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epaselect epa08643388 Tesla and SpaceX CEO Elon Musk arrives for a statement at the construction site of the Tesla Giga Factory in Gruenheide near Berlin, Germany, 03 September 2020. Musk visited the German medical company Curevac in Tuebingen on 01 September 2020. Media report Musk will meet the German Economy Minister for talks. In June 2020, the German state invested 300 million euros in the vaccine developer Curevac and received 23 percent of the company's shares in return.  EPA/ALEXANDER BECHER

Musk bei einem früheren Besuch in Berlin. Ob er sich dort mit Corona infizierte, ist nicht bekannt. Bild: keystone

Darum verlegt Corona-Skeptiker Elon Musk seinen Wohnsitz nach Texas

Der milliardenschwere Tesla-Chef lässt während der Pandemie das Silicon Valley hinter sich und hat dafür mehrere Gründe. Den finanziell wichtigsten Grund nennt er in einem aktuellen Interview allerdings nicht.



Elon Musk hat seinen Wohnsitz von Kalifornien nach Texas verlegt. Der 49-jährige Multimilliardär bestätigte am Dienstag (Ortszeit) entsprechende Medienberichte. «Ja, ich bin nach Texas umgezogen», sagte Musk bei einer vom «Wall Street Journal» organisierten Konferenz.

Offizielle Begründung

Im Video erzählt Musk, was ihn zum Umzug bewogen habe:

Musk begründete den Schritt mit seinen Geschäftsaktivitäten in dem südlichen Bundesstaat. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelt dort Raketen und der Elektroautobauer Tesla errichtet nahe der texanischen Hauptstadt Austin eine grosse Produktionsstätte («Gigafactory Texas»).

Musk war im Mai mit den kalifornischen Behörden über damalige Coronavirus-Restriktionen in Streit geraten, die zu einer mehrwöchigen Schliessung eines Tesla-Werks geführt hatten. Nun bezeichnete er Kalifornien als «grossartig», sagte aber gleichzeitig, dass sich der wirtschaftlich stärkste US-Bundesstaat zu sehr an den Erfolg gewöhnt habe.

«Wenn eine Mannschaft zu lange gewinnt, neigt sie dazu, selbstgefällig zu werden. Kalifornien gewinnt schon seit langer Zeit, und ich glaube, sie nehmen es als selbstverständlich hin.»

Das Silicon Valley, Heimat einiger der grössten und einflussreichsten Unternehmen der Welt, verliere an Bedeutung, lässt der umtriebige Unternehmer durchblicken.

Was Musk nicht sagt

Für den Tesla-Chef wird sich der Umzug finanziell massiv lohnen, da Texas keine Einkommensteuer erhebt. In Kalifornien musste Musk bisher deutlich höhere Abgaben entrichten.

Der Höhenflug der Tesla-Aktie hat den Unternehmer kürzlich zum zweitreichsten Mann der Welt gemacht. Auf dem Papier gehören ihm laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg 155 Milliarden Dollar, so dass Musk den Microsoft-Gründer Bill Gates überflügeln konnte.

Der milliardenschwere Tesla-CEO soll dank des Börsen-Höhenfluges über 50 Milliarden mit Aktienoptionen verdienen und müsste in Kalifornien den Gewinn als Einkommen versteuern. In Texas nicht, wie US-Medien schreiben.

Seine fragwürdige Vorgeschichte

Musk hatte sich in den vergangenen Monaten als Corona-Skeptiker und scharfer Regierungskritiker gebärdet. Und er steckte sich mit dem neuen Coronavirus an, überstand die Infektion aber ohne gesundheitliche Probleme. Zuletzt machte er sich öffentlich über die Corona-Impfungen lustig. Bis Sommer werde man so viel Impfstoff haben, dass man gar nicht mehr wisse, wohin damit, liess er verlauten.

Im November hatte sich Musk auf Twitter über Corona-Schnelltests mokiert und stellte deren Aussagekraft infrage. Der Grund: Zwei von vier Selbsttests hatten laut seinen Schilderungen ein positives Resultat ergeben, zwei ein negatives. Wegen der Verbreitung von Verschwörungstheorien wurde Musk daraufhin von Wissenschaftlern getadelt. Eine Forscherin bezeichnete ihn ironisch als «Space Karen».

Musk hatte auch schon früher massive Kritik für seine Corona-Falschinformationen geerntet. Unter anderem bezeichnete er die Lockdowns als «faschistisch», weil Menschen in ihrem Heim zwanghaft eingesperrt würden.

Im Mai hatte der Tesla-Chef damit gedroht, aus Kalifornien wegzuziehen, nachdem er aufgrund von staatlichen Zwangsanordnungen gezwungen war, seine einzige Autofabrik in den Vereinigten Staaten vorübergehend zu schliessen.

Wiederholt ermutigte Musk Mitarbeiter und Follower, die Massnahmen gegen Corona nicht einfach hinzunehmen.

Ebenfalls im Mai reichte Musk eine Klage ein gegen den Bezirk Alameda, in dem sich die Tesla-Fabrik befindet, und er widersetzte sich den örtlichen Behörden, indem er die Wiedereröffnung des Werks veranlasste. Die Bezirksregierung segnete schliesslich die Wiedereröffnung des Werks ab und sah von einer Verhaftung des Unternehmers ab.

Im März hatte Musk vermutet, dass der Schaden durch die «Panik» rund um das Coronavirus viel grösser sei als durch das Virus selbst. Er gehe davon aus, «dass die bestätigten Covid-19-Fälle (diese spezielle Form der Erkältung), basierend auf den neuesten Daten des Center for Disease Control, 0,1% der US-Bevölkerung nicht überschreiten werden».

Ein tödlicher Irrtum. Die USA sind wegen des zögerlichen Vorgehens von Donald Trump eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit.

Der designierte neue US-Präsident Joe Biden sagte kürzlich:

«Ich will niemandem Angst einjagen, aber verstehen Sie die Fakten: Wir werden zwischen jetzt und Januar wahrscheinlich weitere 250'000 Menschen verlieren.»

Am gleichen Tag überschritt die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten US-Corona-Opfer erstmals seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 3000 Toten.

(dsc/sda/afp)

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Wie Elon Musk mit Tesla durchstartete

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Wie Elon Musk mit Tesla durchstartete
quelle: getty images north america / joe raedle
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Nach diesem Video verstehst auch du, wie Covid-Impfungen funktionieren

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