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epa08979685 Vehicles carrying police officers park at Sule Pagoda Road in Yangon, Myanmar, 01 February 2021. The army said that the senior members of the National League for Democracy (NLD), including leader Suu Kyi, are being detained by the military. The army's takeover of power in a military coup on 01 February comes hours ahead of the parliament's first sitting since the 08 November elections which handed a majority to Suu Kyi's NLD party.  EPA/LYNN BO BO

Eine Wagenkolonne transportiert Polizeibeamte auf der Sule-Pagoda-Strasse in Yangon, Myanmar am 1. Februar 2021. Bild: keystone

«Wie damals, als ich ein Kind war»: Diese Tweets bezeugen den Putsch in Myanmar

In Myanmar hat das Militär die zivile Regierung entmachtet. Obwohl das Internet teilweise gesperrt wurde, berichten zahlreiche Menschen, was gerade im Land geschieht – via Twitter.



Im südostasiatischen Myanmar (ehemals Burma) ist seit der Nacht auf Dienstag, den 1. Februar, das Militär erneut an der Macht: An diesem Tag hätte das gewählte Parlament seit den Wahlen am 8. November das erste Mal tagen sollen. Nun hat die Armee die bestehende zivile Regierung abgesetzt und sich selbst zur regierenden Macht erklärt – für mindestens ein Jahr.

Die Bevölkerung sieht sich stark an die alte Militärdiktatur erinnert und macht ihrem Ärger und ihren Sorgen auf den Sozialen Medien Luft. Eine Auswahl zeitgeschichtlicher Tweets, welche die Lage in Myanmar live wiedergeben.

Der Albtraum:

«Ich bin gerade in einem Albtraum erwacht. Ich bin verängstigt. Es ist gerade 6:15 Uhr morgens. Natürlich haben sie (Anm.d.Red das Militär) das über Nacht durchgezogen, während wir alle geschlafen haben. Das stinkt nach vergangenen Zeiten, als wir ebenfalls zu fürchterlichen Neuigkeiten erwacht sind. Das wird ein sehr harter Tag.»

Vom Militär kontrollierte Fernsehsender:

Der vom Militär kontrollierte Fernsehsender Myawaddy verkündet die Übernahme durch die Militärs: Der Ex-Präsident und früherer General Myint Swe ist nun der amtierende Präsident.

Tiefe Spaltung der Gesellschaft:

«Die Tür zu einer sehr schwierigen Zukunft wurde damit aufgestossen. Ich habe das ungute Gefühl, dass niemand wirklich in der Lage sein wird, zu kontrollieren, was als nächstes geschieht. Und vergesst nicht: Myanmar ist ein Land, das überflutet ist von Waffen, mit tiefen ethnischen und religiösen Spaltungen. Ein Land, in dem Millionen Menschen kaum genug zu essen haben.»

«Wie damals, als ich ein Kind war»

Viele fühlen sich an dunkle Zeiten erinnert: Von meiner Tante: «Das ist genau dasselbe wie damals, als ich ein Kind war. Die exakt gleichen Taktiken.»

Keine Hamsterkäufer in Sicht:

In den Strassen herrscht indes Betriebsamkeit: Der Markt sei besuchter als gewöhnlich, schreibt Aye Min Thant aus Myanmar auf Twitter, doch es sehe nicht danach aus, als ob die Menschen panische Hamsterkäufe erledigen würden. Was auch noch aufgefallen ist: «Es sieht danach aus, als ob die gesamten Familien auf den Strassen sind und nicht bloss die Frauen.»

Auf den Strassen seien jedoch keine NLD-Flaggen mehr zu sehen, schreibt Aye Min Thant: «Ich nehme an, niemand möchte ein einfaches Ziel sein.» Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) ist eine politische Partei in Myanmar und war vor dem Putsch die führende Oppositionspartei gegen die Militärjunta des Landes.

Patriotische Musik in den Strassen:

«Drei Autos sind gerade vorbei gefahren, patriotische Musik spielend. Die Ladefläche des Trucks war voller Männer mit Schwertern. »

Auch solche Szenen prägen die ersten Stunden nach dem Putsch: Militär-Unterstützende versammeln sich in den Strassen und singen für die Gesundheit des Generals Min Aung Hlaing, der oberste Befehlshaber der Armee.

Für Medienschaffende ist es derzeit nicht ungefährlich auf den Strassen: Htoo Tay Zar, ein Fotojournalist aus Myanmar, schreibt: «Ich hatte Glück und bin heil aus einer Gruppe Militär-Unterstützern davongekommen, nachdem ich einige Bilder gemacht habe. Kurz darauf haben sie zwei Journalisten attackiert.» An die Medienschaffenden gerichtet: «Bleibt sicher und bleibt weg von denen.»

(adi)

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Das war einmal: Myanmars erste freie Wahlen nach 25 Jahren

Das ganze Ausmass der Rohingya-Verzweiflung

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