Migration
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epa04429807 European Parliament President Martin Schulz (R) talks with shipwreck survivors during a commemoration ceremony for migrants who died in a shipwreck in the Mediterranean Sea a year ago, off the shore of Lampedusa, Sicily, Italy, 03 October 2014. At least 366 people died in the October 3, 2013, accident, provoking international outrage and prompting Italy to launch Mare Nostrum, a search-and-rescue mission designed to prevent more tragedies at sea.  EPA/FRANCO LANNINO

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlamentes, unterhält sich am 3. Oktober 2014 mit Überlebenden der Schiffskatastrophe auf dem Mittelmeer vor Lampedusa vom 3. Oktober 2013, bei der über 366 Flüchtlinge ihr Leben verloren. Bild: EPA/ANSA

«Mos Maiorum»

Europa jagt zwei Wochen lang Flüchtlinge, um Schlepper und ihr Netzwerk aufzudecken



Zwei Wochen lang wird europaweit verstärkt nach irregulären Einwanderern gefahndet, um mehr über dahinter stehende Schleuser und ihre Netzwerke zu erfahren. Flüchtlingsorganisationen beklagen ein «Signal der Abschreckung».

Der europäische Einsatz «Mos Maiorum» (#MosMaiorum) wird von der italienischen EU-Ratspräsidentschaft koordiniert, wie eine Sprecherin der deutschen Bundespolizei der Nachrichtenagentur DPA am Dienstag bestätigte.

«Das ist ein Signal der Abschreckung, das ganz Europa aussendet.»

Mit der Operation sollten Erkenntnisse über illegale Migration, Schleuserrouten und die Netzwerke dahinter gewonnen werden, hiess es aus dem deutschen Innenministerium. Erkenne die Polizei einen Flüchtling, werde er in eine Erstaufnahmestelle der Länder gebracht, wo er einen Asylantrag stellen könne.

Dabei werde er nach Schleusern befragt. Die gesammelten Informationen würden dann an Italien geliefert, wo die Daten aus allen beteiligten Staaten ausgewertet würden.

Kritik von Flüchtlingsorganisationen

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl kritisierte die Aktion scharf. «Das ist ein Signal der Abschreckung, das ganz Europa aussendet», sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt der DPA. Europa verneine die legitimen Interessen von Flüchtlingen, die zu Verwandten oder Freunden in ein anderes EU-Land weiterreisen wollten.

Der Hürdenlauf für diese Menschen werde noch weiter erschwert. Für die Betroffenen sei es extrem hart, wenn sie nach den Strapazen ihrer Flucht – zum Teil nach einer lebensgefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer – auf dem europäischen Festland mit solchen repressiven Instrumenten konfrontiert würden.

Bereits 3000 Tote

Angesichts von Krieg, Terror und purer Not in ihren Heimatländern versuchen Flüchtlinge, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Bei den gefährlichen Reisen in den Händen krimineller Schlepper auf überfüllten Booten kommen viele ums Leben. In diesem Jahr fanden bereits 3000 Menschen auf dem Weg nach Europa den Tod.

Die Mittelmeerländer, allen voran Italien, kommen mit dem Problem alleine nicht mehr klar. Doch die EU-Staaten streiten um eine gerechtere Verteilung von Asylbewerbern. Viele Staaten, die derzeit wenige Flüchtlinge aufnehmen, sind dagegen. (sda/dpa)

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