DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Paare, die oft streiten, haben die gesündere Beziehung



Es mag nicht gerade intuitiv klingen: Paare, die sich oft streiten, führen eine bessere Beziehung. Diese Feststellung stammt von Dr. Sail Galtz, eine der populärsten Psychiaterinnen und Psychotherapeutinnen der USA.   

In einer Kolumne auf «Today» macht sie klar: «Streit ist eine der wertvollsten Erfahrungen, die zwei Menschen machen können. Man bringt dabei seine unterschiedlichen Standpunkte, seine Gefühle und seinen Individualismus zum Ausdruck.»

Wir würden oft dem Irrtum erliegen, so Galtz, dass eine Beziehung aus permanenter Liebkosung, Übereinkunft und süssen Gesten bestünde. Das sei jedoch nur die sogenannte «Honeymoon»-Phase. Ist diese mal vorüber, zeigt sich das reale Gesicht einer Beziehung.

Bild

bild: shutterstock

Glatz schreibt in einem jüngeren Bericht: «Beziehungen sind Kompromisse. Und deshalb ist der Akt des Aushandelns ein wichtiger Bestandteil von Liebe.»

Klar ist es damit noch nicht getan. Da wir im Streiten unser wahres und unverblümtes Gesicht zeigen, stellt sich erst dann heraus, ob wir mit dem richtigen Menschen zusammen sind. So muss man Glatzs Aussage, der Richtigkeit wegen, ein bisschen anpassen. Man kann also zusammenfassend sagen: Paare, die eine gute Streitkultur haben und eine hitzige Diskussion zum Schluss in eine konstruktive Richtung lenken können, führen eine gesunde Beziehungsform.

«Ein Streit kann zum Beispiel schon konstruktiv sein, wenn man sich darüber einigt, nicht einig zu sein.»

Dr. Sail Glatz

Glatz teilt Beziehungen in drei Arten auf:

Weil Beziehungen laut Glatz aus Kompromissen bestünden, könne man sich nur dann langfristig lieben, wenn man zur dritten Art gehört. Deshalb behauptet sie auch, dass das Arbeiten an einer gesunden Streitkultur, das A und O der Paartherapie sei. Sie schlägt im Grunde vier Punkte für einen respektvollen Streit vor:

  1. Nicht darauf bestehen, dass man recht hat. Jede Geschichte hat zwei Seiten. Es gehe nicht darum, Falsches und Richtiges zu eruieren, sondern eine Position zu finden, mit denen beide Partner sich wohl fühlen.
  2. Unbehagen mitteilen. Oft trage man Dinge, die einem belasten, zu lange mit sich mit, sodass sie sich zu ganz grossen Problemen aufblasen. Auf Unbehagen stetig und schnell zu reagieren sei langfristig betrachtet nachhaltiger. Vor allem solle man sich nicht davor schämen, wenn man sein Unbehagen noch nicht ganz präzise formulieren kann. Auch das Finden einer gemeinsamen Sprache gehört zu einer guten Debattenkultur innerhalb einer Liebesbeziehung.
  3. Zuhören. Nichts ist frustrierender als das Gefühl, nicht gehört zu werden. Um dies zu vermeiden, schlägt Glatz vor, aktiv zu zeigen, dass man aufmerksam ist. Dazu kann man zum Beispiel die Worte seines Gegenübers wiederholen oder neu formulieren und dann fragen, ob man das richtig verstanden habe.
  4. Kein Whataboutism. Paare, so Glatz, würden dazu neigen, bei einem Streit über eine spezifische Sache anzufangen und davon ausgehend dann viele weitere Streitpunkte ausgraben. Das sei dem Aushandeln einer gemeinsamen Position überhaupt nicht zuträglich. Meine Enttäuschung über deine Verspätung hat nichts mit dem Fakt zu tun, dass ich häufig vergesse, das Licht im Badezimmer zu löschen. 

Und zum Schluss muss man doch noch sagen:

«Es geht nicht darum, wie oft man streitet, sondern darum, dass man streitet. Und wenn man es tut, geht es darum, wie gut man vom Moment des Konflikts wegkommt und als Paar eine Lösung findet.» 

Dr. Sail Glatz

(jin)

Mehr zum Thema:

Und jetzt: 10 Pärchen-Typen, die so richtig nerven. Sorry, gäll.

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Die Begierde in einer Fernbeziehung:

Mehr zum Thema Leben gibt's hier:

15 Styles, die Ende 90er und Anfang 2000er der Shit waren

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Nach «Avengers: Endgame» – diese 7 kommenden Filme könnten auch die Milliarde knacken

Link zum Artikel

Ich + Ich + Tattoo-Dirk à Paris

Link zum Artikel

«Game of Thrones»: Das war sie also, die grösste Schlacht der TV-Geschichte?!?!

Link zum Artikel

Dieses Model trägt als Erste einen Burkini auf der Titelseite der «Sports Illustrated»

Link zum Artikel

«Avengers: Endgame» pulverisiert Kinorekord – und sorgt für Schlägerei

Link zum Artikel

«Meine Ehefrau hat mich jahrelang mit ihrer Jugendliebe betrogen»

Link zum Artikel

Die vegane Armee

Link zum Artikel

14 Comics, die das Leben als Mann perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Die Jackson-Doku «Leaving Neverland» erhitzt die Gemüter – 6 Gründe, warum das so ist

Link zum Artikel

Auf den Spuren meiner Urgrossmutter

Link zum Artikel

Regie-Legende Francis Ford Coppola: Neues Alter, neuer Film, neues «Apocalypse Now»

Link zum Artikel

Schwangerschafts-Abbruch wegen Trisomie: «Die Entscheidung war furchtbar, aber klar»

Link zum Artikel

«Mimimi» – Wie schnell bist du empört?

Link zum Artikel

Sterben am Schluss alle? Das verraten uns die 3 neuen Teaser zu «Game of Thrones»

Link zum Artikel

So heiss, stolz und glücklich feierten die «Game of Thrones»-Stars Premiere

Link zum Artikel

10 lustige Antworten auf die dumme Frage: «Wann hast du entschieden, homosexuell zu sein?»

Link zum Artikel

Böööses Büsi! Stephen Kings «Pet Sematary» ist wieder da

Link zum Artikel

RTS zeigt GoT zeitgleich am TV. Und wir fragen: Wann wollt ihr dazu was von uns lesen?

Link zum Artikel

Ja, in der Schweiz gibt es Obdachlose – und so leben sie

Link zum Artikel

«Krebs macht einsam» – wie Ronja mit 27 Brustkrebs überlebte

Link zum Artikel

Coca Cola Life und 17 weitere Getränke, die (beinahe) aus der Schweiz verschwunden sind

Link zum Artikel

US-Komiker Noah spricht über seine (Schweizer-)Deutsch-Erfahrungen – und es ist grossartig

Link zum Artikel

Die Boeing 737 ist derzeit nicht sehr beliebt – wie dieser Litauer jetzt auch weiss

Link zum Artikel

«Leaving Neverland»: Brisante Jackson-Doku kommt am Samstag im SRF

Link zum Artikel

Sag nicht, wir hätten dich nicht gewarnt: 7 Dokus zum 🐝-Sterben

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Der neue Schweizer Streaming-Dienst «Filmingo» will das Anti-Netflix sein

Link zum Artikel

Tantra-Tina, ihre Latexhandschuhe und mein Orgasmus

Link zum Artikel

Ich machte bei GNTM mit – und so war's (empörend!)

Link zum Artikel

Mick Jagger braucht eine neue Herzklappe – und will bald wieder auf der Bühne stehen

Link zum Artikel

Nacktbild von Sohn löst Shitstorm aus – Sängerin Pink rastet aus

Link zum Artikel

«Ich liebe meine Freundin, aber ich liebe auch schöne Frauen…»

Link zum Artikel

Ihre Produkte haben die Welt erobert – trotzdem wurden diese 5 Erfinder nicht reich

Link zum Artikel

Disney wird immer mächtiger – warum darunter vor allem Kinos und Zuschauer leiden

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Hohn gegenüber Gesundheitspersonal» – Versicherungen stellen sich bei Corona-Infekt quer

Das Gesundheitspersonal klagt vermehrt darüber, dass es mit Unfallversicherungen kämpfen muss, wenn es sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Denn diese erkennen Covid-19 oft nicht als Berufskrankheit an.

Im Spital bekämpfen Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte das Coronavirus an vorderster Front. Infizieren sie sich damit und werden krank, kommen die Versicherungen ins Spiel. Dann ist relevant, ob sie sich bei der Arbeit oder im Privaten angesteckt haben, ergo, ob die Unfallversicherung zahlt oder eine allfällige Krankentaggeldversicherung.

Diese Fragen erhalten noch mehr Gewicht, wenn die erkrankte Person über längere Zeit arbeitsunfähig wird. Das passiert etwa, wenn die Folgekrankheit …

Artikel lesen
Link zum Artikel