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bild: watson / mit wunderschönem shutterstock-material

Emma Amour

Warum ich nach meinem Date mit einem Arzt immer noch offene G-Punkt-Fragen habe

Vor zwei Wochen bat ich das Universum um eine Verabredung (und ein bisschen Sex) mit einem Doktor. Das eine hatte ich. Das andere lässt mir immer noch keine Ruhe. Willkommen zu Runde 2 auf der Suche nach einem Sexgott im weissen Kittel.



Zuerst einmal DANKE. Ja, in Caps Lock. Der Dank gilt all den Ärzten, die sich nach meinem Sexologen- und Psychologen-Disaster per Mail bei mir meldeten. Sie alle waren bereit, sich meinen G-Punkt-Fragen zu stellen.

Falls du, werter User, nicht mitgekriegt hast, um was es geht, anbei eine Zusammenfassung:

  1. Ich lernte neulich einen Psychologen/Sexologen kennen.
  2. Ich wollte mit ihm schlafen/ihn heiraten, weil ich sicher war, dass er ein Sexgott ist, der mir den G-Punkt zeigt und unsere Ehe nicht an die Wand fährt, weil er eben Psychologe und Sexologe ist.
  3. Der Sexologe/Psychologe entpuppte sich als polyamorer Stalker.
  4. Ich startete einen Aufruf, weil ich einen Schulmediziner daten wollte, um rauszufinden, ob weisse Mäntel und medizinisches Wissen aus Ärzten Sexgötter machen.

Somit sind wir wieder bei den Ärzten, die mich kontaktierten. Und bei einem Psychologen, der seine Berufsehre retten und mir mitteilen wollte, dass er ein Leck-König ist. Einer, der zudem seine Issues therapiert hat. Hab das Mail mal als «wichtig» markiert. Man weiss ja nie.

Sorry. Ich schweife ab.

Ich hab mich jedenfalls für einen 38-jährigen Arzt entschieden. Seine Mail war irgendwie lustig. Das angehängte wissenschaftliche Bild einer Vagina, das er mit eigenen Skizzen und Notizen erweitert hat, überzeugend.

Der Doc und ich trafen uns nach seinem Feierabend um 22 Uhr in einer mir unbekannten Bar in der Nähe des Spitals, in dem er arbeitet.

Er doziert. Und doziert. Und doziert.

Ich bin vor ihm da. Und ich bin viel nervöser als bei einem Tinder-Date. Ich weiss auch nicht so recht, wohin mit meinen Händen. Scheiss Rauchverbot!

Nun betritt der Doc die Bar. Ich komme nicht dazu, mir zu überlegen, wie ich ihn finde. Das liegt daran, dass er mir schon seine Hand hinstreckt. Und mich bittet, Platz zu nehmen. Noch bevor er was zu trinken bestellt, fordert er mich auf, ihm alle Fragen zu stellen, die ich habe.

Entweder ist der Doc mindestens so nervös wie ich oder er kommt auch nach Arbeitsschluss nicht aus seiner Rolle raus.

Ich versuche, ein lockeres Gespräch zu starten.

Erfolglos.

Er greift in seine schwarze Ledertasche und holt einen Stapel Papiere raus, die er vor mir ausbreitet. Ich sehe lateinische Ausdrucke, Skizzen, Zeichnungen von Vulvas, Vaginas und einen Querschnitt durch den Uterus.

Nun holt der Doc zur grossen Lektion aus. Er doziert. Und doziert. Und doziert. Ich fühle mich zurückversetzt. Ich bin ausgestiegen. Wie anno dazumal in der Schule. Ganz egal wie spannend das Thema ist, bei Lehrer-Schülerin-Situationen mutiere ich zum störrischen Kind. Dummerweise hab ich nun nach wie vor keine Ahnung, ob es denn diesen G-Punkt nun wirklich gibt oder nicht.

(Notiz an mich selber: Vielleicht doch noch dem anderen Psychologen/Leck-König schreiben.)

Nach knapp einer Stunde gähnt der Doc. Wenn ich keine Fragen mehr hätte, würde er sich verabschieden. Ich dürfe mich jederzeit melden, wenn ich noch was wissen wolle. Dann streckt er mir wieder seine Hand hin.

Sind alle guten Dinge 20 Mal?

Auf dem Heimweg schreibe ich in Sophies, Cleos und meinen Whatsapp-Gruppenchat: «Das war kein Date, das war ... ohne Scheiss, keine Ahnung ... vielleicht war der Doc einfach Sheldon Coopers Dad.»

Sophie ist gerade busy. Sie hat eine neue Serie für sich entdeckt. Dafür schaltet sich Cleo ein. Sie ist für Weitersuchen. Ich solle noch einmal – oder 20 Mal – einen Aufruf machen. Sie hat letztens in einer Weiterbildung gelernt, dass ein Inserat erst funktioniert, wenn man es 20 Mal gelesen hat. Oder waren es 10 Mal? Sie hat nicht wirklich aufgepasst.

Egal. Wir machen es jetzt so: Ich pimpe nun jeden meiner Texte mit einem Ärzte-Aufruf am Schluss. Das machen wir so lange, bis es mir ausfährt. Das kann in zwei Stunden, zwei Monaten oder in zwei Jahren sein.

Und bevor ihr fragt, was denn mit den anderen Ärzten ist, die sich gemeldet haben. Sie sind allesamt zu jung. Ich habe ganz wenig Wünsche. Wirklich. Eigentlich sind es derer zwei:

  1. Er soll über 30 sein.
  2. Er soll wie Jackson Avery aussehen. Oder notfalls wie McSexy. Oder, wenn's gar nicht anders geht, wie McDreamy.

Du fühlst dich angesprochen? Dann lass meinen Puls schon mal in die Höhe schnellen, bevor du mich in die grosse Welt des G-Spots einführst. (Einführst, Haha!): emma.amour@watson.ch.

Adieu,

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Apropos «einführst»: Rektale Fremdkörper

Und: Rektale Fremdkörper, Teil 2

Und: Rektale Fremdkörper – Esswaren

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe. bild: shutterstock/unsplash/watson

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