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Mexiko hat ein Corona-Problem – doch der Präsident sieht das anders



Mexiko ist inzwischen das Land mit den sechstmeisten bestätigten Corona-Fällen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete nach Zahlen vom Freitag (Ortszeit) 7573 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden. Die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 378'285, womit Mexiko Peru überholte – das südamerikanische Land liegt nach offiziellen Zahlen vom Freitag bei 375'961 Infizierten. Mexiko hat weltweit die viertmeisten Todesfälle registriert – nur in den USA, Brasilien und Grossbritannien waren es bisher mehr als die 42'645 mexikanischen.

Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador will die Wirtschaft des Landes mit einem milliardenschweren Finanzpaket unterstützen. (Archivbild)

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador. Bild: EPA

Mexikos Regierung verhängte nie eine verbindliche Ausgangssperre oder ähnlich strenge Anti-Corona-Massnahmen. Inzwischen haben in Teilen des Landes – darunter der Hauptstadt – Geschäfte und Restaurants wieder auf. Seit mehr als zwei Monaten behauptet Präsident Andrés Manuel López Obrador immer wieder, Mexiko habe das Coronavirus gebändigt. Erst vor wenigen Wochen, für einen Staatsbesuch in Washington am 8. Juli, liess er sich zum ersten Mal testen. Mit Atemschutzmaske sieht man ihn fast nie. In seiner täglichen Pressekonferenz dazu gefragt, sagte López Obrador am Freitag, die Nützlichkeit von Masken sei nicht wissenschaftlich erwiesen.

Die wahren Corona-Zahlen dürften in dem nordamerikanischen Land deutlich höher liegen als die offiziell bestätigten. Mexiko testet im internationalen Vergleich äusserst wenig auf den Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Nach Zahlen von Forschern der englischen Oxford-Universität lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 6,04 pro 1000 Einwohner – in Deutschland waren es 88,55 und in den USA 147,42.

Mexikos Sterblichkeitsrate relativ zur Zahl der Infektionen liegt nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA mit 11,3 Prozent weltweit an achter Stelle. Pro 100'000 Einwohner belegt das 130-Millionen-Einwohner-Land demnach mit 33,2 Todesopfern den 15. Platz. (sda/dpa)

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