DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Äthiopiens Streitkräfte greifen Hauptstadt von Tigray an



Im Äthiopienkonflikt haben die Streitkräfte des Landes laut eines regionalen Medienberichts die Hauptstadt der Region Tigray angegriffen. Mekelle «wird mit schwerer Artillerie bombardiert», teilte der mit der Regionalregierung verbundenen Fernsehsender Tigray TV am Samstag mit.

epa08848440 Ethiopian Federal Police patrol in Addis Ababa, Ethiopia 28 November 2020. Life continues as normal in the capital after the prime minister of Ethiopia Abiy Ahmed ordered the army to move on the embattled Tigray regional capital of Mekelle in the north of Ethiopia when a 72 hour ultimatum to surrender expired 26 November 2020. Ethiopia

Bild aus der Hauptstadt Addis Ababa. Das Leben geht bisher (noch) seinen normalen Gang. Bild: keystone

Das für die Tigray-Krise von der Zentralregierung geschaffene Büro sagte derweil, die TPLF habe stets Vorwürfe fabriziert, dass die Zentralregierung Städte, Orte und Standorte von Zivilisten aus der Luft angreifen würden. Die Streitkräfte würden nur auf militärische Ziele und Waffendepots der TPLF zielen; sie würden keine Zivileinrichtungen wie Schulen oder Wohngebiete angreifen und hätten Explosionen in dicht besiedelten Gebieten vermieden.

Am Freitag hatte ein führendes Mitglied des Militärs, Hassen Ibrahim, dem staatlichen Sender Fana gesagt, dass die Armee mehrere strategisch wichtige Ortschaften ausserhalb Mekelles eingenommen habe.

Äthiopiens Regierung hatte vor mehr als drei Wochen eine Offensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die in der nördlichen Region Tigray an der Macht ist. Über die Lage vor Ort ist wenig bekannt, da Internet, Telefonverbindungen und Strom weitgehend gekappt sind. Bislang sind laut UNHCR mehr als 43 000 Menschen in das Nachbarland Sudan geflohen und Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in Tigray. Etliche Stimmen der internationalen Gemeinschaft haben zu einer Waffenruhe ausgerufen, darunter auch jüngst das EU-Parlament.

Hintergrund des Konflikts sind immer grössere Spannungen zwischen Tigray und der Zentralregierung. Die TPLF dominierte Äthiopien mehr als 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam und die TPLF hinausdrängte. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es etliche ethnische Spannungen, die unter Abiy gestiegen sind. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UNO-Folterexperte Nils Melzer: «Der Fall Assange ist wie ein dunkles Familiengeheimnis»

Der Schweizer Jurist Nils Melzer überwacht für die UNO das Folterverbot und hat ein Buch über seine Untersuchung zum Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange geschrieben. Dessen Rechte seien massiv verletzt worden, sagt Melzer. Und warnt vor der «gefährlichen» PMT-Vorlage, die am 13. Juni zur Abstimmung kommt.

Sie erheben in Ihrem Buch schwere Vorwürfe gegen westliche Staaten im Umgang mit Julian Assange. Was hat Sie bei Ihrer Untersuchung am meisten schockiert?Nils Melzer: Die Erkenntnis, dass der Rechtsstaat offenbar auch in westlichen Demokratien vollkommen ausgehebelt werden kann. Ich habe in den letzten 20 Jahren oft in Kriegs- und Krisengebieten gearbeitet und viele schwere Rechtsverletzungen gesehen. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass in den westlichen Demokratien wenigstens noch der …

Artikel lesen
Link zum Artikel