DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Blick vom Bodensee Richtung Säntis.
Blick vom Bodensee Richtung Säntis.
archivbil: Keystone

Darum installieren Forscher auf dem Säntis einen Superlaser als Blitzableiter

25.05.2021, 20:00

Auf dem Gipfel des Säntis unterziehen Forschende einen futuristisch anmutenden Blitzableiter einem Test. Die auf Lasertechnik beruhende Technologie soll Blitzeinschläge gezielt vom Sendeturm ablenken. Diese Woche wird der mehrere Tonnen schwere Superlaser auf den Ostschweizer Hausberg transportiert.

Können Laser Blitzeinschläge bei sensiblen Einrichtungen wie Atomkraftwerken oder Flughäfen verhindern? Der Genfer Physiker Jean-Pierre Wolf glaubt: ja. In einem Feldversuch wird auf dem Säntis eine in Deutschland entwickelte neun Meter lange Blitzkanone getestet.

Erster Laserflash voraussichtlich Anfang Juni

Die letzten Komponenten des Superlasers werden diese Woche per Gondel und Helikopter zur Wetterstation auf dem 2501 Meter hohen Berg gebracht, wie das Hochtechnologieunternehmen Trumpf mitteilte. Am Dienstag musste ein Helikopter-Flug wegen Nebels verschoben werden. Wolf rechnet mit dem ersten Laserflash Anfang Juni, wenn das Wetter mitspielt. Am Säntis schlagen im Jahr bis zu 400 Blitze ein.

Forscher installieren auf dem Säntis eine Blitzkanone – ein Superlaser.
Forscher installieren auf dem Säntis eine Blitzkanone – ein Superlaser.
Bild: Universität Genf

Die Blitzkanone ist als Alternative zu dem im 18. Jahrhundert von Benjamin Franklin erfundenen herkömmlichen Blitzableiter gedacht. Ein zehn Meter hoher Blitzableiter könne zwar ein Haus schützen, bei grösseren Anlagen sei der Schutz aber schwierig, sagte Wolf.

Weltweit entstünden an Hochspannungsleitungen, Wolkenkratzern, Flughäfen und in Wäldern durch Blitzeinschläge Schäden in Milliardenhöhe. An Flughäfen werde zudem bei nahen Gewitterwolken oft der Betrieb unterbrochen. Eine Einflugschneise oder Landebahn könne mit mehreren Lasern geschützt werden, ist Wolf überzeugt.

Blitze vom Boden fernhalten

Nach seinen Forschungen können Laser die Luft verändern und Blitze in einer Gewitterwolke so auslösen, dass sie den Boden nicht erreichen. Die Blitze könnten auch gezielt auf einen herkömmlichen Blitzableiter gelenkt werden, der umstehende Gebäude und Einrichtungen schützt. Mit dem Verfahren könnten Blitze praktisch in einen vorgegebenen Kanal gezwungen werden, sagte Laser-Entwickler Clemens Herkommer.

Der Laser sei für Flugzeuge nicht gefährlich, aber man dürfe natürlich nicht in den Strahl schauen, sagte Wolf. An Flughäfen könnten Maschinen problemlos um die Laser herumgeleitet werden. Vögel seien nicht gefährdet. Sie hielten sich von den grünen Laserstrahlen fern.

Der Strombedarf für einen Laser sei mit dem von ein paar Ladestationen für E-Autos vergleichbar, sagte Herkommer. Entwicklung und Experiment werden vom EU-Projekt «Laser Lightning Rod» (Laserblitzableiter) gefördert.

Quellen

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Roy Sullivan, der Mann, der 8 mal vom Blitz getroffen wurde

1 / 13
Roy Sullivan, der Mann, der 8 mal vom Blitz getroffen wurde
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Sie wissen, wo der nächste Blitz einschlägt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Urzeit-Hai Megalodon war vermutlich noch grösser als bisher angenommen

Otodus megalodon war ein wahrer Gigant, das steht ausser Frage. Der Urzeit-Hai, meist bekannt unter dem Kurznamen «Megalodon» (griech. für «grosser Zahn»), lebte in einem Zeitraum von 23 Millionen bis 2,6 Millionen Jahren vor unserer Zeit, dann starb er aus. Welche Grösse das Ungetüm erreichen konnte, ist jedoch Gegenstand der Forschung, die seit hundert Jahren – ausgehend von Zahn- und Wirbelfunden – immer wieder neue Erkenntnisse liefert.

So auch jetzt: Eine im März dieses Jahres im …

Artikel lesen
Link zum Artikel