Leben
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montage: watson / material: shutterstock

Emma Amour

«Ich liebe meinen Freund, betrüge ihn aber ständig»



Liebe Emma,

seit bald acht Jahren sind Felix und ich ein Paar. Anfangs war es sehr schwer für mich, da ich über beide Ohren in ihn, er aber nicht in mich verknallt war. Er hat mich oft mit Worten verletzt. Es war eine On-Off-Beziehung.

Als ich irgendwann aufgab, wollte er mich. Ich war überglücklich, es lief super.

Nun sitze ich hier nachts um vier und weiss nicht mehr weiter. Es fing an mit meinem Ex und endete auf Tinder. Ich werde verurteilt, teils zu Recht, niemand versteht, dass ich notorisch fremdgehe, was ich nachvollziehen kann. Niemals könnte ich es meinem Freund sagen, auch wenn es vorbei wäre, es würde ihn zu sehr verletzen.

Ich möchte die Beziehung nicht beenden, auch wenn es moralisch gesehen das Richtige wäre. Aber ich liebe ihn und er mich, und wir sind glücklich, bis auf das, dass mir etwas fehlt. Es ist ein Teufelskreis.

Liebe ich ihn zu wenig? Habe ich ihn verdient? Wieso habe ich oft kein schlechtes Gewissen? Ich denke, ich tue das, weil ich auf der Suche nach mir selbst bin, ein wenig für die Bestätigung, um mich abzulenken und um die innere Leere zu füllen. Das Ganze hat auch einen selbstzerstörerischen Touch, vielleicht. Genau weiss ich es aber nicht.

Hast du eine Idee, wie ich aus diesem Schlamassel komme?

Gruss,
Anna

Hallo Anna,

herzlichen Dank für dein Vertrauen. Es ist ein mutiger erster Schritt, dass du deine Situation und deine Gedanken niederschreibst und um Rat fragst. Vor allem wohlwissend, dass du hier in der Kommentarspalte wohl kaum nur wohlwollende Worte lesen wirst.

Du betrügst deinen Freund. Das tust du immer wieder. Natürlich ist das nicht okay, das weisst du ja selber auch. Und auch ich lebe nach der Überzeugung, dass Fremdgehen verwerflich ist. Vor allem, wenn man es so oft tut wie du. An dieser Stelle will ich die Vorwurfskeule nun wieder begraben und versuchen, dein Problem von aussen etwas klarer zu sehen.

Du sagst, dass du mit Felix glücklich bist. Bist du das wirklich? Und wenn ja, was macht dich glücklich? Kann es womöglich sein, dass du hier Glück mit Gewohnheit, Faulheit und eventuell der Angst vor dem Neuanfang verwechselst?

Wenn du von Felix schreibst, dann schreibst du, dass es schwierig war. Er dich oft verletzte, nicht wollte. Und später in deinen Zeilen geht es um deine Leere und um Ablenkung. Gefühle und seelische Zustände, die meiner Meinung nach in einer gut funktionierenden Beziehung in deinem Ausmass nicht entstehen dürfen.

Ich weiss nicht, ob es an Felix liegt, ob er möglicherweise der Falsche für dich ist oder ob du mal deine eigenen Gefühle und dein eigenes Seelenwohl genauer betrachten und analysieren solltest, aber ich weiss, dass es so, wie du erzählst, wohl langfristig für Felix und auch für dich befreiender sein könnte, wenn ihr getrennte Wege geht.

Falls dieser Gedanke die blanke Panik in dir weckt, lass dich davon nicht lähmen. Trennungen sind immer fies und Neuanfänge meistens mit Tränen, Angst und viel Unsicherheit verbunden. Am Schluss aber wird man in den allermeisten Fällen für seinen Mut belohnt.

Und zu guter Letzt könntest du ja auch mal eine Weile Single sein und ganz ohne schlechtes Gewissen tindern, Affären zelebrieren und Sex mit dem Ex haben.

Ganz egal, wie du dich entscheidest und was du machst, denke auch unbedingt an Felix und daran, dass er – und alle anderen Menschen da draussen – nicht verdient hat, am Laufband betrogen zu werden, ohne eine Ahnung davon zu haben.

Alles Liebe,

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Und was würdest du Anna raten?

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deinen Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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