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Belgischer Virologe überlebt Corona – und hat eine Warnung an uns alle



Die Krankheitsverläufe der mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten sind teilweise sehr unterschiedlich. Manche Menschen merken kaum etwas von der Infektion, andere erleiden einen sehr starken, gar tödlichen Krankheitsverlauf. Doch selbst, wenn man es überlebt, ist es noch nicht unbedingt überstanden.

Das berichtet ein belgischer Virologe. Er wurde mit dem Coronavirus infiziert und hat die schwere Krankheit überlebt. Die Folgen spürt er jedoch immer noch. Im Interview mit dem ScienceMag richtet er eine Warnung an uns alle.

Folgen bis heute spürbar

Peter Piot ist Virologe, er hat seine Karriere dem Kampf gegen Epidemien gewidmet. Nachdem er bei der Eindämmung von HIV und Ebola aktiv dabei war, wurde er im Zuge der Corona-Krise Berater der Europäischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Doch Mitte März hat es auch ihn erwischt.

Dr. Peter Piot, the co-discoverer of the Ebola virus, speaks during an interview with The Associated Press at his office at the London School of Hygiene and Tropical Medicine in London, Friday, Oct. 17, 2014. Piot questioned why it took the World Health Organization five months and 1,000 deaths before the agency declared Ebola an international health emergency in August. (AP Photo/David Azia)

Peter Piot. Bild: AP/AP

Nach etwa einer Woche im Krankenhaus habe er sich zu Hause erholt. Bis heute sei er nicht vollständig auskuriert und spüre die Nachwirkungen der Krankheit noch immer, erklärt er.

Das Gefährlichste waren die Konsequenzen

Als Piot zum ersten Mal Symptome wahrnahm, begab er sich in Selbstisolation, um andere zu schützen. Doch sein Zustand verschlechterte sich. Erst Anfang April ging er auf den Rat eines Freundes ins Krankenhaus. Doch schlimmer als die akute Krankheit noch seien die Nachwirkungen gewesen, die er nach der überstandenen Infektion gespürt habe.

Peter Piot beschreibt einen starken Sauerstoffmangel und zunehmende Erschöpfung. «Ich war komplett erschöpft, dieses Gefühl werde ich niemals vergessen. Ich musste ins Krankenhaus, obwohl ich mittlerweile negativ auf das Coronavirus getestet wurde. Das ist auch typisch für Covid-19: Die Krankheit verschwindet, doch die Konsequenzen dauern wochenlang», sagt Piot.

Er habe eine Woche lang um sein Überleben gekämpft. Jetzt sei er zu folgender Erkenntnis gekommen: «Viele Menschen denken, dass COVID-19 1 Prozent der Patienten tötet, und der Rest kommt mit einigen grippeähnlichen Symptomen davon.» Aber die Geschichte sei komplizierter. Viele Menschen würden mit chronischen Nieren- und Herzproblemen zurückbleiben. Sogar ihr neurales System sei gestört.

«Weltweit wird es Hunderttausende von Menschen geben, möglicherweise noch mehr, die für den Rest ihres Lebens Behandlungen wie eine Nierendialyse benötigen werden.»

Wie die «Südostschweiz» bereits im April berichtete, stellen sich Spitäler in der Region aus diesem Grund auf eine Zunahme der Fälle in den Reha-Kliniken ein. Man sei sich der Gefahr bewusst, dass Personen, die sich mit dem Coronavirus infizierten, auch nach der akuten Erkrankung manchmal nicht vollständig geheilt seien. Deswegen bereiten sich in der Region gleich zwei Reha-Kliniken darauf vor.

(jaw/vdv/watson.de)

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quelle: keystone
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