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bild: watson / shutterstock

«Ich date jemanden, der politisch eher rechts ist – ich überhaupt nicht...»

27.04.2020, 09:51
Hallo liebste Emma

Ich date seit einigen Monaten einen Mann, wobei es immer ernster wird zwischen uns. Was ich anfangs in meiner Verliebtheit grosszügig ignoriert habe, wird zunehmend zu einem Problem: unsere verschiedenen politischen Ansichten.

Während es mich auf die linke Seite verschlägt, sieht er sich als Anhänger von rechts. Von ihm kamen anfangs immer wieder primitive Sprüche, welche ich nicht hören mochte und ihm dies auch mitteilte.

Er meidet nun Gespräche über Politik in unserer Beziehung. Er relativiert seine rechten Sprüche und seine rechte Einstellung oft, auch weil er mich nicht verlieren möchte.

Jedoch denke ich, spricht er mit seiner Familie anders über politische Themen als mit mir; ich habe das Gefühl, weil er mich so mag, versteckt er seine wahren Ansichten. Und zuhause lässt er wieder seine primitiven Sprüche fallen.

Weisst du, was ich meine? Bin ich zu hart und soll ich mehr Nachsicht walten lassen? Oder wird es auf Dauer schwierig mit uns?

Deine Mia

Liebe Mia,

herzlichen Dank für deine sehr spannende Frage, die beim Lesen viele Gefühle in mir weckte. Grundsätzlich würde ich sagen, dass die politische Gesinnung kein Killerkriterium für die Liebe sein sollte.

Wenn ich mir dann aber vorstelle, dass mein Freund rechts positioniert wäre, finde ich es, ehrlich gesagt, auch schwierig. Weil es so so so so weit weg von mir ist. Und weil ich, bei aller Toleranz, in Sachen Rassismus eine Null-Toleranz-Grenze habe.

Was natürlich nicht heissen muss, dass dein Freund ein Rassist ist, weil er sich selbst als Anhänger von rechts sieht. Das ist lediglich meine Erfahrung, die gezeigt hat, dass die von dir erwähnten «rechten, primitiven Sprüche» oft in diese Kerbe einschlagen.*

In eurem Fall scheint es allerdings so, als hättet ihr einen Weg gefunden, mit euren gegensätzlichen politischen Ansichten umzugehen. Ihr ignoriert das Thema einfach. Wenn das so für euch beide auf Dauer stimmt und ihr die politischen Themen aus eurer Beziehung verbannen könnt, dann bin ich guter Dinge, dass das mit euch beiden funktionieren kann.

Vor allem dann, wenn der Rest zwischen euch stimmt.

Sollte das der Fall sein, würde ich der Sache wahrscheinlich eine Chance geben wollen. Ich habe aber absolut und allergrösstes Verständnis dafür, wenn es dir zu viel wird und du an deine Grenzen stösst.

Oder das Konzept des Unter-den-Teppich-Kehrens auf Dauer doch nicht aufgeht.

Am wichtigsten finde ich es, dass ihr das Thema trotz allem nicht komplett totschweigt. Sag ihm, was es mit dir macht, wenn er rechte Sprüche reisst. Und hör dir unbedingt an, wie es ihm geht, wenn du von deinen Ansichten redest. Und dann, wenn die Karten auf dem Tisch liegen, könnt ihr euch überlegen, ob und wie ihr Politik und Liebe unter einen Hut bringt, ohne dass ihr einfach nicht darüber redet und so tut, als sei nichts.

Ich glaube sehr daran, dass sich reden am Ende immer mehr auszahlt als schweigen!

Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass eure Liebe all das schafft.

*In der ersten Version dieses Artikels war dieser Absatz nicht drin. Er wurde nachgetragen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Deine

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