DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gartenfreunde aufgepasst: Diese Regeln gilt es bis zu den Eisheiligen zu beachten

Wann die Eisheiligen anstehen, welche Pflanzen empfindlich sind und ob die alten Bauernregeln heute noch Gültigkeit besitzen, liest du hier.



Ein Artikel von

T-Online

Ob eifrig auf der Fensterbank gezogene Tomatenpflanze oder die über Tage liebevoll gepflegten Stecklinge: Trotz des seit einigen Tagen vorherrschenden schönen Wetters und der beständigen Temperaturen solltest du diese empfindlichen Pflanzen noch nicht nach draussen setzen. Denn auch jetzt können noch Nachtfröste drohen: Die Eisheiligen stehen an.

Familienpickerei aus Garten im Garten.

Manche Kräuter und viele Gemüse-Sorten mögen Frostnächte nicht. Bild: shutterstock

Wann sind die Eisheiligen?

Einige Bauernregeln haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren. Sie liefern noch immer Hobbygärtnerinnen und -gärtnern Hinweise zur Pflege ihrer Pflanzen. Dazu gehören die Bauernregeln zu den Eisheiligen, deren Namenstage Mitte Mai im Kalender stehen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie bilden vom 11. bis 15. Mai die Reihenfolge – wenn auch mit regionalen Unterschieden.

Statistiken zeigen, dass sich die Temperaturschwankungen im Mai zeitlich etwas nach hinten verschoben haben. So sollten Pflanzenfreunde bis zum 27. Mai noch mit Nachtfrösten rechnen.

Meteorologischer Hintergrund:

Im Mai ist der Kontinent zwar bereits schon erwärmt, das Meer jedoch noch nicht. Durch entsprechende Winde kann es zu Temperaturdifferenzen kommen, die für einen kurzzeitigen Kälteeinbruch und sogar Nachtfröste auf dem Festland sorgen können.

Was besagen die Bauernregeln zu den Eisheiligen?

Bauernregeln geben Erfahrungswissen aus vielen Jahrhunderten weiter und zeigen meteorologische Wahrscheinlichkeiten an. Die Überlieferungen zu den Eisheiligen spielen auf die Fröste an, die bis Mitte Mai in unseren Breitengraden vorkommen können. Für empfindliche Pflanzen können sie verheerende Folgen haben: Sie erfrieren.

Eines der Sprichwörter lautet: «Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz». Oder auch: «Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie» – wobei «Bazi» in Süddeutschland als Wort für einen durchtriebenen Burschen verstanden wird.

Wie können Pflanzen geschützt werden?

Wenn du schon jetzt Pflanzen ins Beet gesetzt hast, solltest du diese vor den Eisheiligen schützen. Das gilt auch für etwas robustere Gewächse. Denn unter Umständen können die plötzlich auftretenden Temperaturschwankungen starke Schäden an empfindlicheren Pflanzenteilen anrichten.

Für den kurzzeitigen Kälteschutz reichen Vlies oder Reisig aus. Auch spezielle Folien können die Pflanzen vor dem Nachtfrost schützen. Doch bedenke, dass diese Mittel nur eine zeitlich begrenzte Lösung sind. Die Pflanzen benötigen in der Wachstumsphase viel Licht, um robust werden zu können. Darüber hinaus kann sich schnell zu viel Feuchtigkeit unter der Plane sammeln und ein Luftstau kann entstehen.

Welche Pflanzen können schon vor den Eisheiligen ins Freie?

Trotz der drohenden Nachtfröste können bestimmte Gewächse schon vor den Eisheiligen ins Freie. Zu ihnen zählen beispielsweise

… sowie Frühblüher:

Auch einige Gemüsesorten überstehen die kurzzeitigen Nachtfröste Mitte Mai:

Welche Pflanzen sollten nach den Eisheiligen gepflanzt werden?

Nach den Eisheiligen startet die Pflanzsaison: Nach und nach können die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten gepflanzt werden. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und viele weitere Blühpflanzen können nun ebenfalls ausgepflanzt werden. Und die Kübelpflanzen kommen aus dem Winterlager ins Freie.

Zu den Gewächsen, die erst Ende Mai nach draussen gestellt werden sollten, zählen:

sowie folgende Gemüsesorten:

Auch nicht alle Kräuter vertragen Nachtfröste. Setzen Sie daher erst nach den Eisheiligen Gewächse wie

nach draussen. 

Mediterrane, tropische sowie subtropische Pflanzen werden erst nach den Eisheiligen nach draussen gestellt. 

Sind diese Regeln noch aktuell?

Ja und nein. Die Reime und Regeln waren früher Hilfen, an denen sich Landwirte grob orientieren konnten. Heute gibt es wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzerinnen und -besitzer besser verlassen können. Im Grunde braucht man die Regeln also nicht mehr.

Ausserdem macht der Klimawandel so manche alte Regel inzwischen ungenau: Die Witterungsverhältnisse und ihre Regelmässigkeiten haben sich im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts verschoben. So beginnt die Vegetationsperiode der Pflanzen heute bis zu drei Wochen früher, erklärt die Bayerische Gartenakademie.

Aber zugleich lässt sich auch sagen: Ein paar Bauernregeln zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. So hilft es sicher, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert wie Anfang bis Mitte Mai, zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst anschliessend zu planen. Denn erst danach beginnt die Hauptpflanzperiode . Wagt man sich mit empfindlichem Grün zu früh hinaus ins Freie , kann es erfrieren – gerade dann, wenn man nicht den täglichen Wetterbericht im Blick haben will und kann.

Wann ist die Schafskälte 2021?

Doch nicht nur im Mai, sondern auch im Juni kann es noch einmal zu einem Kälteeinbruch kommen. Oftmals liegt diese sogenannte Schafskälte um den 11. Juni herum, also vor dem kalendarischen Sommeranfang. Allerdings tritt das Phänomen nicht jährlich auf. Die Schafskälte 2021 wird zwischen dem 4. Juni und dem 20. Juni 2021 stattfinden.

Verwendete Quellen:

(dpa/jb/t-online)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Ausflüge für Gartenanbeter: Das sind die 7 schönsten Gärten der Schweiz

1 / 9
Ausflüge für Gartenanbeter: Das sind die 7 schönsten Gärten der Schweiz
quelle: andreas busslinger
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wär hätte gedacht, das Gartenarbeit so süss sein kann

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Diese Atomlager bedrohen Millionen Menschen und die Umwelt

Egal ob in Russland, den USA, im Pazifik oder im Atlantik: Überall wird Atommüll gelagert. Es gibt jedoch bis heute kein einziges Endlager für hochradioaktive Abfälle. Weltweit. Viel schlimmer noch: Viele dieser provisorischen Stätten sind tickende Zeitbomben für Mensch und Umwelt.

Früher machte man es sich einfach. Nuklearer Abfall wurde verbuddelt, in Seen geworfen oder im Meer versenkt. Klappe zu, Affe tot.

Die Devise war klar: Bloss weg mit dem Atommüll. Doch wohin? Jedes mögliche Lager stösst verständlicherweise immer, zumindest in dicht besiedelten Ländern wie der Schweiz oder Deutschland, auf massiven Widerstand der Bevölkerung. Wer will schon neben einem atomaren Endlager wohnen?

In der Schweiz wird seit Jahren nach einem Standort gesucht, um die radioaktiven …

Artikel lesen
Link zum Artikel