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«Ich bin ein Taiwaner» –Tschechiens Senatspräsident trotzt den Chinesen



epa08638369 Czech Republic Senate President Milos Vystrcil (C) delivers his speech inside the Legislative Yuan chamber in Taipei, Taiwan, 01 September 2020. Vystrcil led an 89-member delegation to Taipei on 30 August for a six-day visit to boost ties, despite protest from China which has diplomatic ties with the Czech Republic. On 31 August, Chinese Foreign Minister Wang Yi said Vystrcil's official visit to Taiwan is an 'open provacation' to China and he will 'pay a heavy price' for that.  EPA/RITCHIE B. TONGO

Vystrcil spricht vor dem Parlament Taiwans. Bild: keystone

Bei seinem Besuch in Taiwan hat sich Tschechiens Senatspräsident Milos Vystrcil in einer Rede vor dem Parlament in Taipeh für Freiheit und Demokratie eingesetzt.

«Ich bin ein Taiwaner», sagte der Politiker als Zeichen der Solidarität mit der demokratischen Inselrepublik, die von der kommunistischen Führung in Peking unter Druck gesetzt und diplomatisch isoliert wird.

Das Zitat fiel in Anlehnung an den berühmt gewordenen Ausspruch von John F. Kennedy «Ich bin ein Berliner». Kennedy sprach 1963 in Berlin vor dem Rathaus Schöneberg und machte die Unterstützung der USA für die Westberliner deutlich. Tschechiens Senatspräsident, der die Äusserung auf Chinesisch machte, erntete langen Beifall der taiwanesischen Abgeordneten, die sich klatschend von ihren Plätzen erhoben.

epa08638370 Czech Republic Senate President Milos Vystrcil (L) greets Taiwan Parliament President Yu Shyi-kun (R) before delivering his speech inside the Legislative Yuan chamber in Taipei, Taiwan, 01 September 2020. Vystrcil led an 89-member delegation to Taipei on 30 August for a six-day visit to boost ties, despite protest from China which has diplomatic ties with the Czech Republic. On 31 August, Chinese Foreign Minister Wang Yi said Vystrcil's official visit to Taiwan is an 'open provacation' to China and he will 'pay a heavy price' for that.  EPA/RITCHIE B. TONGO

Vystrcil verbrüdert sich mit den Taiwanesen. Bild: keystone

Der Auftritt vor dem Parlament ist einer der Höhepunkte des Besuchs, der eine schweren Verstimmung zwischen China und Tschechien ausgelöst hat. China sieht das heute demokratische Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als Teil der Volksrepublik an, obwohl es nie dazugehört hat. Mit seiner Ein-China-Doktrin untersagt Peking diplomatischen Partnern offizielle Kontakte zu Taipeh.

Am Vortag hatte Chinas Aussenministerium in Peking den tschechischen Botschafter vorgeladen, um einen Protest zu übermitteln. Zugleich wurde in Prag der chinesische Botschafter einbestellt, um die scharfe chinesische Kritik zurückzuweisen. (aeg/sda/dpa)

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Teslaner
01.09.2020 10:57registriert April 2015
Ich bin auch ein Taiwaner! Und nun soll eine Schweizer Delegation dorthin reisen. Spass, sonst könnte ja die geliebte CCP noch hässig sein.
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dechloisu
01.09.2020 11:12registriert November 2016
China sollte von vielen anderen Ländern ebenfalls in die Schranken verwiesen werden
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dmark
01.09.2020 11:48registriert July 2016
Taiwan ist bereits "weit weg" von China.
Selbst wenn China es wollte, könnten sie Taiwan niemals "integrieren", weil die Unterschiede zwischen den Beiden schon viel zu gross sind - selbst "im Körperbau" sind Unterschiede zu erkennen und man bemerkt den "westlichen Einschlag" in der Ernährung...
Taiwan muss endlich von der restlichen Welt als vollwertig eigener Staat anerkannt werden.
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