DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Demostrators set fire the door of the main entrance of te Mexican National Palace during a demostration in Mexico City on November 8, 2014, demanding justice from the Mexican goverment in the massacre of 43 missing students. Mexico was confronted with one of the grisliest massacres in years of drug violence after gang suspects confessed to slaughtering the students and dumping their charred remains in a river. The case has revulsed Mexico since gang-linked police attacked the young men in the southern state of Guerrero on September 26, in a night of violence that left six people dead and the 43 missing. AFP PHOTO/Omar Torres

Mexiko-Stadt: Eine kleine Gruppe von Demonstranten rammte in der Nacht zum Sonntag Metallbarrikaden gegen die massive Eingangstür des Nationalpalastes und setzte sie kurzzeitig in Brand. Bild: AFP

Wütende Proteste und Gewalt 

Vermummte Demonstranten 
versuchten den Nationalpalast in Mexiko zu stürmen



Die mutmassliche Ermordung von 43 seit Wochen vermissten Studenten hat in Mexiko neue wütende Proteste und Gewalt ausgelöst. In Mexiko-Stadt versuchten vermummte Angreifer am Samstagabend, in den Nationalpalast einzudringen.

Eine kleine Gruppe von Demonstranten rammte in der Nacht zum Sonntag Metallbarrikaden gegen die massive Eingangstür des Nationalpalastes und setzte sie kurzzeitig in Brand, konnte jedoch nicht in das Gebäude gelangen. Die Angreifer sprühten die Worte «Wir wollen sie lebend zurück» auf die Mauer des Gebäudes. Der Nationalpalast wird von Peña Nieto zu Repräsentationszwecken genutzt.

epa04482012 Dozens of people stage a protest for the 43 missing students at El Zocalo square in Mexico City, Mexico, 08 November 2014. Demonstrators and classmates of the 43 missing students also attacked Guerrero's state Government Palace building as a protest against the way the investigations in this case have been conducted in Chilpancingo.  EPA/Sashenka Gutierrez

Auf dem Zócalo-Platz vor dem Gebäude hatten vor dem Zwischenfall tausende Menschen friedlich protestiert.  Bild: EPA/EFE

Brandsätze auf Regierungsgebäude

In Chilpancingo, der Hauptstadt des südwestlichen Bundesstaates Guerrero, bewarfen rund 300 zum Teil vermummte Demonstranten den Sitz der Regionalregierung mit Molotowcocktails und setzten Autos in Brand. 

«Sie haben sie lebend mitgenommen, wir wollen sie lebend zurück», skandierten die Demonstranten. «Wir fordern das Gleiche wie immer: Wir wollen unsere Kameraden lebend wiedersehen», sagte ein maskierter Student der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben der mexikanischen Ermittlungsbehörden haben drei mutmassliche Drogengangster gestanden, die 43 Ende September nahe der Stadt Iguala im Südwesten des Landes verschwundenen angehenden Lehrer ermordet und ihre Leichen verbrannt zu haben.

epa04481173 YEARENDER 2014 OCTOBER
Students of several Mexican universities and a group of the Normal Rural of Ayotzinapa participate in a protest in front of the Mexican General Attorney headquarters demanding for information about 43 missing students, in Mexico City, Mexico, 15 October 2014. Thousands of students shouted 'They were taken alive, and alive we want them back' as they threw objects to the building. Demonstrators asked authorities for celerity in investigations about the 43 students who were last seen on 26 September in Iguala, Guerrero State.  EPA/SASHENKA GUTIERREZ

Tausende Demonstranten riefen in Mexiko-Stadt Slogans wie «Weg mit Peña Nieto» und «Das Volk will Dich nicht!». Bild: EPA/EFE

Gekaperte Busse

Die Studenten hatten am 26. September für den Rückweg von einer Spendensammelaktion in Iguala mehrere Busse gekapert. Dies war eine übliche Praxis in ihrem Lehrerseminar, das als Hochburg linksradikaler Aktivisten bekannt ist.

Auf dem Weg stoppte die Polizei die Busse und tötete sechs Insassen. Die übrigen 43 Studenten wurden laut den Ermittlern an die verbündete Drogenbande Guerreros Unidos übergeben.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Igualas Bürgermeister José Luis Abarca das Vorgehen gegen die Studenten anordnete, um zu verhindern, dass sie eine geplante Rede seiner Frau stören. 

Nach mehrwöchiger Flucht wurde das Paar, das Verbindungen zur Drogenmafia unterhalten soll, am Dienstag in Mexiko-Stadt gefasst. Insgesamt gab es bislang 74 Festnahmen in dem Fall, darunter 36 Polizisten und mehrere Mitglieder von Guerreros Unidos.

Forensic examiners stand together before starting to look for human remains below a garbage-strewn hillside in the forested mountains outside Cocula October 28, 2014. Mexican authorities on Monday said they had arrested four drug gang members involved in the kidnapping of dozens of student teachers who disappeared last month and are feared massacred. Forty-three students disappeared on September 26 in Iguala after they clashed with police and masked men and the arrested gang members said that some of the students could have been held near this site, according to local media. REUTERS/Rebecca Blackwell/Pool (MEXICO - Tags: CIVIL UNREST CRIME LAW)

Sie hätten die jungen Leute auf einer Müllkippe nahe der Ortschaft Cocula getötet, ihre Leichen mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt, sagten die Verdächtigen nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in einem Verhör.  Bild: REBECCA BLACKWELL/REUTERS

Beweise verlangt

Die Angehörigen der Vermissten reagierten misstrauisch auf die Erklärungen der Staatsanwaltschaft. Solange das Gegenteil nicht bewiesen sei, «sind unsere Söhne noch am Leben», sagte Felipe de la Cruz, ein Sprecher der Familien.

«Wir werden weiter nach ihnen suchen.» Die Angehörigen setzten auf eine Untersuchung durch unabhängige argentinische Gerichtsmediziner, die an den Ermittlungen beteiligt sind.

Im Oktober hatten bereits zwei Auftragsmörder ausgesagt, 17 der Studenten getötet und in einem Massengrab vergraben zu haben. Eine Untersuchung von 28 der Leichen in dem Grab ergab aber laut den Behörden, dass es sich nicht um die vermissten Studenten handelte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mexikos Airline nimmt Vorurteile von Amerikanern aufs Korn – die Werbung schlägt voll ein

Die USA sind die Lieblingsdestination für Mexikaner. Zum Leidwesen der grössten mexikanischen Fluggesellschaft gilt dies nicht auch umgekehrt. Bei Aeromexico hat man sich deshalb diesen genialen Werbespot einfallen lassen, um US-Amerikanern eine Reise nach Mexiko schmackhaft zu machen. 

Beim Werbespot geht es um weit mehr, als Flugreisen nach Mexiko zu fördern: Im Video interviewen Vertreter von Aeromexico einige Einwohner von Wharton, Texas, über ihre Ansichten über …

Artikel lesen
Link zum Artikel