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Polen muss umstrittenes Gesetz zur Disziplinierung von Richtern aussetzen



epa04279586 View of the court's entrance building prior to the hearing of the Shepherd case at the European Court of Justice in Luxembourg, Luxembourg 25 June 2014. Andre Shepherd is a US Army specialist and deserter who applied for asylum in Germany in 2008. Mr. Shepherd is the first US deserter to seek asylum in Europe.  EPA/NICOLAS BOUVY

Bild: EPA/EPA

Im Streit um die polnischen Justizreformen hat die Regierung in Warschau eine deutliche Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof erlitten. Die Luxemburger Richter gaben am Mittwoch einem Antrag der EU-Kommission auf einstweilige Verfügung statt, wonach die Anwendung eines Gesetzes zur Disziplinierung von Richtern ausgesetzt werden muss (Rechtssache C-791/19 R).

Ein endgültiges Urteil wird der EugH zu einem späteren Zeitpunkt treffen.

Ungeachtet der internationalen Kritik baut die nationalkonservative PiS-Regierung das Justizwesen Polens seit Jahren um und setzt Richter damit unter Druck. Die Reformen landeten schon mehrfach vor dem Europäischen Gerichtshof.

In diesem Fall geht es um eine 2018 gegründete Disziplinarkammer, die jeden Richter oder Staatsanwalt entlassen kann. Aus Sicht des Obersten Gerichts in Polen verstösst die Kammer gegen europäisches und polnisches Recht. Inzwischen hat die rechtskonservative Regierungspartei PiS ein weiteres Gesetz zur Richterdisziplinierung verabschiedet und in Kraft gesetzt. Auch dagegen hegt die EU-Kommission Bedenken, hat aber noch kein Verfahren eingeleitet.

Wegen der Disziplinarkammer hatte die Behörde im Januar eine einstweilige Verfügung beim EuGH eingereicht - und bekam nun Recht. Die Kammer ist ein Schlüsselelement der PiS-Reformen. Das Gremium nahm im Herbst 2018 seine Arbeit auf. Es ist zum Grossteil mit Juristen und ehemaligen Staatsanwälten aus der Umgebung von Justizminister Ziobro besetzt. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Scenario 08.04.2020 13:05
    Highlight Highlight Die EU muss unbedingt reformiert werden, damit Staaten wie Polen und Ungarn notfalls auch aus der EU ausgeschlossen werden können.
  • Unicron 08.04.2020 12:01
    Highlight Highlight Wie ist das eigentlich passiert dass Polen und Ungarn so eskalieren?
    Waren die schon immer so, oder hat das erst in den letzten Jahren angefangen?
    • jimmyspeakstruths 08.04.2020 16:36
      Highlight Highlight Kenne mich mit Polen nicht aus, aber in Ungarn zeichnet sich das schon länger ab. Viele gebildete und weltoffene Ungaren „hauen ab“ und zurück bleibt eine Gruppe, die so über Zeit einen immer größeren Anteil ausmacht und die anderen schweigen halt oder schauen auch, dass sie wegkommen.

      Ist leider in Szenario „Rutsch in Richtung X“ immer der worst case, wenn die opposition flüchtet statt sich zu einen. Aber das ist keine Kritik an diesen Leuten, ich wäre wohl genau so.

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