International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gewaltwelle in Mexiko: Präsident ruft Verbrecher zur Mässigung auf



epa08373600 Mexican President Andres Manuel Lopez Obrador speaks during his morning press conference at the National Palace in Mexico City, Mexico, 20 April 2020. Lopez Obrador explained that the 1,000 ventilators purchased from the United States to face the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic will arrive in stages, at the rate of 200 each week.  EPA/SASHENKA GUTIERREZ

Präsident Andrés Manuel López Obrador bei seiner Rede. Bild: EPA

Selbst die grassierende Corona-Pandemie kann die Welle der Gewalt in Mexiko nicht stoppen. Zwar verteilten Mitglieder von Drogenkartellen laut Medienberichten zuletzt Hilfspakete mit Lebensmitteln an Bedürftige, doch das Morden geht weiter. «Wir kümmern uns um das Coronavirus, aber leider haben wir immer noch das Problem mit den Morden», sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Montag. «Noch nicht mal in dieser Situation des Coronavirus geben sie Ruhe. Also erzählt mir nicht, dass ihr Lebensmittel verteilt. Nein, hört lieber auf mit der Gewalt.»

Vorläufigen Daten zufolge war der März der bislang blutigste Monat in der Amtszeit von López Obrador. Die Sicherheitsbehörden eröffneten 2585 Mordermittlungen, das entspricht 83.5 Fällen pro Tag. Jede einzelne Ermittlung kann aber mehr als ein Opfer umfassen.

Mexiko leidet seit Jahren unter massiver Gewalt, die zu einem grossen Teil auf das Konto von Banden geht, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Im vergangenen Jahr wurden in dem lateinamerikanischen Land fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Die meisten Verbrechen werden nie aufgeklärt.

Die jüngsten Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus verschärfen die sozialen Probleme in Mexiko, wo viele Leute im informellen Sektor arbeiten. Zuletzt tauchten Videos und Fotos auf, auf denen zu sehen war, wie mutmassliche Kartellmitglieder Essen verteilten. «Das ist keine Hilfe», sagte Staatschef López Obrador. «Hilfe wäre, wenn sie niemandem mehr Schaden zufügen würden.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das verheerende Erdbeben von 1985 in Mexiko

Archäologen finden Maya Schätze

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pasionaria 21.04.2020 05:15
    Highlight Highlight AMLO
    "Also erzählt mir nicht, dass ihr Lebensmittel verteilt. Nein, hört lieber auf mit der Gewalt.»"
    Das schon, aber AMLO, hoeren Sie lieber auf, die Coronakrise herunterzuspielen und verteilen Sie selbst, neben Tests auch Lebensmittel. Ihr Volk braucht alles dringendst, sonst wird die Gewalt noch zunehmen.
    Das haetten Sie auch nicht gedacht, dass Ihr Vorbild, was verlogene Worte und Taten betrifft, dear Mr. Trump sein wird.
    Que vergüenza!
  • Unicron 20.04.2020 23:07
    Highlight Highlight 100 Morde am Tag?
    Und das nur wegen Geld.
  • My Senf 20.04.2020 19:22
    Highlight Highlight Da würde der Spruch passen, dass COVID-19 „nur@ sind Grippe ist
    2585 mord Ermittlungen!!

Journalist beschreibt seinen Horror in Belarus: «Wir lagen lebendig in einer Blutlache»

Ein russischer Journalist wird während der Proteste in Minsk festgenommen. Was er in einem Tag Polizeihaft erlebt, gleicht einem Film. Seine Schilderungen zeugen von brutaler Polizeigewalt, von Menschen, aufeinandergestapelt wie lebende Teppiche, und vom Transport in den eigenen Exkrementen.

In Minsk herrscht zurzeit Ausnahmezustand: In der Nacht zum Donnerstag kam es am vierten Tag in Folge zu Demonstrationen in der Hauptstadt Weissrusslands. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Alexander Lukaschenko.

Der russische Journalist, Nikita Telizhenko, war vor Ort. Doch in der Nacht auf den 11. August wurde er festgenommen. Ab da war er für einen Tag komplett von der Aussenwelt abgeschnitten. In einem Bericht des russischen Mediums Znak schreibt er über die 16 Stunden …

Artikel lesen
Link zum Artikel