«Es ist noch zu früh, jetzt einen definitiven Entscheid dazu zu fällen. Das ist ein typischer Fall, bei dem am Schluss das Parlament entscheiden muss.»

Das lässt wenig Gutes erhoffen. Wenn sich die Parlamentarier in der Sommersession im Juni nicht sinnvoll einigen, könnte dies der App-Lancierung massiv schaden.

Das sind die Meilensteine zur SwissCovid-App
(Chronologie)

Bild

screenshot: nicky case / dp-3t

Welche Rolle spielt die Schweizer IT-Firma Ubique?

Eine ganz zentrale. Das Zürcher Software-Unternehmen arbeitet bekanntlich seit längerem mit dem Bund zusammen und hat unter anderem auch die SBB-App entwickelt. Bei SwissCovid zeichnet Ubique für die Android- und iPhone-App verantwortlich, inklusive der Benutzeroberfläche (GUI).

Ubique-Chef Mathias Wellig kommentiert:

«Tatsächlich sind wir mit der SwissCovid-App weltweit die Ersten, die das Covid-19-Kontaktprotokoll von Android und iOS in einem grösseren Pilot produktiv einsetzen. Eine technische Pionierleistung der Schweiz – und für uns als App-Entwickler quasi ein Ritterschlag.»

Wellig ruft in einem Blog-Beitrag in Erinnerung, wie sich die ungewöhnliche Kooperation entwickeln konnte. Am Anfang stand ein Hackathon, also ein auf freiwilligem Engagement basierendes Treffen, an dem es darum ging, Software zu entwickeln für den Kampf gegen Covid-19. Daraus resultierte bei Ubique die Next-Step-App, aus der schliesslich die nun vorliegende SwissCovid-App hervorgehen sollte.

Mathias Wellig:

«Als während des Hackathons unsere Köpfe und Rechner heissliefen, hatte wohl niemand von uns erwartet, dass Next Step einmal so zur SwissCovid-App beitragen würde. Natürlich hatten wir gehofft, dass Next Step Beachtung findet und wir unseren Teil zum Ganzen beitragen können. Jetzt entwickeln wir mit BAG, BIT und NCSC, mit EPFL und ETH Zürich, auf Augenhöhe mit den kalifornischen Megakonzernen Google und Apple die SwissCovid App. Wir sind damit an vorderster Front der internationalen Bestrebungen für eine Privatsphäre schützende Contact-Tracing-App.»

Die Timeline zur App-Entwicklung

Bild

screenshot: ubique.ch

Welche Länder arbeiten an einer solchen App?

In Europa entwickeln zahlreiche Staaten, darunter auch die Schweizer Nachbarländer Deutschland, Italien und Österreich, eine Corona-Warn-App nach Vorbild von DP-3T, die auf die Apple-Google-Schnittstellen zugreifen kann.

Frankreich und Grossbritannien wollen hingegen an einem zentralisierten Tracing-System festhalten. Dies könnte eine länderübergreifende Funktionsweise verunmöglichen.

Quellen

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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Was man über Corona-Warn-Apps wissen muss
Contact Tracing meint die persönliche Rückverfolgung von Infektionsketten. Ziel ist es, die (unbemerkte) Verbreitung von gefährlichen Infektionskrankheiten einzudämmen oder im besten Fall zu stoppen. Konkret sollen alle Leute gewarnt werden, die über eine gewisse Zeit in relativ engem körperlichen Kontakt standen mit einer infizierten Person und sich angesteckt haben könnten, ohne es zu wissen.

Zu Beginn der Corona-Krise in der Schweiz wurde Contact Tracing übers Telefon gemacht, das heisst, Infizierte (in Quarantäne) wurden zu ihrem Umfeld befragt, das sie vielleicht angesteckt hatten. Wegen der exponentiellen Zunahme der Covid-19-Infektionen war dieses System allerdings bald einmal überlastet, es wird aber in der Phase nach der Lockerung der staatlichen Zwangsmassnahmen («Lockdown»), wenn es wenige Covid-19-Fälle gibt, flächendeckend betrieben von den kantonsärztlichen Diensten.

Digitales Contact Tracing funktioniert per Smartphone-App. Die Mobilgeräte registrieren über ihre Bluetooth-Verbindung automatisch und anonym, wenn sie sich über eine gewisse Zeit in unmittelbarer Nähe zueinander befunden haben. Dieses Verfahren wird auch als Proximity Tracing bezeichnet. Erst später, bzw. nur wenn eine Infektion durch einen medizinischen Test bestätigt worden ist, kann die erkrankte Person andere App-User, die sie vielleicht angesteckt hat, schnell und diskret warnen.

Singapur hat im März 2020 als einer der ersten Staaten eine auf der Messung von Bluetooth-Low-Energy-Signalen basierende App namens TraceTogether lanciert, wobei die Funktionalität eingeschränkt ist, weil der Datenaustausch zwischen iPhones und Android-Geräten nicht gut funktionierte. In Europa und weltweit werden nun Proximity-Tracing-Apps lanciert, die dieses Problem nicht haben, weil Apple und Google bei iOS und Android auf Betriebssystem-Ebene eine Schnittstelle zur Verfügung stellen.

Beim dezentralen Ansatz gilt der Grundsatz Privacy by Design: Die Datenverarbeitung (zur Berechnung des Infektionsrisikos) erfolgt auf den Mobilgeräten. Nur bei einer offiziell bestätigten Infektion und der Einwilligung des Users werden dessen anonymisierte Proximity-Daten (Schlüssel) an einen Server überragen, die es ermöglichen, Dritte zu warnen, und den Datenschutz zu gewährleisten.

Beim zentralen Ansatz werden die Proximity-Daten an einen staatlich kontrollierten Server übermittelt, wo das Infektionsrisiko berechnet wird. Diese System-Architektur ist von über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern rund um den Globus als problematisch bezeichnet worden, weil der System-Betreiber nachträglich und heimlich Funktionen ändern («Function Creep») oder zusätzliche Funktionen einführen könnte («Mission Creep»).

Apple und Google unterstützen dezentrale Proximity-Tracing-Apps durch eine technische Kooperation. Sie stellen autorisierten App-Entwicklern eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung, die Corona-Warn-Apps zuverlässige Bluetooth-Distanzschätzungen und Datenaustausch zwischen Android- und iOS-Geräten ermöglicht. Zudem wollen die US-Techkonzerne das Proximity Tracing in einem weiteren Schritt direkt in die beiden weltweit dominierenden mobilen Betriebssysteme integrieren.

Freiwillige Nutzung ist laut Apple und Google Bedingung und wird auch von der Schweizer Corona-Warn-App «SwissCovid» umgesetzt. Das heisst, digitales Contact Tracing kann nicht vom Staat erzwungen werden, sondern erfolgt nur mit Zustimmung der User (Opt-in).
DANKE FÜR DIE ♥

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Marthaler 26.05.2020 19:08
    Highlight Highlight Auf meinem Smartphone mit Android 4.4 ist diese App nicht installierbar. Ein Update des OS ist auch nicht möglich.
    • @schurt3r 27.05.2020 08:21
      Highlight Highlight Ja, es ist Android 6+ erforderlich. Bzw. ein Update der Google Play Services, das die entsprechende Schnittstelle für die App beinhaltet.
  • landre 26.05.2020 07:44
    Highlight Highlight Abgesehen von politischen Aspekten (kein Open-Source usw) und den technischen Fragwürdigkeiten (via Bluetooth usw.) wird diese App wohl kaum gebraucht solange die Fallzahlen tief bleiben... Das Konzept bleibt aber interessant und zukunftsweisend.
  • Rethinking 26.05.2020 06:13
    Highlight Highlight Die Techniker rocken es... Die Politiker verbocken es...
  • Tornadillo 25.05.2020 21:56
    Highlight Highlight Wer die Android-App jetzt installieren möchte, bitteschön:
    https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.admin.bag.dp3t
    • PeteZahad 26.05.2020 08:44
      Highlight Highlight Ist dies die Variante, welche die neue API verwendet? Ich denke eher nicht, sondern noch der Vorgänger.
    • Tornadillo 26.05.2020 11:11
      Highlight Highlight Das ist die neueste Variante.
  • ostpol76 25.05.2020 21:15
    Highlight Highlight "Von der angestrebten hundertprozentigen Transparenz und vollständigen Offenlegung (Open-Source) ist man weit entfernt. Dies sollte dem Projekt aber nicht allzu sehr schaden."

    Hallo Daniel, wie kommst du zu der Aussage, dass dies dem Projekt nicht all zu sehr schaden wird?

    Viele werden jetzt sagen:
    Siehst du, es ist doch nicht Open Source wie immer versprochen wurde.

    Für mich ist dies schon ein bisschen ein Killerkriterium, wenn nicht bekannt ist, was ein Layer unter der API passiert und ob irgendwelche Daten an Apple- und Google-Server gesendet werden.
    • @schurt3r 25.05.2020 22:10
      Highlight Highlight Die Apple-Google-API ist stark von DP-3T inspiriert. Es gilt das Prinzip der Datenminimierung, alle sensitiven Daten werden auf den Mobilgeräten verarbeitet (Risikoberechnung). Und man kann ja den Datenfluss (ab Handy) unabhängig prüfen.

      Wir Smartphone-User (ob iPhone oder Androide) vertrauen in einem gewissen Masse unsere Daten den Plattformbetreibern an.

      Niemand wird dazu gezwungen, es ist freiwillig. Ich gehe angesichts der grossen Popularität der iOS- und Android-Geräte von einem gewissen Goodwill/Vertrauen der Nutzer aus.
    • Ueli der Knecht 25.05.2020 23:24
      Highlight Highlight Transparenz und Open Source wurde lange Zeit als unbedingtes MUSS-Kriterium dargestellt, sogar auch zB. von Marcel Salathé.

      vgl.
      «Ich fordere alle, die versuchen, Lösungen zu finden, dazu auf, dies in der Öffentlichkeit zu tun.
      Transparency is a must!»
      --Marcel Salathé.
      http://watson.ch/!762156782

      «Wichtig sei in jedem Fall, dass der Programmcode Open Source, also öffentlich einsehbar, gemacht werde»
      --A. C. Riedel
      http://watson.ch/!969143372

      «Der vollständige Quelltext für App und Infrastruktur muss frei und ohne Zugangsbeschränkungen verfügbar sein»
      --CCC
      http://watson.ch/!536418141
  • Silvio_soy_yo 25.05.2020 21:10
    Highlight Highlight Gute Sache, aber … der Name ... in etwa: "Schweizer Corona-Virus-Erkrankung" 🙄
    • ulmo 25.05.2020 23:40
      Highlight Highlight Genau, mit der App kannst du beweisen, dass deine Ansteckung echt Swiss Made ist und du sie dir nicht bei irgendeinem Markt in Italien geholt hast.
  • John Galt 25.05.2020 21:04
    Highlight Highlight Die Tracing-App finde ich sinnvoll.
    Es sollte aber drastisch Strafen geben, wenn irgend jemand unbefugt Daten ausliest.
  • Satan Claws 25.05.2020 20:34
    Highlight Highlight Die Letten sind bei ihrer App etwas ehrlicher:

    https://www.apturicovid.lv/#en

    "with whom the person has been in contact closer than 2 to 4 meters and for more than about 15 minutes could be informed in case of illness."

    Sitzt man in der Mitte eines Busses wären das, naja... alle?

    Bluetooth ist ungenau.
  • skisandtrail 25.05.2020 20:28
    Highlight Highlight Kann mir mal ein ITler erklären, weshalb die Daten "sicher" sein sollen? Es muss ja ein Datenaustausch stattfinden, um ein Tracking zu ermöglichen. D.h für mich, dass Daten via BT, WLAN, Netzwerk usw. rausgehen. Wirklich kontrollieren was rausgeht kann ich als Laie ja nicht, wer weiss was ja sonst noch übermittelt wird...

    (Ist im übrigen eine ernsthafte Frage)
    • @schurt3r 25.05.2020 22:16
      Highlight Highlight Es ist kein Tracking (Standort-Bestimmung).

      Es werden verschlüsselte Zahlencodes über Bluetooth Low Energy (LE) ausgetauscht. Die Risikoberechnung erfolgt auf den Geräten selbst.

      Apple und Google verpflichten sich auch dem von DP-3T vorgegebenen Prinzip der Datenminimierung. Das muss natürlich auch durch unabhängige Fachleute überprüft werden.
    • IT-Mensch 25.05.2020 22:20
      Highlight Highlight Deine Daten sind sicher, da via Bluetooth nur sogenannte Identifizierungscodes (aus zufällig generierten, immer wechselnden Zahlen- und Buchstabenkombinationen) ausgetauscht werden. Mit diesen Codes kann nicht zurückverfolgt werden, welche Person oder welches Gerät sich hinter diesen Codes versteckt. Dadurch dass die Codes nur via Bluetooth ausgetauscht werden, können auch keine GPS-Daten erfasst werden.

      Nachzulesen hier: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20201378/index.html

      Macht es das etwas klarer? :)
  • Satan Claws 25.05.2020 20:15
    Highlight Highlight Stellt euch das Bluetooth Signal vereinfacht wie eine Schallwelle vor.

    Versperrt etwas die direkte Sicht wird der Ton leiser. Steht man in einem Flüstergewölbe hört man hingegen fast alles.

    Genau so sind auch Bluetooth Wellen. Sie werden reflektiert, absorbiert oder gänzlich ausgelöscht.

    Bluetooth war niemals dazu gedacht Abstände zu messen, sondern es sollte eine einfache Verbindung sein.

    Weshalb wird uns nie gesagt wie ungenau das Ganze ist?
    • Ueli der Knecht 25.05.2020 20:52
      Highlight Highlight Zumindest tönt der Autor inzwischen diese Ungenauigkeit, bzw Unsicherheiten in seinen jüngsten Artikeln an. Wie hier vorliegend:

      "Weiterhin offen ist die Zuverlässigkeit der Bluetooth-basierten Kontaktmessungen und der damit verbundener Alarmierungen."

      Es ist also immerhin Besserung in Sicht... 😉
    • JP del Grano 25.05.2020 21:01
      Highlight Highlight Richtig. Für die genauere Messung im Distanz-Bereich von wenigen Metern ist Ultra-wideband (UWB) die geeignetere Methode, aber nicht verbreitet. Mit UWB kann auf 5 bis 7 cm genau gemessen werden.
      Auch Bluetooth 5.1 ist ähnlich gut - aber auch noch nicht verbreitet.
      Die Politik will hier etwas durchdrücken, das schlicht nicht gut genug funktioniert.
    • Citation Needed 25.05.2020 21:11
      Highlight Highlight Es wurde uns schon gesagt, dass es nicht perfekt ist. Das Stichwort hier ist Pragmatik. Wir haben auf die Schnelle doch einfach nichts Besseres, oder wüsstest Du was?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Black Cat in a Sink 25.05.2020 19:58
    Highlight Highlight Wie sagte Berset kürzlich?
    Wir können Corona! 🇨🇭
  • Spookie 25.05.2020 19:38
    Highlight Highlight Alles wirklich super! Einzig der Name... Sollte es nicht besser „SwissAntiCovid“-App oder „SAC“-App heissen? ;-)
    • Ueli der Knecht 25.05.2020 20:28
      Highlight Highlight Ich plädiere für Swiss-Schildbürger-Streich: S³.
    • sowhat 25.05.2020 20:49
      Highlight Highlight SAC? Sind das nicht diese Alphütten in denen man in Massenlagern übernachtet?. 😉
  • _stefan 25.05.2020 19:36
    Highlight Highlight Schade, dass der BR nicht den Mut hat, die App für alle freizugeben. Datenschutz-technisch wäre der Umweg über das Parlament gar nicht nötig.

    Dass Ubique für die Umsetzung der App gewonnen werden konnte ist ein Glücksfall. Zum einen haben sie bereits Bundes-Apps programmiert und konnten so die Templates übernehmen (Zeitgewinn), zum Anderen hat Ubique bereits bewiesen, dass sie solche Projekte erfolgreich umsetzen können (SBB). Wenn die ETH nun noch die WHO mit ins Boot holt, kann die App auch für Entwicklungsländer bereitgestellt werden.
    • Exilglarner 25.05.2020 19:52
      Highlight Highlight Die App kann man im Google Play Store runterladen...
      Benutzer Bild
    • Satan Claws 25.05.2020 22:37
      Highlight Highlight @MaPhiA

      Nicht jeder kann das. Bei mir erscheint beispielsweise nichts, aber ich gehöre auch nicht zu den Auserwählten.

      PS ich muss mich blind auf die Github Daten verlassen.
    • Satan Claws 25.05.2020 22:46
      Highlight Highlight Ergänzend:
      Benutzer Bild
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 25.05.2020 19:35
    Highlight Highlight Verstehe nicht wieso die Schweiz sich einen Kranz binden will, für dass sie Open-Source und Transparenz aus dem Fenster werfen.
    Sie sind nicht die ersten, die eine proprietäre Lösung auf den Markt bringen.
    • @schurt3r 25.05.2020 19:50
      Highlight Highlight Das Konzept und die Software von DP-3T sind quelloffen/Open Source.

      Die Schnittstellen von Apple (iOS) und Google (Android), auf die die staatlichen Tracing-Apps zugreifen dürfen, sind es (bislang) nicht.
    • Ueli der Knecht 25.05.2020 20:26
      Highlight Highlight Es ist ja noch mehr, das die Schweiz hier pioniermässig über Bord wirft:

      Einerseits die Lizenzierung: Google und Apple lizenzieren die API exklusiv an Staaten, jeweils für genau eine App pro Staat (Knebel-Lizenz).

      Anderseits wurde nicht öffentlich ausgeschrieben, wer die Swiss-Covid-App entwickeln darf (ergo der Filz).

      Mit anderen Worten: Die Planwirtschaft lässt grüssen. Das Wettbewerbsrecht und der freie Markt wurden mit der Swiss-Covid-App erfolgreich ausgehebelt.

      Der Missbrauch der Marktmacht durch Google und Apple wird mit der Swiss-Covid-App ebenso legitimiert wie auch zementiert.
    • Finöggeli 25.05.2020 21:19
      Highlight Highlight @Ueli: hast du dich schon mal damit befasst, wie eine Ausschreibung genau funktioniert? Da hätten wir frühestens 2022 eine App. Es gab einen Hackathon, welcher öffentlich war. Dadurch wurde das Verfahren massiv und sehr sinnvoll abgekürzt.

      Ich bin bei weitem nicht von allem Fan, was der Bund macht. Aber da scheint es ein paar Köpfe zu haben, die einen richtig guten Job machen und sich der Tragweite ihres Wirkens sehr bewusst sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • JP del Grano 25.05.2020 19:32
    Highlight Highlight "Ab dem 28. Mai will der Bund unabhängige IT-Experten ...einladen, die SwissCovid-App im Hinblick auf Datensicherheit und Datenschutz zu prüfen"
    Die App allein ist NICHT das Problem. Das, was sich "hinter" der von Google und Apple entwickelten Schnittstelle im Betriebssystem verbirgt (= das eigentliche funktionale "Herz" des Tracings) ist jedoch nicht überprüfbar. Die Entwickler der App schreiben daher: "We also strongly encourage both companies to allow an external audit of their code to ensure its functionality corresponds to its specification."
    • bernd 25.05.2020 19:56
      Highlight Highlight Kannst du für Laien erläutern, inwiefern die Schnittstelle ein Problem ist? Die App erhebt ja keine Personendaten. Die Betriebssysteme hingegen erheben und speichern konstant Personendaten. Viele Leute haben wohl das standardmässige GPS-Dauertracking von Google und Apple aktiviert und wissen gar nichts davon. Was ist jetzt genau die Angst mit dieser neuen Schnittstelle? Dass im Hintergrund zusätzliche Daten erhoben werden, die dann nur Apple resp. Google zur Verfügung stehen? Oder dass sie die lokalen Daten der App mit bestehenden Userdaten verknüpfen? Oder geht es ums Prinzip Open Source?
    • Ueli_DeSchwert 25.05.2020 20:51
      Highlight Highlight Wird zumindest bei Google diese nicht im AOSP ersichtlich sein? Oder ist diese auch dort eine black box bzw. gar nicht vorhanden?
    • JP del Grano 25.05.2020 21:10
      Highlight Highlight @bernd
      Nicht die Schnittstelle an sich ist das Problem. An ihr ist nur das sichtbar, was die App sehen soll/muss - und das ist recht "ungefährlich". Nicht überprüfbar ist, was alles "dahinter" (im Betriebssystem) geschieht. Das sind z.B. die von dir gestellten Fragen zu den ev. zusätzlich erhobenen Daten oder Verknüpfungen mit Userdaten/Gerätedaten.
      Apple und Google erlauben nicht, dass das überprüft werden kann. Es handelt sich ja um "Betriebssystem-Geheimnisse".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 25.05.2020 19:15
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • _stefan 25.05.2020 19:46
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    • vescovo 25.05.2020 20:31
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    • Satan Claws 25.05.2020 20:55
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  • Blue_Toastbrot 25.05.2020 19:11
    Highlight Highlight Leider ist die API auf meinem Gerät (Huawei) noch nicht verfügbar, dementsprechend geht die App auch nicht :( Gibt es hierzu bereits Informationen, wann dies von den Herstellern verfügbar gemacht wird?
    Bei Android geht das ja häufig etwas länger...
    • BlueTire 25.05.2020 19:46
      Highlight Highlight Bei Android ist kein Update des Systems notwendig, sondern der Google Play Services. Das Update wird bereits verteilt.
    • c_meier 25.05.2020 20:01
      Highlight Highlight Dauert vielleicht einige Tage bis das ganze auf allen Handys möglich ist. (sind ja Millionen Android-Handys weltweit).
    • DocShi 25.05.2020 20:05
      Highlight Highlight Also hast du ein neueres Huawei als die P30 Serie? Denn alle bis P30 haben Google und somit auch die API.
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  • Garp 25.05.2020 19:10
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Ueli der Knecht 25.05.2020 19:25
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    • Garp 25.05.2020 19:53
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    • JP del Grano 25.05.2020 19:54
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  • gigus 25.05.2020 19:01
    Highlight Highlight Nice, jetzt brauchen sie nur noch das Akkuproblem zu lösen, dann könnte das funktionieren.

    #keiakkume
    • Satan Claws 25.05.2020 20:01
      Highlight Highlight Das mit dem Akku ist kein grösseres Problem, die Ungenauigkeit der Messmethode jedoch schon.
  • bebby 25.05.2020 18:56
    Highlight Highlight Jetzt muss nur das Testen ohne Symptome empfohlen und bezahlt werden, dann macht es auch Sinn.
    • JP del Grano 25.05.2020 21:16
      Highlight Highlight Das eben scheint das Problem zu sein: Tests ohne Symptome sind sehr unzuverlässig....
    • Satan Claws 26.05.2020 00:34
      Highlight Highlight @JP del Grano

      Das Problem der Tests ist, dass Antikörper nicht so spezifisch sind wie man es gerne hätte. Das hängt vom Immunsystem ab. So können Beispielsweise Blutproben aus dem Jahr 2018 durchaus Antikörper enthalten bei welchen die Tests anschlagen. Corona Viren gab es ja damals auch schon.

      Mehr dazu hier:

      "Corona-Antikörpertests: Die Gefahr von falsch-positiven Ergebnissen | Marktcheck SWR"

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  • bullygoal45 25.05.2020 18:51
    Highlight Highlight 2020:

    -Die Schweiz ist das erste Land, das die Covid App testet
    -Die Schweiz hat die erste weibliche Hockey-Sportchefin im Profisport

    Was dürfen wir noch Schönes erwarten?

    Die erste Glace-Waffel weltweit in Kreuzform? 🇨🇭😉
    • JP del Grano 25.05.2020 19:36
      Highlight Highlight Österreich z.B. hat bereits an 25. März 2020 seine "Stopp Corona App" veröffentlicht....
      Siehe dazu u.a. den Artikel "Stopp Corona" auf Wikipedia.
      Österreich aber ist ja, von Bern aus betrachtet, weit im unbekannten Fernen Osten ...
    • @schurt3r 25.05.2020 19:55
      Highlight Highlight Österreich rüstet seine App um, damit sie mit der Apple-Google-Schnittstelle gut läuft.

      Zu den Hintergründen:

      https://www.watson.ch/digital/schweiz/485571534-contact-tracing-die-schweizer-app-dp-3t-im-europaeischen-vergleich
    • JP del Grano 25.05.2020 21:14
      Highlight Highlight @schurt3r
      Ist mir bekannt.
      So wie ja auch die Schweizer App auf diese Schnittstelle angepasst wurde ....
    Weitere Antworten anzeigen
  • r3to34 25.05.2020 18:46
    Highlight Highlight Interessanter Artikel, danke! Eine Frage bleibt aber noch: muss/darf ich meine Powerbank gleich mit in die Hosentasche stecken?
    • @schurt3r 25.05.2020 18:58
      Highlight Highlight Dank Bluetooth Low Energy sollte der Akkuverbrauch eigentlich wenige Prozentpunkte pro Tag betragen 👍🏻
    • Ueli der Knecht 25.05.2020 19:20
      Highlight Highlight Aufgepasst:

      Eine Powerbank in der Hosentasche kann deine Fruchtbarkeit gefährden! 😂
    • Notra 25.05.2020 19:35
      Highlight Highlight @schurt3r
      Das bezweifle ich. Solange man sich in der Nähe von anderen Appnutzern befindet, werden die Handys ständig Daten tauschen müssen, Bluetoothsendemodul und CPU sind pausenlos am Arbeiten.
      Bewegt man sich im öffentlichen Raum, gibt es eine veritable Bluetoothfunkorgie. Jedes Bluetoothsendemodul dreht dann voll auf, damit sein Signal noch durchkommt und die CPU rattert pausenlos, um die Daten zu verarbeiten.
      Low-Energy-Bluetooth hin oder her, ist da der Akku deutlich schneller leer.
      In der Wüste Gobi, da macht das nichts, da begegnet man keinem. Aber dann braucht es die App nicht.
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