Leben
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montage: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Wie ich ein Tinder-Date crashte und den Jackpot knackte!

Gestern im Café am Nebentisch belausche ich ein Blind Date. Und merke schnell: Sie hasst ihn, er hasst sie. Nur ich, ich hasse ihn so gar nicht. Was dann folgt, glaub ich fast selbst nicht!



Schon bei der Begrüssung schnalle ich, dass das hier nichts wird. Im Vorfeld sitzt nur das Mädel da. Sie blickt 20 Mal in das kleine Spieglein ihres Puders. Irgendwann lächle ich sie an und sage, dass sie super aussieht.

Wir kommen gerade so ein bisschen ins Gespräch, als ihr Date auftaucht. «Du bist jetzt also Tanja», sagt er. «Ja», sagt sie, während ihr das Gesicht entgleist. Ich versteh's nicht. Der Typ ist toll. Dunkelhaarig, brauner Teint, helle Augen, Bart, Shirt, gut sitzende Jeans.

«Cool, dass es nun endlich geklappt hat», sagt sie. Das sei ja mit Tinder schliesslich nicht immer klar. «Du weisst gar nicht, wie oft ich schon geghostet wurde. Aus dem Nichts.»

Dem hätte ich sowas von einen Superlike gegeben!

Autsch. Ich wünsche mir und ihr und ihm, sie hätte das nicht gesagt. Aber hier ist sowieso schon Hopfen und Malz verloren. Dass die Chemie zwischen ihnen keine ist, würde sogar ein blinder Taubstummer zehn Tische weiter merken.

Ich stelle mich arbeitend, töggele aber in Wahrheit einen Liveticker für meine Freundinnen Cleo und Sophie über das Geschehnis in den Computer. Nun muss der Typ aufs WC. Das Mädel blickt hilfesuchend zu mir. «Er ist doch super», sage ich. «Gar nicht meins», sagt sie. «Soll ich euer Date crashen und euch in ein Gespräch verwickeln?». Jetzt strahlt sie.

Also reden wir weiter. Als der Typ, Ivan heisst er, zurückkommt, strecke ich ihm meine Hand hin und stelle mich vor. Ich versuche, das Eis zu brechen, indem ich sage, ich sei auch auf Tinder. Und kenne all das, das sie hier gerade erleben. Dann wende ich mich ganz dem Mädel zu und sage, dass ich bei Ivan auch nach rechts gewischt hätte. Mehr noch: Ich wäre crazy für einen Superlike gegangen.

Sie lacht, er auch. Und ich, ich flunkere nicht mal.

Die leicht verlegenen Blicke – so toll!

Uns ist allen schnell klar, dass sich das Mädel gerne möglichst schnell verabschieden will. Was auch Ivan und mir sehr recht ist. Was sie dann auch macht. Was hier creepy klingt, ist in Tat und Wahrheit sehr easy. Ivan verabschiedet sich sehr nett, wünscht ihr alles Liebe und will selbstverständlich ihren Drink zahlen.

Guter Typ.

Nun sitzen wir also alleine da. Ich mit unrasierten Beinen, er mit einem Lachen, das mich in seinen Bann zieht. Wir reden. Und reden. Und reden. Und lachen. Wir lachen enorm viel. Und dann sind da immer diese leicht verlegenen Blicke. Für die zufälligen Berührungen sind die Tische hier zu breit. Verdammt.

Wir bestellen Essen. Da wir uns nicht entscheiden können, ordert Ivan fast das ganze Sortiment. Weil wir bis zur Schliessung des Lokals ausharren, haben wir auch alles gegessen. Dann macht Ivan etwas, das mein Herz berührt. Er sagt mir sehr unverblümt, was gerade in seinem Kopf passiert:

«Es ist schön, wie du lachst.»

«Es ist lustig, wie du erzählst.»

«Und was du erzählst.»

«Und dass du nicht nur Salat isst.»

«Ich mag, wie du deine Haare aus dem Gesicht streichst.»

«Ich hänge am Rot deiner Lippen.»

«Gedanklich habe ich dich schon 10 Mal geküsst.»

«Ich habe dir schon heimlich intensiv auf die Brüste geschaut.»

«Ich weiss jetzt schon, dass ich dich morgen wiedersehen will.»

«Und übermorgen.»

Ich weiss gerade nicht, ob und wann ich jemals eine romantischere Konversation hatte. Ich bin hollywood-mässig entzückt. So sehr, dass mir jetzt gerade nicht egaler sein könnte, dass meine Beine unrasiert sind.

Ivan ist so lässig, dass auch ich ihn morgen und übermorgen sehen will. Er ist sogar so lässig, dass ich dazwischen alleine ins Bett will.

Nun, liebe Freunde, wenn wir Glück/Pech haben, dann bin ich vielleicht schon bald sehr verliebt.

Ivan und ich treffen uns heute Abend um 20 Uhr in einem Park.

Ich habe mir vorsorglich doch noch die Beine rasiert.

To be continued ….

(Hör auf, mich für den Cliffhanger zu hassen, liebe Userin, werter User. Aufgrund Real-Time-Berichterstattung hänge ich schliesslich gerade mit dir in diesem unsäglichen Cliffhanger. Danke. Much love.)

Adieu,

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Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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