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montage: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Ich habe ENDLICH einen Arzt gedatet!

Es. Ist. Passiert. Es. Ist. Passiert. Es. Ist. Passiert. Es. Ist. Passiert. Es. Ist. Passiert. Es. Ist. Passiert.



Lasst mich schnell mit der Tür ins Haus fallen. Ich hatte ein Date mit einem Arzt. Wer mich kennt, weiss, dass ich mir genau das schon sehr lange gewünscht habe. Ich weiss nicht genau warum. Aber ich finde Ärzte sexy. Auch bin ich sicher, dass Menschen, die beruflich Menschenleben retten, wahnsinnig gute Menschen sein müssen.

Also. Zurück zu meinem Arzt. Wir nennen ihn Doc. McDreamy oder McSexy wäre zu cheesy. Meinen Doc reisse ich sehr unspektakulär auf Tinder auf. Was scheissegal ist. Der Doc ist Arzt. Ich hätte ihn von mir aus im Wartebereich eines Waxingstudios kennenlernen können. Oder in der Apotheke, wo ich etwas gegen Scheidenpilz kaufe, während er XL-Kondome postet. Oder XS. Alles Wurst. Weil Doc.

Ist das Sex oder untersucht er mich?

Weil ich gerade so so so so aufgeregt bin, kann ich nicht chronologisch erzählen, drum das nächste Highlight. Der Doc und ich hatten Sex. Der war schön. Und gut. Eigentlich war er sehr gut, wenn da nicht mein Hirn wäre.

Ich habe mir ständig überlegt, ob er mich untersucht. Beim Brüste-Kneten (Knoten?), beim Fingern (alles normal und gut da unten?), von hinten (ist meine Wirbelsäule gerade?). Beim dritten Mal konnte ich die Mini-Bedenken beseitigen. Dann wars nur noch toll.

Nun ist es so, dass es zu keinem zweiten Date gekommen ist. Das, weil der Doc auf einem Corona-Kongress ist, der eeeeeewig dauert. Zwei Wochen. Dann hat er noch zwei Wochen Ferien, in denen er seine Familie in Deutschland besucht.

Und weil der Doc eben ein Doc ist, hat er nicht sooo viel Zeit, um den ganzen Tag zu chatten. Leider. Weil ich bin sehr angetan. Der Doc kann nämlich nicht nur an offenen Herzen operieren, der Doc ist auch witzig, eloquent, selbstironisch.

Nein, das Date ist kein Knaller!

Der Doc hat allgemein wenig Zeit. Zum ersten Date hole ich ihn also tatsächlich mit zwei Schachteln Pizza von der Spätschicht im Spital ab. Wir essen im Spital-Park. Er hat noch husch sowas wie Pikett.

Erst weit nach Mitternacht kann er sein weisses Mänteli (OMFG!!!) gegen seine Jacke eintauschen. Wir spazieren durch die sehr ruhige Nacht. Wir reden über dies und das. Vor allem aber lachen wir über dies und das.

Ich glaube, das ist es, was ich so super finde. Dieses Date ist kein Knaller. Wir brauchen weder Konfetti noch einen Einbruch ins Schwimmbad oder Tabledancerinnen, die uns in Stimmung bringen.

Wir reichen uns. Wir, die Nacht, die leeren Strassen.

Ich fühle mich einfach nur wohl. So tuts auch er, sagt er. Derweil überlege ich mir, ob das was mit meinem Ärzte-Fetisch zu tun hat. Ob ich ihn auch lässig fände, wäre er Buchhalter. Ich tippe auf Ja. Vielleicht 10 Prozent weniger. Maximal. Wenn denn überhaupt.

Es ist schon so spät, dass alles zu hat. Ausserdem rät der Doc von Bars ab. Und draussen ist es saukalt. Ich schlage einen Absacker bei mir vor. Beim zweiten Glas Wein frage ich ihn, ob das wahr sei, dass Männer das Interesse an Frauen verlieren, die beim ersten Date Sex haben.

Nein, sagt er. Super, denke ich.

Ich warte noch ein Gläschen ab. Dann küsse ich ihn. Dann Petting. Dann Sex. Dann nochmal Sex. Dann schlafen. Dann nochmal Sex. Dann Zmorgen. Dann Spaziergang. Dann Abschied. Jetzt eben der Kongress.

Womit wir nun bei heute, hier und jetzt angekommen sind. Und dahin, wo ich so ungerne bin. Ich bin nämlich angefixt. Und würde den Doc am liebsten in fünf Minuten treffen. Und/oder pausenlos mit ihm chatten. An seinem Hals riechen. Seine Wohnung sehen. An seinen Lippen hängen. Im übertragenen und im nicht übertragenen Sinn.

Genau das teile ich ihm mit. Er antwortet postwendend.

Wir sind auf gutem Wege.

Werde ich in diesem Leben tatsächlich noch Ärztegemahlin, was so viel geiler ist als Fussballerfrau? Ausser du bist natürlich Mats Hummels' Frau.

Ich schweife ab. Sorry.

Bin halt wahnsinnig aufgeregt.

Und weil das so ist und einfach, weil ich es selber noch einmal schwarz auf weiss sehen will, schliesse ich diesen Text mit folgenden Worten ab:

Ich, Emma Amour, hatte ein fantastisches Date mit einem Arzt.

Mit einem Arzt. Ich, Emma Amour.

Wow.

Adieu,

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Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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