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bild: shutterstock

Emma Amour

«Seit sie weg ist, bin ich ein Häufchen Elend …»



Liebe Emma

Ich, 28, bin seit zwei Jahren in eine Frau verschossen, mit der ich zu Beginn gleich etwas am Laufen hatte.

Wir haben nie darüber gesprochen, wie es weitergehen soll. Wir haben uns dann etwa sechs Monate nicht mehr gesehen.

Vor einem Jahr habe ich sie gefragt, ob wir uns wieder sehen können. Sie meinte, sie wolle nichts «einfach so» haben uns dass wir es besser sein lassen. Wir gingen zur selben Schule und sie wollte nicht, dass es komisch wird zwischen uns.

Ich war gelähmt, weil ich schon lange mehr wollte, konnte aber nicht richtig reagieren und habs einfach akzeptiert.

Sie hat sich dann auf eine Beziehung mit einem anderen eingelassen. Ich hab mich auch auf oberflächliche Geschichten eingelassen, war aber nie glücklich damit.

Da wir uns quasi jeden Tag gesehen haben, haben wir viel miteinander geredet. Wir sind sehr vertraut und haben mit der Zeit auch von einander erfahren, dass wir eigentlich von Anfang an mehr wollten.

Ich war geduldig, für sie da und habe den Tag ersehnt, wo sie sich von ihrem schwierigen Freund getrennt hat. Kurz darauf haben wir uns gedatet. Es war, als wären wir nie weg gewesen. Sogar noch besser!

Sie hat aber immer wieder erwähnt, dass es ihr nicht gut geht und sie sich nicht bereit fühlt, voll auf mich einzugehen, obwohl sie das wolle und ich der einzige bin, mit dem sie sich was Wirkliches vorstellen könnte.

Nun habe ich immer versucht, sie zu unterstützen, für sie da zu sein, alles in meiner Macht Stehende zu tun, dass es ihr gut geht.

Vor 1,5 Monaten, hat sie die «Beziehung» zu mir trotzdem beendet, da es für sie «zu viel» wurde. Seit sie weg ist, bin ich ein Häufchen Elend, ich schlafe nicht und die Tage fühlen sich wie Ewigkeiten an.

Wir haben keinen Kontakt mehr und ich weiss nicht, wie weiter. Ich möchte um jeden Preis, dass es mit ihr wieder klappt.

Liebe Grüsse,
Lorenzo

Lieber Lorenzo,

beim lesen deiner Zeile ist mir durch den Kopf gegangen, wie viele Seelen da draussen ineinander verliebt sein müssen, es aber nichts wird, weil beiden der Mut fehlt, zu ihren Gefühlen zu stehen.

So wie das bei dir und deiner Herzdame passiert ist, geschieht das wohl die ganze Zeit überall. So schade! Wenn ihr mutiger gewesen wärt, wäre ihr vielleicht die schwierige Beziehung und dir der Herzschmerz erspart gewesen. Das schreibe ich mal so nieder für vielleicht diejenigen, die gerade in solch einer Situation stecken.

In deinem spezifischen Fall ist schon viel Wasser den Rhein runter. Leider. Und doch denke ich nicht, dass hier zwangsmässig Hopfen und Malz verloren sein muss.

Mir erschliesst sich nicht ganz, was der Frau, um die es in deiner Geschichte geht, zu viel wurde. Ich verstehe die Restgefühle, die sie für ihren Ex hegt. Was aber hat sie noch daran gehindert, sich voll und ganz auf dich einzulassen?

Falls du das nicht weisst, rate ich dir dringend, zu fragen. Und ich rate dir, ihr zu sagen, wie es dir geht, wie du dich fühlst, was du dir wünschst.

Nun ist es ja so, dass ihr keinen Kontakt habt. Vielleicht wäre ja ein handgeschriebener Brief eine Idee. Du kannst deine Gefühle zu Wort bringen und sie kann in aller Ruhe reagieren - oder nicht reagieren, wenn sie nicht mag. Du kannst dir aber dann sicher nicht mehr vorwerfen, nicht alles getan zu haben, das in deiner Macht steht.

Ich könnte hier natürlich werweissen, warum deine Angebetete nicht Ja zu euch beiden sagen kann. Das will ich aber bewusst nicht machen und rate auch dir von wilden Interpretationen ab.

Nur einen Punkt will ich als Aussenstehende nicht ganz aussen vor lassen: Die Geschichte mit euch beiden dauert schon lange. Und sie war schon immer schwierig. Ich glaube daran, dass Beziehungen, die so schwer anfangen, meist auch relativ schwer bleiben.

Vielleicht überlegst du dir, inwieweit du eben diese Schwere handeln kannst oder aber, wie ihr damit umgehen könnt oder diese – im besten Fall – ablegen könntet.

Das ist aber Zukunftsmusik.

Zuerst einmal bin ich für einen Brief. Ohne Vorwürfe, ohne Anschuldigungen, ohne riesige Erwartungen. Einfach ein Schreiben, in dem es vor allem um dich, deine Gefühle und deine Fragen geht.

Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir ein Happy End.

Deine

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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