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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

«Habe ich Bindungsängste oder habe ich die Liebe falsch verstanden..?»



Liebe Emma,

bin ich ein Mann mit Bindungsängsten oder habe ich das mit der Liebe falsch verstanden?

Nach sechsjähriger Beziehung und zwei Jahren Pause frage ich mich ernsthaft, ob ich es mit der Liebe falsch verstanden habe?

Es läuft oft gleich, wir verlieben uns, sehen am Anfang nur Positives im Gegenüber, bis wir uns ent-verlieben. Ansprüche werden angesprochen, Erwartungen müssen erfüllt werden, damit man noch passt. Falls nicht, ja dann Pech, dann trennt man sich und sucht weiter nach dem/der Traumprinzen/prinzessin.

Mir ist aufgefallen, dass Freundschaften problemlos funktionieren. Man kann sich alles erzählen, die Akzeptanz für den Lebensweg des Gegenübers ist da, man ist frei von Forderungen, lebt frei und im besten Fall zu zweit in einer Seele.

Sobald es aber als Beziehung definiert wird, fallen wir in eine Art «Behinderung». Auf einmal hat man das Gefühl, Ansprüche an sein Gegenüber stellen zu können, man meint, Besitzanspruch zu haben und versucht so, seinen inneren Schmerz und Ängste zu kompensieren.

Anstatt seinem Gegenüber beim Wachstum zu helfen, zerstört man dann oftmals eine gelungene Grundlage. Wieso ist das so?

Ich bin gespannt auf deine Einschätzung,
Robin

Lieber Robin,

herzlichen Dank für deine Gedanken, die ich sehr mit dir teile. Ich kann also enorm gut nachvollziehen, wie du das mit der Liebe siehst, zumal ich zu 98 Prozent sehr mit dir bin.

Da sind aber noch die anderen zwei Prozente in mir, die dafür sorgen, dass ich daran glaube, dass alles anders kommt, wenn sich zwei treffen, die bedingungslos matchen. Wenn das nämlich so ist, dann fällt so vieles weg.

Man will sein Gegenüber null formen, weil man sich in genau den Menschen verliebt hat, den man kennengelernt hat. Und weil man diesen so sehr liebt, ist man weit weg davon, irgendwelche Erwartungen zu schüren, die dann sowieso nicht erfüllt werden können.

Ich glaube wirklich sehr daran, dass man ganz ohne viel Aufwand glücklich sein kann, wenns passt. Wenn das Schicksal weiss, wen es mit wem zusammenbringt. Ich bin mir auch sicher, dass wir, wenn wir mit uns und in der Beziehung glücklich sind, wohlwollend sind.

Ich habe das selber schon mehrmals erlebt. Mit den Männern, mit denen ich richtig zusammen war, war es einfach. Natürlich war es hie und da anstrengend. Und natürlich haben wir uns auch mal gezofft. Aber die Basis, die war einfach Liebe, Wohlwollen, Wohlfühlen, keine Eifersucht, nix. Gescheitert sind meine Beziehungen dann eher am Alltag oder daran, dass sich jemand fremdverliebt hat. Bis dahin aber war's einfach.

Mit allen anderen Männern habe ich aber genau das erlebt, was du in deiner Frage oben formulierst. Es war immer ein «Chnorz». Und am Ende war's einfach immer so, dass jemand mehr wollte. Dass jemand mit sich nicht im Reinen war. Dass jemand keine Lust auf Beziehung hatte. You name it. Einfach irgendwas halt, das nicht gepasst hat. Und das es dann schwierig machte.

Um zurück auf deine Frage zu kommen: Ich denke nicht, dass du beziehungsunfähig bist. Auch denke ich nicht, dass du das mit der Liebe falsch verstanden hast. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Eine, mit der es dann wirklich auf Dauer ganz easy geht, noch nicht getroffen hast.

Die kommt aber noch. Bis dahin halt durch. Und mach das Beste aus allen Bekanntschaften. Ist ja schliesslich nicht so, dass jede Begegnung schlecht ist, nur weil sie nicht in der grossen Liebe endet.

Deine

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Dinge, die du beim Sex und beim Impfen sagen kannst:

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Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

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Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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