DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Atze Schröder emotional wie nie. screenshot zdf

Deutscher Komiker Atze Schröder entschuldigt sich bei Holocaust-Überlebender – und weint



Zu einer emotionalen Situation kam es bei der Sendung von Markus Lanz am Donnerstagabend. Anlässlich des 75. Holocaust-Gedenktages waren die Auschwitz-Überlebende Eva Szepesi und ihre Tochter eingeladen. Mit in der Runde war auch Komiker Atze Schröder, der zunächst auffallend ruhig blieb. Doch dann fing er an, über die Geschichte seiner Familie zu sprechen. Und die hat einen besonderen Bezug zur Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi. Am Ende der Sendung entschuldigte er sich bei ihr – und musste weinen.

Die Ungarin Szepesi wurde mit zwölf Jahren aus dem Vernichtungslager befreit. Ihr Bruder und ihre Mutter waren in Auschwitz gestorben.

Atze Schröder beginnt gegen Ende der Sendung damit, von seiner Kindheit zu erzählen. Schon als das Gespräch auf seinen Vater kommt, wird er emotional. Der sei wie «sein bester Kumpel» für ihn gewesen, habe alle Witze gekannt und ihn bei seiner Karriere stets begleitet. Mit 87 sei sein Vater vom Sessel aufgesprungen, habe ihm in die Augen geschaut und die Hand gegeben – anschliessend sei er gestorben. Die Trauer darüber habe er erst drei Jahre später nachgeholt.

Schröder zitiert seinen Vater:

«Alles Unterdrückte steht eines Tages vor deiner Tür und haut dir zur Begrüssung in die Fresse.»

Dann wird er richtig ernst

Neben den positiven Erinnerungen geht Atze Schröder aber auch dahin, wo es wehtut. In der Trauerzeit habe er sich intensiv mit der Familiengeschichte beschäftigt. Jetzt kommen dem Komiker die Tränen hinter seiner blau-getönten Sonnenbrille.

In Richtung der Holocaust-Überlebenden sagt er:

«Ich hätte jetzt fast gesagt, mein Vater stand auf der anderen Seite.»

Der Hintergrund: Sein Vater ist 1924 geboren worden. Mit diesem Geburtsjahr wurde der Vater genau in «der Zeit» gross, erzählt der Komiker. Damit meint er die Nazizeit. Als Jugendlicher sei sein Vater zum Arbeitsdienst und dann als Soldat eingezogen worden. «Ist mit 17 aus dem Haus gegangen und kam mit 30 wieder.»

Nach seiner Rückkehr habe sich sein Vater dazu entschieden, «diese Tür erstmal zu schliessen», ein gutes Leben zu führen.

Aber Atze Schröder erzählt:

«Er hat die schlimmsten Sachen gemacht als Soldat.»

Seine Grossmutter und zwei seiner Onkel hatten deswegen Selbstmord begangen. «Wenn er hier sitzen würde, würde er sich entschuldigen», sagt Atze im Namen seines Vaters. Dann steht Atze weinend auf und reicht Eva Szepesi die Hand. «Es tut mir leid», sagt er zweimal, sichtlich ergriffen.

Eva Szepesi lächelt verständnisvoll und nimmt die Entschuldigung an. Der Komiker betont ernst: «Wir dürfen das nie vergessen.» Dann ist die Sendung zu Ende.

(joey)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Treffen der Schreibtischmörder: Die Teilnehmer an der Wannsee-Konferenz 1942

1 / 18
Treffen der Schreibtischmörder: Die Teilnehmer an der Wannsee-Konferenz 1942
quelle: dpa dpa-zentralbild / z5466/_britta pedersen
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das Imageproblem des Deutschen Schäferhunds

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Vögtlin hat gemischelt: Das ist der neue Modus mit 13 Teams

Spielplangeneral Willi Vögtlin hat nun den neuen Modus mit Aufsteiger Ajoie und 13 Teams erarbeitet. Als Kuriosum: Ajoie spielt in der Ostgruppe.

Nächste Saison umfasst die Qualifikation 52 Spiele. Die Frage, die Willi Vögtlin lösen musste: Wie stellen wir es an, dass alle 13 Teams auf 52 Partien kommen? Er hat es mit der Bildung von drei Gruppen gelöst. Nächste Saison gibt es eine West-, Ost- und Südgruppe.

Und so geht es.

Zuerst spielen alle gegen alle je zwei Heim- und Auswärtsspiele. Ergibt 48 Spiele. Nun kommen die Gruppenspiele.

Innerhalb der West- und Ostgruppe spielt jeder gegen jeden eine Partie. Ergibt vier Spiele. In der …

Artikel lesen
Link zum Artikel