DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Diese 9 Inhalte hat Netflix auf Druck von Regierungen entfernt

10.02.2020, 19:2112.02.2020, 14:01

Anfang Januar hatte Netflix Schlagzeilen gemacht, weil ein Gericht in Rio de Janeiro, Brasilien, den Streaming-Dienst dazu angewiesen hatte, einen Film zu entfernen. Nach Veröffentlichung der Jesus-Parodie «A Primeira Tentação de Cristo» (Die erste Versuchung Christi) hatte es in Brasilien heftige Proteste gegeben. Doch nur einen Tag später hob der Oberste Gerichtshof den Entscheid wieder auf, nachdem Netflix interveniert hatte.

Nun hat der Streaming-Dienst erstmals kommuniziert, dass es immer wieder Fälle gebe, in denen Staaten verlangen, dass gewisse Filme oder Serien entfernt werden. Insgesamt musste der Streaming-Dienst bisher in neun Fällen dieser Aufforderung nachkommen. Das berichtet Netflix in einem im Februar veröffentlichten Report.

Laut «The Verge» hat Netflix bisher sechs Filme, eine Serienepisode und zwei ganze Serien permanent von seiner Plattform entfernen müssen. Unter den genannten Ländern befindet sich auch Deutschland.

Thema abonnieren:

    Netflix
    AbonnierenAbonnieren

In diesen Ländern musste Netflix Titel entfernen

2015: Neuseeland

Neuseeland verlangte, dass Netflix den Dokumentarfilm «The Bridge» von der Seite entfernt. Im Film geht es um die Golden Gate Bridge und die damit in Zusammenhang stehenden Suiziden. In Neuseeland gibt es strenge Gesetze bezüglich Suiziddarstellungen in medialen Erzeugnissen.

2017: Vietnam

Vietnam forderte Netflix auf, «Full Metal Jacket» von der Seite zu entfernen. Den Grund nannte Netflix nicht. Vermutlich hängt es mit der Darstellung des Vietnamkrieges, respektive der vietnamesischen Angehörigen zusammen.

2017: Deutschland

Der deutsche Jugendschutz wollte, dass der Horrorfilm «Night of the Living Dead» von der Seite entfernt wird. Der Film stand in Deutschland jahrelang auf dem Index. Noch heute darf eine Schnittfassung des Zombiefilms nicht gezeigt werden. Welche Version auf Netflix verfügbar war, ist unklar.

2018: Singapur

2018 musste Netflix auf Druck von Singapur gleich drei Titel aus dem Programm nehmen:

  • «Cooking on High» (Dokumentarfilm)
  • «The Legend of 420» (Serie/Reality TV)
  • «Disjointed» (Serie)

In allen drei Titeln wird Drogenmissbrauch glorifiziert. In Singapur gibt es aber sehr strenge Anti-Drogengesetze, weshalb die Filme entfernt werden mussten.

2019: Saudi-Arabien

Im vergangenen Jahr entfernte Netflix auf Druck des Wüstenstaats eine Episode der Politik-Satireserie «Patriot Act with Hasan Minhaj». In der Folge kritisiert der Comedian Hasan Minhaj Saudi-Arabien und dessen Thronfolger. Unter anderem kommt auch der Fall Khashoggi zur Sprache.

2019: Singapur

Auch Singapur wollte 2019 wieder zwei Filme aus dem Programm von Netflix entfernt haben. Zum einen ging es um Martin Scorseses Film «Die letzte Versuchung Christi» aus dem Jahr 1988. Das religiöse Drama sorgte damals weltweit für Schlagzeilen, weil es in den Augen von Katholiken als blasphemisch galt. In Singapur ist der Film bis heute verboten.

Ebenfalls 2019 verlangte Singapur die Entfernung des brasiliansichen Films «The Last Hangover». Weshalb ist unklar. Es dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass es sich beim Film um eine Religionssatire handelt.

Viele Anfragen von Staaten

Netflix betonte, dass man bisher keine weiteren Titel als die genannten neun entfernt habe. Dies, obwohl es jedes Jahr einige Versuche von Behörden gäbe, Netflix dazu zu bringen, Titel aus dem Programm zu streichen. In China, wo so viele westliche Filme auf dem Index stehen, wie kaum in einem anderen Land, ist Netflix nicht verfügbar.

Der Streaming-Dienst hat angekündigt, dass man in Zukunft alle Anfragen von Behörden zur Entfernung von Titeln in einer jährlichen Liste öffentlich machen wolle. Erstmals publiziert werden soll die Liste im nächsten Jahr. (pls)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Chronologie des Falls Khashoggi

1 / 14
Die Chronologie des Falls Khashoggi
quelle: ap/trt world
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Als die italienische Polizei den 23-jährigen Carlo Giuliani erschoss

300'000 Menschen protestierten im Juli 2001 gegen den G8-Gipfel in Genua. Danach kam es zu einer beispiellosen Gewalteskalation. Ein 23-Jähriger wurde erschossen, hunderte Aktivisten gefoltert.

Ein Toter, hunderte Verletzte und von der Polizeigewalt schwer traumatisierte Menschen war die traurige Bilanz der Proteste gegen den G8-Gipfel in der italienischen Hafenstadt im Jahr 2001. Dass sich in Italien, einem demokratischen Land, ein solch beispielloser Gewaltexzess entladen kann, entsetzte ganz Europa und darüber hinaus. Später entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte: Das, was in Genua passierte, war Folter und die Verantwortung dafür trägt der italienische Staat.

Italien …

Artikel lesen
Link zum Artikel