DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jean-Marie Le Pen, France's National Front political party founder delivers a speech during a campaign rally before the European Parliament elections in Marseille, May 20, 2014.   
    REUTERS/Jean-Paul Pelissier (FRANCE - Tags: POLITICS ELECTIONS)

Jean-Marie Le Pen (Front National) in Marseille. Bild: REUTERS

War doch gar nicht so gemeint

Wie dämmt man eine Migrationswelle ein? Mit dem Ebola-Virus! Zumindest wenn es nach Jean-Marie Le Pen geht



Wenn Jean-Marie Le Pen, der Gründer der rechten französischen Partei Front National, eine fremdenfeindliche Äusserung von sich gibt, dann ist das eigentlich keine sonderlich grosse Überraschung mehr. Am Dienstagabend hat sich der Kandidat für die Europawahl in Bezug darauf jedoch selbst übertroffen: Als Lösungsansatz gegen die immer stärker werdenden Migrationswellen nannte er das Ebola-Virus.

An einer Cocktailparty in Marseille warnte er vor einer Bevölkerungsexplosion in der Welt und vor einer Verdrängung der französischen Bevölkerung durch die Immigranten: «In unserem Land und in ganz Europa erleben wir eine katastrophale Invasion von Migranten und das – meine lieben Freunde – ist erst der Anfang», zitiert The Guardian den 85-Jährigen.

Am Mittwoch ruderte Le Pen zurück

«Monseigneur Ebola könnte das Problem innert drei Monaten lösen»

Jean-Marie Le Pen, Front National

Religiöse Faktoren würden das Problem ausserdem verstärken, da ein Grossteil der Migranten Muslime seien und diese ein Talent für Eroberungen hätten – vor allem dann, wenn sie sich in grosser Zahl mächtig fühlten.

Doch Le Pen sprach bei seiner Rede nicht bloss Warnungen aus, er lieferte auch einen Lösungsansatz: «Monseigneur Ebola könnte das Problem innert drei Monaten lösen», äusserte er in Anwesenheit von Journalisten.

Dass die Idee, eine tödliche Krankheit als adäquate Lösung zu verkaufen, nicht unbedingt klug war, wurde Le Pen erst später bewusst – nachdem es massive Kritik gehagelt hatte. Laut dem Onlineportal dw.de ruderte der Politiker am Folgetag zurück und sagte, dass er in keiner Weise die Ausbreitung dieser Krankheit wünsche. Er habe lediglich festhalten wollen, dass das Ebola-Virus ganz schrecklich sei und dass dieses – genau wie ein Atomkrieg – ganze demographische Entwicklungen verändern könne, die in sich katastrophal seien.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Le Monde» und «New York Times» streiten über Zensur – wer gewinnt den Kampf?

Die Weltblätter «New York Times» und «Le Monde» liefern sich einen Kulturkampf über den Atlantik. Es geht um Cancel Culture und Meinungsfreiheit.

Zwei linksliberale Zeitungen, offen, tolerant und weltläufig. Aber sie können auch anders. Frankreich sei blind für seinen Rassismus und «unfähig, sich einer veränderten Welt anzupassen», schreibt die «New York Times» an die Adresse jenes Landes, «das früher eine Grossmacht war». «Le Monde» kontert, die USA behinderten die Redefreiheit und würden «zerstört» durch die politische Korrektheit und die Cancel Culture. Die NYT bringt keine Karikaturen mehr; und nach der brutalen …

Artikel lesen
Link zum Artikel