International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Atomenergiebehörde: Iran muss Uran-Vorräte offenlegen



epa08088084 A handout photo made available by Iran's Atomic Energy Organisation shows head of the organisation Ali Akbar Salehi (C) speaks to media during his visits to nuclear water reactor of Arak, in the city of Arak, central Iran, 23 December 2019. Media reported that Salehi said that the A secondary circuit for Iran's Arak heavy water reactor has become operational as part of its redesign under the 2015 nuclear deal.  EPA/IRAN ATOMIC ENERGY ORGANIZATION / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) lässt keinen Zweifel daran, dass der Iran seine Bestände an angereichertem Uran lückenlos angeben muss. Teheran müsse umgehend und vollständig mit der IAEA bei der Klärung offener Fragen kooperieren, forderte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag zum Auftakt des Gouverneursrats der Uno-Behörde in Wien.

Das betreffe mögliche nukleare Aktivitäten an drei Orten, zu denen der Iran teils den Zugang verweigere. Die fraglichen Vorgänge liegen allerdings Jahre zurück und sollen eine sehr überschaubare Menge an angereichertem Uran betreffen, wie es aus diplomatischen Kreisen hiess. Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Die Begründung für den Zugang in diesen konkreten Fällen sei unzureichend, hiess es.

Die IAEA überwacht weltweit die für den zivilen Bedarf gelagerten Uranvorräte und hat im Fall des Irans ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet. Im internationalen Atomabkommen von 2015, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern soll, hatte Teheran der Einhaltung von Obergrenzen zugestimmt.

Mit dem Abkommen war dem Iran im Gegenzug ein Ende der wirtschaftlichen Isolation in Aussicht gestellt worden. Nach dem Ausstieg der USA 2018 steht das Abkommen am Rand des Scheiterns. Inzwischen hat der Iran diverse Auflagen verletzt.

Teheran versucht mit dem schrittweisen Ausstieg die verbliebenen Partner - China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Russland - dazu zu bringen, die Handelsbeziehungen trotz der US-Sanktionen in Schwung zu bringen.

IAEA-Überwachung wie bisher

Grossi bescheinigte dem Iran allerdings auch, dass er trotz seiner jüngsten Ankündigung vom Januar, die Verpflichtungen aus der Vereinbarung nun zu ignorieren, bisher keine weitergehenden Schritte unternommen habe. Auch die aktuelle Überwachung des Atomprogramms durch die IAEA laufe auf dem bisher etablierten Niveau weiter.

Der Iran wies darauf hin, dass im Jahr 2018 rund 88 Prozent aller weltweiten Inspektionen der IAEA dem Iran galten. «An diesem Scheideweg haben die Behörde und ihre Mitgliedsstaaten die Verantwortung, die Weisheit zu zeigen, Probleme in gewissenhafter Art anzusprechen, um nicht das grössere Ganze der Kooperation zwischen dem Iran und der IAEA zu zerstören.»

Die IAEA, die als Fürsprecher einer sicheren zivilen Nutzung der Atomkraft auftritt, will laut Grossi als Reaktion auf die Klimaschutz-Debatte die Atomenergie wieder stärker ins Bewusstsein bringen. Das Interesse an dieser CO2-freien-Technologie sei wieder deutlich gewachsen. «Ich will sicherstellen, dass unsere Stimme gehört wird», kündigte Grossi an. Aktuell seien in 30 Ländern insgesamt 442 Reaktoren in Betrieb. In 19 Ländern werden laut IAEA derzeit weitere 53 Reaktoren gebaut. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Reisereportage Iran

Mehrere Anschläge im Iran

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3

Armenien und Aserbaidschan vereinbaren Feuerpause – diese hält gerade mal 4 Minuten an

Im blutigen Konflikt in der Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben Armenien und Aserbaidschan einen neuen Anlauf für eine Feuerpause genommen. Sie trat in der Nacht zum Sonntag in Kraft, war aber bereits wenige Stunden danach brüchig. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben. Armenien sprach nach neuen Angriffen der aserbaidschanischen Seite von Opfern auf beiden Seiten. Zuvor gab es international Appelle, die Kämpfe zu beenden und an den …

Artikel lesen
Link zum Artikel