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epa07536717 Asylum seekers disembark from a plane as 147 asylum seekers from Misurata (Libya) arrive at the Pratica di Mare military airport, near Rome, Italy, 29 April 2019, following the opening of an humanitarian corridor.  EPA/ALESSANDRO DI MEO

Flüchtlinge verlassen ein Flugzeug in Rom, nachdem sie aus Libyen evakuiert wurden. Bild: EPA/ANSA

Italien lässt Flüchtlinge aus Libyen per Flugzeug evakuieren



Italien hat nach Uno-Angaben als erstes Land seit dem Ausbruch der neuen Kämpfe in Libyen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland evakuieren lassen. Die 146 Männer und Frauen kamen am Montag mit einem Flugzeug an einem Militärflughafen in der Nähe von Rom an.

Dies teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Es sei nun von «grösster Bedeutung, dass auch andere Staaten ähnliche Gesten der Grosszügigkeit umsetzen», erklärte Uno-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi.

Die Evakuierung sei zusammen mit dem libyschen Innenministerium und den italienischen Behörden koordiniert worden. Unter den Flüchtlingen waren 46 Kinder, die von ihren Familien getrennt sind. Die Menschen stammen nach Medienangaben aus Äthiopien, Eritrea, Somalia, Sudan und Syrien.

A family with a baby disembarks from an Italian military aircraft arriving from Misrata, Libya, at Pratica di Mare military airport, near Rome, Monday, April 29, 2019. Italy organized a humanitarian evacuation airlift for a group of 147 asylum seekers from Ethiopia, Eritrea, Somalia, Sudan and Syria. (AP Photo/Andrew Medichini)

Eine Familie am Militärflughafen Practica die Mare in Rom. Bild: AP/AP

Libyen ist ein Transitland für Tausende von Flüchtlingen. Die Geflüchteten lebten dort in Lagern schon vor dem neuen Gewaltausbruch oft unter unmenschlichen Umständen. Nun seien mehr als 3300 Menschen in den Lagern wegen der Kämpfe in unmittelbarer Gefahr, so das UNHCR.

Flüchtlinge mit Schusswaffen angegriffen

Die Organisation «Ärzte ohne Grenzen» hatte aufs Wochenende einen erschreckenden Bericht veröffentlicht. Bei den Gefechten um die Hauptstadt Tripolis wurden demnach internierte Flüchtlinge durch Schusswaffen verletzt.

Ein Sprecher der Organisation forderte im Echo der Zeit die Weltgemeinschaft, insbesondere Europa dazu auf, die Flüchtlinge umgehend zu evakuieren. Europa habe mit Geld die libysche Küstenwache dazu ermuntert, die Flüchtlingsschiffe abzufangen und zurück nach Libyen zu bringen. Spätestens jetzt sei aber absolut klar, dass Libyen kein sicheres Land sei, weshalb umgehend gehandelt werden müsse.

Migrants who fled fighting gather at a detention center in Zawya, Libya, west of Tripoli, on Saturday, April 27, 2019. Humanitarian organizations and international institutions are concerned about the situation of thousands of migrants in Libya caught between forces loyal to the U.N.-supported government in Tripoli and the government in the east, which Field Marshal Khalifa Hifter is aligned with. (AP Photo/Hazem Ahmed)

Flüchtlinge in Tripolis: Ihre Lage ist wegen der Kämpfe noch prekärer. Bild: AP/AP

Eigentlich für harten Kurs bekannt

Die populistische Regierung in Rom und allen voran der rechte Innenminister Matteo Salvini sind eigentlich bekannt für ihren harten Kurs gegen Flüchtlinge. Italien hatte aber auch schon zuvor über einen humanitären Korridor Flüchtlinge aus Libyen aufgenommen.

Der libysche General Haftar hatte seinen Truppen Anfang des Monats den Vormarsch auf Tripolis befohlen. Dort hat die von der Uno unterstützte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ihren Sitz. Haftar ist mit dem Parlament im Osten Libyens verbündet, das als Gegenregierung gilt. Derzeit gibt es besonders in den südlichen Gebieten und Vororten von Tripolis heftige Kämpfe. (sda/dpa)

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