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«Aggression gegen Recht und Religion des Irak» – EU-Regenbogenfahne sorgt für rote Köpfe



Die irakische Regierung empört sich darüber, dass die EU-Vertretung in Bagdad am Sonntag demonstrativ eine Regenbogenfahne gehisst hat. Dies verletze die religiösen Gefühle vieler Bürger und widerspreche den Werten und sozialen Normen des weit überwiegend von Muslimen bewohnten Landes, erklärte das Aussenministerium nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

Die Fahne ist ein schwul-lesbisches Symbol. Die EU-Vertretung hatte sie nach Medienberichten anlässlich des internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit an diesem Sonntag gehisst. Die Botschaften Kanadas und Grossbritanniens schlossen sich an.

Auch der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr empörte sich über die Aktion und sprach von einer «Aggression gegen das Recht und die Religion des Irak». Erst vor wenigen Wochen hatte er gleichgeschlechtliche Ehen als einen der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus bezeichnet. Homosexualität ist nach islamischem Glauben streng verboten. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 18.05.2020 16:10
    Highlight Highlight Wie unsicher sind denn solche Anhänger einer Religion (wohl die Meisten der meisten Religionen), dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen, wenn andere anders sind, als es die eigene Religion fordert? Haben die denn Angst, von ihrer Religion abzufallen?
    Also wenn ich wüsste, dass meine Religion die einzig Wahre und die Allerbeste ist, dann würden mich andere Ueberzeugungen nicht kratzen und ich könnte über solche arme Ungläubige herzlich lachen.
    OK, ich habe wohl den Sinn von Religionen noch nicht ganz verstanden... Gut so. Das will und werde ich auch nie.
    • Faceoff 18.05.2020 21:36
      Highlight Highlight Religionen haben Allmachtsansprüche. Anders zu sein oder was anderes zu glauben, ist da schlicht nicht vorgesehen.

      Hierzulande sind wir zwar ein paar Schritte weiter, die Toleranz ist aber allerhöchstens zähneknirschend. Auch daher ist die Aktion ebenso notwendig wie offenbar gelungen.
  • Rene Goeckel 18.05.2020 11:15
    Highlight Highlight Dann bitte das nächste mal eine Fahne mit einem Schaf oder einer Ziege ...
  • Knäckebrot 18.05.2020 09:54
    Highlight Highlight Europa hat m.E. einen ambivalenten Umgang mit seinem paradoxen pluralistisch-absoluten Ethikverständnis gegenüber anderen Ethikverständnissen, was ich bedenklich finde.

    Allerdings hisst Irak seine Flagge in den Botschaften aller Welt, wo ausgerechnet auf ihr die Überlegenheit des Islams (الله اكبر) proklamiert wird, welcher sich schlussendlich nach Muhammads Verständnis jeder Erdteil unterwerfen muss...

    (Messenger of Allah (ﷺ) said, "I have been commanded (by Allah) to fight people until they testify that there is no true god except Allah, and that Muhammad is the Messenger of Allah) Bukhari
    • insert_brain_here 18.05.2020 11:08
      Highlight Highlight Kritische Selbsterkenntnis war noch nie die stärke von religiösen Spinnern.
    • Ueli der Knecht 18.05.2020 12:25
      Highlight Highlight Schon die Übersetzung "there is no true god except Allah" ist falsch und tendenziös.

      Richtig ist: "Es gibt keinen Gott ausser Gott".

      Das liesse sehr viel Spielraum für tolerante Auslegungen. Es ist im Islam üblich und erlaubt, über Auslegungsfragen zu streiten.

      Natürlich lässt es auch zu, dass religiöse Spinner diesen Satz intolerant, radikal und extremistisch auslegen, so wie das @Knäckebrot offensichtlich tut (tun will).

      Die Weltverschwörungstheorie wurde wurde bereits angewandt, um die Ermordung von ein paar Millionen Juden zu rechtfertigen. Das ist und bleibt letztlich purer Rassismus.
    • poltergeist 18.05.2020 12:43
      Highlight Highlight Ja man sieht die Überlegenheit an der Prosperität islamischer Länder. Toleranz erwarten aber keine bieten. Wie ich das h....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bits_and_More 18.05.2020 08:48
    Highlight Highlight Auch wenn das nur eine sehr kleine Geste ich, hoffe ich, dass sich über lange Zeit die Diskriminierung von Anders-Sexuellen im nahen Osten verringert.
    Erst neulich meinte ein Berufskontakt aus Saudi-Arabien: "Einen Mann zu lieben ist schlimmer als eine Jüdin zu heiraten" und "Zum Glück gibt es keine muslimischen Schwuchteln". Er ist gerade einmal 21 Jahre jung und kein Einzelfall.
    • insert_brain_here 18.05.2020 10:08
      Highlight Highlight Es ist nicht notwendig unser Land zu verlassen um solche Geisteshaltungen anzutreffen. In konservativ-religiösen Kreisen hält sich das Bild der krankhaften und auch ansteckenden Homosexualität hartnäckig. Ich habe sogar den Eindruck, dass je weiter sich die Mehrheitsgesellschaft öffnet, desto lauter und hasserfüllter werden diese Gruppen. Als aufgeschlossene Menschen sollten wir uns bemühen zu informieren, aber uns auf keinen Fall von ihnen ausbremsen lassen. Haters gonna hate, no matter what.
    • CapD17 18.05.2020 12:09
      Highlight Highlight Und wieder wird vom eigentlichen Problem abgelenkt und die religiös-konservative Einstellung von Millionen Irakern mit der Einstellung einiger wenigen Tausenden Schweizern verglichen und es von der Problematik her gleichgesetzt. Ich lange mir manchmal wirklich an den Kopf.
    • insert_brain_here 18.05.2020 14:10
      Highlight Highlight @CapD17: Schau mal her, das Programm ist ganz einfach. Dem Hass soll bei jeder Gelegenheit gegenübergetreten werden, egal wo immer er auftritt. Die EU-Botschaft hat das in Bagdad gemacht und ich finde die Aktion wirklich stark. Ich rede mit Menschen in der Schweiz, einfach darum, weil ich das kann und die Hoffnung habe wenigstens hin und wieder bei jemandem durchzudringen. Wenn du dich dazu berufen fühlst die Einstellung von Menschen im Irak zu ändern wünsche ich dir von ganzem Herzen viel Erfolg.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Floule 18.05.2020 08:01
    Highlight Highlight Ganz offen gesagt: Ich finde dieses homophobe Gedankengut einfach nur Dreck, Religion hin oder her.
    • Roland Bach 18.05.2020 18:33
      Highlight Highlight Homosexuelle zu hassen vestehe ich nicht, niemand muss es mögen aber gleich zum Tod aufrufen, nein.
    • Ueli der Knecht 18.05.2020 20:48
      Highlight Highlight Hat jemand zum Tod aufgerufen, @Roland Bach, oder machst du hier einen auf Dramaqueen?
  • insert_brain_here 18.05.2020 07:56
    Highlight Highlight Bämm, Treffer!!!
  • Faceoff 18.05.2020 07:26
    Highlight Highlight Die, die es triggern sollte, hat es getriggert. Aktion gelungen, Affaire a suivre.
    • Normi 18.05.2020 08:06
      Highlight Highlight Wenn die wüssten das Bereits in den deutschen Bauernkriegen der Bundschuh und die Regenbogenfahne zum Zeichen einer neuen Zeit, der Hoffnung und Veränderung verwendet wurde...

      Wollen sie den Evangelismus verbieten ?
  • Oh du goldigs Sünneli 18.05.2020 07:08
    Highlight Highlight Schon traurig, dass Menschen andere aufgrund ihrer Religion hassen.
  • PaLve! 18.05.2020 00:54
    Highlight Highlight Diese farbige Fahne ist schon verdammt verletzend!
    Wie können die das nur den armen Leuten antun!!!
  • 0ldNicehand 18.05.2020 00:14
    Highlight Highlight "gleichgeschlechtliche Ehen als einer der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus" ..wer sowas glaubt, jemanden zuhört der sowas erzählt, muss schon sehr sich selbst am "logischen denken" hindern. Obwohl, noch nicht soo lange her da war homosexualität auch bei uns "twufelszeug", verboten. Sünder in en Augen der Kirche wurden als Verursacher für alles mögliche angeprangert, oft auch Seuchen.
  • Adualia 17.05.2020 23:55
    Highlight Highlight 2020... und keine Besserung in Sicht, im Gegenteil leider.
  • ostpol76 17.05.2020 23:43
    Highlight Highlight Wieso meinen wir immer in anderen Ländern den Moralapostel spielen zu müssen?
    • genauleser 18.05.2020 11:28
      Highlight Highlight Weil dort fundamentale Menschenrechte verletzt werden?
      Weil die verfolgten Menschen verständlicherweise (und sofern sie können) früher oder später bei uns auf der Matte stehen?
    • Bits_and_More 18.05.2020 12:04
      Highlight Highlight Schwule von Hochhäusern zu schmeissen oder an den Galgen zu hängen ist nun mal nicht so der Bringer... Da dürfen, nein müssen, wir uns einmischen. Einfach wegen der Menschlichkeit.
    • Knäckebrot 18.05.2020 12:34
      Highlight Highlight Dass Menschenrechte verletzt werden sagt halt vorerst noch nichts darüber aus, welche Reaktionen darauf gut und welche schlecht sind.
      Dieses typisch westliche "sich-durch-zeichen-solidarisieren" (mit likes und dislikes, zujubeln und empören) gibt vielen das Gefühl, etwas Gutes zu machen und schleicht sich im Westen als unhinterfragtes Vorgehen ein.
      Aus meiner Sicht entwickelt sich dies nur in eine neue Form von Sozialdisziplinierung und weniger in tiefgründigen Frieden.

      Vielleicht liegt der Weg woanders.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 17.05.2020 23:38
    Highlight Highlight Neokolonialistische Dummheit der Europäer.
    • Anna Landmann 18.05.2020 10:04
      Highlight Highlight Kulturrelativistisches Geschwafel eines Watson-Users. Schwule und Lesben müssen ja nicht im Irak leben, wenn es ihnen nicht passt, die dürfen sehr gerne ins tolerante Europa kommen... ah, nein, stimmt, wir wollen ja lieber keine Flüchtlinge. Tja, dumm gelaufen, im falschen Land geboren, selber schuld.
    • Skeptischer Optimist 18.05.2020 10:43
      Highlight Highlight Im Unterstellen von Argumenten, scheinst du sehr stark zu sein.

      Da das Thema eh ausfranst, kannst du mir vielleicht erklären warum die europäischen Diplomaten ihr Mütchen nicht auf die gleiche Weise in Saudiarabien oder Iran kühlen mögen? Liegt es daran, dass es vielleicht leichter ist schwache Länder zu treten als reiche?
    • insert_brain_here 18.05.2020 17:12
      Highlight Highlight @Skeptischer Optimist: Kritisierst du jetzt, dass die EU sich im Irak einmischt oder dass sie es anderen Orten nicht tut, bin etwas verwirrt.

      BTW: Auch die Vertretung in Riad hat bei der Aktion mitgemacht, im Iran unterhält die EU nach meinem Wissensstand keine Vertretung.

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