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epa05136297 An undated handout picture made available by Australia's James Cook University (JCU) on 31 January 2016 shows marine life in the Great Barrier Reef, in the Coral Sea, off the coast of Queensland, Australia. A survey made by JCU researchers has found that more than three quarters of Australians feel the Great Barrier Reef, the world's largest coral reef system, is part of their national identity.  EPA/JAMES COOK UNIVERSITY AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Es war einmal eine bunte Wasserwelt: das Great Barrier Reef. (Archivbild) Bild: EPA/AAP/JAMES COOK UNIVERSITY

Forschende wollen Schäden am Great Barrier Reef verzögern – mit diesen Methoden



Die verheerenden Schäden am Great Barrier Reef in Australien könnten gemäss einer Studie durch menschliche Eingriffe um bis zu 20 Jahre verzögert werden. Möglich sei etwa die Ausbringung hitzetoleranter Korallen, schreiben australische Forscher in einem am Donnerstag in der Zeitschrift «Royal Society Open Science» veröffentlichten Papier.

Dem Riff drohe in den nächsten 50 Jahren ein massiver Rückgang der Korallenbestände wegen der Folgen der Klimakrise. Die Klimaveränderungen führen zu mehr Hitzewellen im Meer, stärkeren Wirbelstürmen und Überflutungen, die dem berühmten Riff schaden. «Korallenriffe zählen zu den am meisten durch den Klimawandel gefährdeten Ökosystemen der Welt», sagte der Hauptautor der Studie, Scott Condie.

Die Modellprojektionen legen nahe, dass der Korallenbestand am 2300 Kilometer langen Great Barrier Reef in 20 Jahren auf unter zehn Prozent sinken könnte. Bereits heute hat das Riff laut früheren Studien die Hälfte seiner Korallen im Vergleich zu 1995 verloren.

In this May 2016 photo released by The Ocean Agency/XL Catlin Seaview Survey, an underwater photographer documents an expanse of dead coral at Lizard Island on Australia's Great Barrier Reef. Coral reefs, unique underwater ecosystems that sustain a quarter of the world's marine species and half a billion people, are dying on an unprecedented scale. Scientists are racing to prevent a complete wipeout within decades. (The Ocean Agency/XL Catlin Seaview Survey via AP)

Toter Korallenfriedhof. Bild: AP/The Ocean Agency / XL Catlin Seaview Survey

Menschliche Eingriffe im Kombination mit «starken globalen Klimamassnahmen» könnten die Zerstörungen jedoch verlangsamen, sagte Condie. Die Forscher schlagen die Ausbringung von Salzkristallen in der Luft zur Aufhellung der Wolken vor, wodurch die Sonne stärker reflektiert und so die Wassertemperatur am Riff gesenkt werden könnte – sogenanntes Engineering. Auch Massnahmen zur Kontrolle des korallenfressenden Dornenkronenseesterns schlagen die Forscher vor.

Die Gefahren des Geo-Engineerings:

Geo-Engineering bezeichnet grossflächige, technische Eingriffe in die Natur durch den Menschen zum Schutz gegen den Klimawandel. Anders als heutige Klimaschutzprojekte, die sich auf die Entfernung und Vermeidung von Treibhausgasen fokussieren, kursieren im Geo-Engineering folgende Ideen: Änderung der Oberflächenalbedo durch helle Dächer und Strassen, Ausbringung von Aerosolen in der Stratosphäre oder auch die Installation von spiegelnden Scheiben im Weltraum.

Viele dieser Vorschläge sind höchst umstritten, da ihre Folgen für die Umwelt weder absehbar noch berechenbar sind. So könnten beispielsweise künstliche Aerosolen in der Atmosphäre zu jahrelangen Regenausfällen an unabsehbaren Orten führen – und das wiederum zu Dürren und Hungersnöten.

Die Forschenden gingen bei ihren Modellrechnungen von einem globalen Anstieg der Temperaturen um durchschnittlich nicht mehr als 1,8 Grad bis 2100 aus, was voraussetzt, dass die Staatengemeinschaft das Pariser Klimaabkommen einhält. Die australische Regierung weigert sich aber bisher, sich auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu verpflichten.

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Die fantastische Unterwasserwelt des Great Barrier Reef

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Die fantastische Unterwasserwelt des Great Barrier Reef
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