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Video: watson

So feiern die Briten das Ende des Lockdowns

Nebst dem Klamotten kaufen und dem Haare schneiden haben die Britinnen und Briten vor allem auf eins gewartet: Wieder einmal in Gesellschaft ein Bier trinken zu können. Gestern war es endlich soweit. Und wie.



Nach Monaten im Corona-Lockdown haben in England am Montag wieder Geschäfte, Friseure und Biergärten geöffnet.

Seit dem 22. Februar warteten die Britinnen und Briten sehnlichst auf die angekündigten, per 12. April geltenden Lockerungen. Im Netz wurde sogar ein Pub-Countdown aufgeschaltet, der die Tage zur Öffnung der Biergärten herunter zählte.

auf der Website von Jack Bittiner wird der Countdown bis zur Öffnung der Pubs hinuntergezählt. https://pubcountdown.uk/

Die Sehnsucht nach einem ersten Pint Bier in Gesellschaft war gross. Gestern war es nun also soweit.

Zahlreiche Menschen finden sich am Abend im Londoner Stadtbezirk Soho ein. Die verfügbaren Sitzplätze sind schnell weg. Man könne nur noch stehen, schreibt der britische Radio-Reporter Matthew Thompson:

Für unsere corona-geschundenen Sinne ist es eine ungewohnte Szenerie: So viele Menschen auf einem Haufen, maskenlose Gesichter, sowie Gelächter und Gesprächsfetzen, die aus allen Richtungen ans Ohr dringen und für eine fröhliche Geräuschkulisse sorgen.

Aber da war es ja erst halb Acht. Mit jeder Stunde – um nicht zu sagen mit jedem Bier – wurde die Stimmung noch ausgelassener.

Video: watson

Was aussieht wie ein Festival ist bloss die Innenstadt Londons an einem Montagabend.

London sei «sehr belebt» an diesem Abend, schreibt dieser Twitter-User und macht damit die Untertreibung des Jahres.

Möglich sind die Öffnungen wegen der deutlich niedrigeren Neuinfektionen, die vor allem dem raschen Fortschritt des Impfprogramms zu verdanken sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei knapp 30 Fällen pro 100'000 Einwohnern; mehr als 32 Millionen Menschen – weit mehr als die Hälfte der Erwachsenen – haben eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Johnson rief seine Landsleute jedoch auf, vorsichtig zu bleiben und nicht über die Stränge zu schlagen.

People sit at setup tables outside pubs in Soho, in London, on the day some of England's third coronavirus lockdown restrictions were eased by the British government, Monday, April 12, 2021. Pubs, shops and hairdressers have opened as lockdown restrictions are eased Monday. (AP Photo/Alberto Pezzali)

Gestern im Stadtdistrikt Soho: Menschenmassen, so weit das Auge reicht. Bild: keystone

Nicht alle sind amüsiert

Die einen freut's, die anderen ärgert's – die Meinungen über die gestrigen Feierlichkeiten sind gespalten. «Was ist das Gegenteil von FOMO?» (Fear of missing out – Angst etwas zu verpassen), fragt dieser Twitteruser und macht gleich selbst einen Vorschlag: QGIMO. «Quite Glad I'm Missing out», was übersetzt so viel bedeutet wie «ziemlich froh, dass ich das verpasse.»

Diese Twitter-Userin sieht im Videomaterial des gestrigen Abends bereits den Trailer für «Lockdown 4: Tokyo Drift.»

Experten fordern die Menschen auf, unbedingt vorsichtig zu bleiben: Lawrence Young, ein Virologe und Professor für molekulare Onkologie an der Warwick Medical School, sprach gegenüber der britischen Newsplattform «The Independent» von einem freudigen Tag. Er mahnte aber auch zur Vorsicht:

«Während wir also die Gelegenheit nutzen, das Einkaufen und die Gastfreundschaft im Freien zu geniessen, müssen wir vorsichtig bleiben – das Virus ist immer noch da draussen und sehr ansteckend.»

Nicht alle sind mit gutem Wetter gesegnet

Nicht nur die Menschenmassen sorgten für Ärgernis, sondern auch das Wetter, welches ebendiese Massen gar nicht erst ermöglichte.

Noch vor zwei Tagen teilte dieser Twitter-User scherzend dieses Video...

... nichtsahnend, dass es noch schlimmer kommen könnte, wie dieses Video aus dem Nordosten Englands zeigt:

Doch die Britinnen und Briten nehmen's mit Humor. Und sowieso: Wo ein Bier ist, ist auch ein Weg:

(Mit Material von sda)

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