Schweiz
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A health worker collects a nose swab sample for a polymerase chain reaction (PCR) test at a drive-in coronavirus testing facility in front of the eHnv hospital eHnv

Die Fallzahlen steigen, doch getestet wird weniger als noch Anfang Juni. Bild: keystone

Analyse

6 Aussagen zu den aktuellen Corona-Fallzahlen im Faktencheck

Hat der Kanton Genf das Coronavirus noch unter Kontrolle? Oder sind die vielen täglich gemeldeten Fallzahlen gar nicht so schlimm? Sechs Corona-Aussagen im Faktencheck.



«Die Schweiz schlittert auf einen zweiten Shutdown zu.»

Obwohl die Fallzahlen seit Mitte Juli wieder ansteigen, ist die aktuelle Situation nicht mit jener im März zu vergleichen. Konkreter gesagt: Am 12. August meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 274 Neuinfektionen. Diese Zahl liegt aber immer noch viel tiefer als noch am 27. März, als die Schweiz an einem Tag 1303 Neuinfektionen verzeichnete.

Ein Grund für den Shutdown im März war die begrenzte Anzahl an Intensivpflegeplätzen in den Schweizer Spitälern. Der Bundesrat wollte die exponentielle Verbreitung des Virus so schnell wie möglich eindämmen, um zu verhindern, dass die gesundheitliche Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann.

Die aktuelle Situation in den Spitälern ist jedoch entspannt. Im Gegensatz zur Entwicklung der Fallzahlen blieb die Zahl der Hospitalisierungen relativ konstant (siehe auch Punkt 5). Das lässt sich wie folgt erklären: Gemäss BAG wurden zu Beginn der Epidemie vorwiegend ältere Menschen positiv auf Covid-19 getestet. Über die letzten Wochen infizierten sich zunehmend mehr Personen unter 40 Jahren. Bei einem Grossteil der jüngeren Menschen verläuft das Virus milde, wodurch sie nicht auf ärztliche Betreuung angewiesen sind.

Tachos Faktencheck

Bild: watson

«Die Zahlen sind nur so hoch, weil mehr getestet wird.»

Diese Aussage stimmt nicht. Seit Anfang Juli nimmt die Anzahl an täglich durchgeführten Tests ab. Während zu Peakzeiten Anfang Juli täglich bis zu 15'178 (3. Juli 2020) Menschen getestet wurden, verzeichnete das BAG am 13. August lediglich 6670 Covid-19 Tests. Es ist also falsch, zu sagen, dass es nur mehr Coronafälle gibt, weil mehr getestet wird.

Bild

Tachos Faktencheck

Bild: watson

«Die Positivitätsrate der Covid-19 Tests steigt und steigt.»

Bei den steigenden Fallzahlen lohnt sich auch ein Blick auf die Positivitätsrate, also der prozentuale Anteil an Corona-Tests, der positiv war. Diese Rate steigt nämlich seit Ende Juni kontinuierlich an.

Bild

Die Expertinnen sind sich uneinig, wie genau dieser Anstieg zu bewerten ist. Laut Epidemiologe Christian Althaus sei der Anstieg «tendenziell kein gutes Zeichen», wie er gegenüber nau.ch Anfang Juli sagte. «Er könnte darauf hinweisen, dass in der Bevölkerung wieder mehr Infektionen vorhanden sind», so Althaus.

Eine andere Theorie wäre positiver. Nämlich die, dass das Contact Tracing der Kantone erfolgreich ist und präzise Menschen getestet werden, die in Kontakt mit bereits infizierten Personen standen.

Tacho Faktencheck

«Der Kanton Genf hat die Situation nicht mehr im Griff.»

Der Kanton Genf verzeichnet seit Mitte Juli in der Tat einen starken Anstieg an Infektionszahlen. Wäre Genf ein eigenes Land, müsste es bereits auf die Risikoliste des Bundes gesetzt werden. Auf die Liste kommt, wer mehr als 60 Corona-Fälle pro 100'000 Einwohner verzeichnet. In Genf waren es in den letzten 14 Tagen rund 99 Fälle pro 100'000 Einwohner.

Positiv getestete Personen in den letzten 14 Tagen

Trotz der hohen Fallzahlen ist es jedoch zu kurz gegriffen, zu sagen, dass Genf die Situation nicht mehr im Griff habe. Der Staatsrat hat bereits einige Massnahmen getroffen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.

So gilt in geschlossenen Räumen eine allgemeine Maskenpflicht. Zudem machte der Staatsrat Ende Juli alle 36 Nachtclubs erneut dicht. Mit diesen Massnahmen versuche man, eine exponentielle Anzahl von Infektionen in der Bevölkerung zu vermeiden, hiess es vor zwei Wochen. Auch das Contact Tracing wird laufend ausgebaut, sagt das Gesundheitsdepartement in Genf auf Anfrage. Es sei jedoch eine «gewaltige Aufgabe».

Tacho Faktencheck

«Die steigenden Fallzahlen sind nicht so schlimm, weil die Leute ja nicht sterben oder im Spital landen.»

Obwohl die Fallzahlen seit Anfang Juli wieder gestiegen sind, bewegen sich die Hospitalisierungen auf einem tiefen Niveau. Anders als noch im März erkranken derzeit vor allem jüngere Menschen am Coronavirus. Bei den meisten dieser Fälle ist der Verlauf des Virus relativ milde, was dazu führt, dass sie auch nicht hospitalisiert werden müssen.

Bild

Dennoch ist es gefährlich, aufgrund der tiefen Hospitalisierungs- und Todeszahlen darauf zu schliessen, dass die steigenden Fallzahlen nicht schlimm sind. «Auch junge und gesunde Menschen können schwere Krankheiten entwickeln, auch wenn dies weniger wahrscheinlich ist», so Janne Estill von der Universität Genf. Ein guter Schutz der Hochrisikogruppen könne die Sterblichkeit trotz steigender Fallzahlen senken, so Estill. «Die bisherigen Erfahrungen aus Pflegeheimen haben aber gezeigt, dass der Schutz dieser Bevölkerungsgruppen in der Praxis schwierig werden kann.»

Auch Antoine Flauhault, Mitglied der bundesrätlichen Corona-Taskforce, warnt davor, dass die Schweiz jederzeit in die rote Zone fallen könnte. Flauhault und sein Team an der Universität Genf berechnen für verschiedene Länder, unter anderem die Schweiz, eine sogenannte Sicherheitszone. Diese befindet sich bei 2,5 neuen Fällen pro Tag auf 100'000 Einwohner gerechnet. Das wären 200 Fälle pro Tag. «Unsere Daten zeigen, dass die Schweiz als Ganzes derzeit an der Obergrenze ihrer Sicherheitszone kratzt», so der Epidemiologe gegenüber watson. Kurzfristig gibt er aber Entwarnung: «Wir rechnen nicht damit, dass die Sicherheitszone in den nächsten sieben Tagen verlassen wird.»

Tachos Faktencheck

Bild: watson

«Ab 200 Ansteckungen funktioniert das Contact Tracing nicht mehr.»

Das Problem: Je höher die Fallzahlen, desto aufwändiger ist es für die Contact Tracer der Kantone, die Infektionsketten nachzuverfolgen. Und diese Nachverfolgung ist im Kampf gegen die Corona-Pandemie essentiell. Doch ob die Grenze genau bei 200 Fällen liegt, ist schwierig zu beziffern.

Im Kanton Genf, wo die Fallzahlen aktuell am höchsten sind, wird das Contact Tracing laufend ausgebaut. Doch die Gefahr, dass der Kanton an die Kapazitätsgrenzen stösst, besteht. Diesem Szenario ist man sich in Genf bewusst. Auf Anfrage schreibt das Gesundheitsdepartement, dass nicht wichtig sei, ab welcher Fallzahl das Contact Tracing nicht mehr möglich sei, sondern vielmehr, ab wann es keinen Sinn mehr mache, weil «das Virus überall sein könnte».

Tachos Faktencheck

Bild: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chaoz 15.08.2020 08:41
    Highlight Highlight Punkt 5: Der wichtigste Fakt und ihr redet am entscheidenden Punkt vorbei!
    Die Todeszahlen u. Hospitalisierung sind nicht nicht nur markant gefallen, sondern quasi inexistent!
    'Es kann'... bei jeder Art von Infekt zu Komplikationen oder gar Todesfall führen.
    Hört endlich auf mit dieser Panikmache!!!
  • malu 64 15.08.2020 00:44
    Highlight Highlight Bin im Moment auf den Kanaren. Alle tragen Masken. Überall stehen berührungsfreie Handdesinfektionsstationen. Grössere Läden und Hotels überwachen das Ritual durch Angestellte. Es herrscht Einbahnverkehr, überall sind Pfeile am Boden oder Umwege gekennzeichnet. Bevor man in den Speiseraum kann, wird mit einem Laser die Körpertemperatur gemessen und die Hände desinfiziert, natürlich gilt Maskenpflicht . Verlassen Gäste den Speiseraum wird der Tisch samt Stühlen desinfiziert und neue Tischsets aufgelegt. Überall wird auf genügend Distanz geachtet. Unter freiem Himmel gibt es Abendunterhaltung.

  • elco 15.08.2020 00:18
    Highlight Highlight Die einzig verlässlichen Informationen zu Covid bezieht man aus dem wöchentlichen upgrade der seriösen Forschungsergebnisse zum Thema in der NZZ. Das ist aber nichts für Corona-Bürger und es braucht dafür eine Abo. Unbezahlbar, und sehr beruhigend.
  • Locutus70 14.08.2020 23:44
    Highlight Highlight Als Laie der sich mit dem Thema intensiv befasst, bin ich der Meinung das offene Grenzen und die aktuelle Strategie im Umgang mit dem Virus nicht zusammen passt.
  • HundBasil 14.08.2020 23:07
    Highlight Highlight Liebes Watson. Danke. So einen objektiven Beitrag zum Thema habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
  • Masus 14.08.2020 22:36
    Highlight Highlight Also sind hohe Fallzahlen nur in Genf kein Problem? Oder nur nicht wenn sie zu internationalen Komplikationen führen? Oder wenn sie für ungemütliche Schlagzeilen führen?
  • ostpol76 14.08.2020 22:29
    Highlight Highlight «Auch junge und gesunde Menschen können schwere Krankheiten entwickeln, auch wenn dies weniger wahrscheinlich ist»

    Gilt dies nicht für alle Krankheiten? Ich meine diese Fälle gibt es auch bei einer harmlosen Grippe.
    • Mutzli 15.08.2020 09:06
      Highlight Highlight Nein. Es gibt durchaus Krankheiten, welche stärker jüngere Gefährden. Paradebeispiel dafür ist die Influenzaepidemie von 1918-1920, bei der vor allem jüngere starben.

      Was mich zum nächsten Punkt bringt: Influenza ist alles andere als harmlos und die saisonale Grippe führt leider auch genau wegen solcher Unterschätzung zu schlechter Impfdisziplin und unnötigen Toden.

      Covid-19 ist zwar um vieles gefährlicher (sowohl in Langzeitfolgen und reiner Todesrate mit ca. 0.5-1% vs. Influenza mit unter <0.1%), aber deswegen Influenza als "harmlos" einzustufen wäre ein Fehler.
  • Dave1974 14.08.2020 22:11
    Highlight Highlight Ich frage es jetzt trotz internem Nicht-Ärger anzetteln wollen - gibt es seit Maskenpflicht in ÖV mehr unbedachte Nähe?
    Die Zeitachse stimmt. Das Verhalten stimmt.

    Frage ja nur.
    • Mutzli 15.08.2020 09:29
      Highlight Highlight Nein.

      Keine Ahnung, was für eine Zeitachse Sie genau meinen, aber die Maskenpflicht wurde ja gerade deshalb eingeführt, weil die Leute in den ÖV geströmt sind, ohne weder Mindestabstand noch die Maskenempfehlung bei weniger Raum einzuhalten.

      In den Läden wird schliesslich auch ohne Maskenpflicht seit jeher und bis heute von Tonnen von Leuten jeder Mindestabstand fröhlich ignoriert.
    • pop_eye 15.08.2020 15:15
      Highlight Highlight Dave
      Die Züge sind aufgrund der pseudo Gesichtswindelpflicht spärlich gefüllt. Es gibt somit keine unbedachte Nähe da es sehr viele leere Plätze hat. Was langsam aber stetig vorkommt, dass die Windel nicht mehr richtig angezogen werden - was ich als postive Entwicklung begrüsse.
    • Dave1974 15.08.2020 19:37
      Highlight Highlight @pop_eye
      Wohne nicht mehr an den Gleisen, aber wenn ich Trams beobachte ist der mit dem Abstand endgültig dahin.

      @Mutzli
      Die Leute mieden den ÖV oder waren zu Randzeiten unterwegs. Erst nach der Einführung hat es sich aus meiner Sicht "normalisiert" - Betonung auf meine Sicht.

      Maske und alles wird gut funktioniert nicht.
      Vorallem der Abstand wird für viele "zu" hinfällig.

      Ein einfaches Signal wäre jetzt wohl: wieder 2m Abstand. Virologisch wohl sinnlos, aber epidemiologisch wohl sinnvoller als Maskenspiele.

      Beispiele sind weltweit zu finden.
  • Joe Meier 14.08.2020 21:52
    Highlight Highlight Häufig gehörte Aussagen.. Aber die Aussagen in richtig oder falsch zu unterteilen ist nicht seriös oder auch nur sinnvoll. Jede Aussage ist differenziert zu betrachten und verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.. So ist es nicht per se falsch dass steigende Fallzahlen nicht schlimm sind.. Es ist durchaus richtig dass Fallzahlen sich auf positiv getestete bezieht und mittlerweile bekannt ist das viele Personen symptomlos bleiben also ist auch ein grosser Teil Wahrheit in dieser Aussage.. Deshalb.. Differenziert beurteilen und nicht einfach schwarz oder weiss bewerten..
    • SoullessStone 15.08.2020 06:53
      Highlight Highlight Das wird ja anhand der Skala versucht. Sie sagt nicht aus, ob eine Aussage richtig oder falsch ist, sondern zeigt eine Tendenz.
  • PeterausLuzern 14.08.2020 20:52
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass sich anfangs "vor allem ältere Menschen" angesteckt haben und nun mehrheitlich Jüngere. Die Aussage ist irreführend.
    Anfangs wurden mangels Verfügbarkeit ja nur Risikogruppen getestet. Nun mit dem Contact Tracing hingegen sind viele Klubbesucher, gesellige Leute oder Leute im Arbeitsalltag unter den Getesteten. Da verschieben sich die Anteile relativ schnell..

    Aber gute, weil einfach verständliche Rubrik, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Dr. Unwichtig 14.08.2020 20:46
    Highlight Highlight Punkt 5: Die Hospitalisierungsrate steigt nicht nur nicht, sie ist massiv tiefer als während der Hochphase im März und April. Die Zahlen sind so tief, dass man sich ernsthaft fragen muss, wie weit sie noch statistisch relevant sind. Zudem steigt der Anteil an Infizierten aus der Hochrisikogruppe nicht an, eher das Gegenteil.

    Das sind die Fakten. Aber gut, wenn ein Experte meint, die Lage sei trotzdem „schlimm“...
    • Ademerci 14.08.2020 22:48
      Highlight Highlight DankeDankeDanke
  • Rabbi Jussuf 14.08.2020 20:09
    Highlight Highlight Worüber nie gesprochen wird, ist die Fehleranfälligkeit der Tests, die etwa bei 1-3% liegen dürfte. (Was aber immer noch nicht ausgetestet wurde!)
    Das bedeutet, dass es im Schnitt 2% Falsch-Negative Ergebnisse gibt, dass der Test also 2% der wirklich Positiven nicht findet. Das ist das kleinere Problem.
    Das grössere ist es, dass der Test 2% aller Tests als positiv anzeigt, obwohl kein Virus vorhanden ist. Das heisst: Bei den derzeitigen Zahlen ist die Hälfte falsch-positiv getestet!
    Wie wird mit diesem Fakt umgegangen?
    Demnach müssten 50% der positiv Getesteten gar nicht in die Quarantäne.
    • Brasser 14.08.2020 22:54
      Highlight Highlight Ich kapier nicht ganz, wie Du von 2% aller Tests, die falsch sind, darauf kommst, dass stolze 50% aller positiv Getesteten nicht in Quarantäne müssten.
      Kannst Du das nochmals für Dummies erklären?
    • Waseli 15.08.2020 01:29
      Highlight Highlight EIn beispiel einer Testung eines Labores aus Leipzig:
      https://www.aerzteblatt.de/archiv/214890/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Hohe-Sensitivitaet

      Als Antwort auf folgenden Artikel:
      https://www.aerzteblatt.de/archiv/214370/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Ergebnisse-richtig-interpretieren

      Wenn dir obriger Artikel reicht als ausgetestet.
      Was aber klar ist, dass das Resultat wohl stark vom Arbeitsvorgang der jeweiligen Labors abhängt.
    • Mutzli 15.08.2020 09:45
      Highlight Highlight Bitte was? Natürlich wurden und werden die PCR-Tests gründlich geprüft und diese sind verdammt genau siehe z.B. https://bit.ly/3aqJVxb

      Wie zudem auf der Basis einer angeblichen Fehlerquote von 2% falsch positiv & negativ plötzlich 50% aller positiv getesteten falsch positiv sein sollen, ist mir ein Rätsel.

      In der Schweiz werden die Tests zudem Gegengetestet womit eine Spezifität von praktisch 100% erreicht wird und falsche Positive ausgeschlossen werden können und mit einer Sensitivität von >98% falsch negative auch unwahrscheinlich sind.
      https://unilabs.ch/de/node/1702
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tobi-wan 14.08.2020 19:48
    Highlight Highlight Die Aussage, dass beim Lockdown vor allem ältere Menschen infiziert wurden stimmt so nicht zwangsläufig. Die Jungen, die nicht zur Risikogruppe zählten, wurden damals einfach nicht getestet. So auch ich und das mit einer Lungenentzündung.
    • Meiniger 14.08.2020 20:05
      Highlight Highlight Dies ist natürlich korrekt, jedoch sind jetzt natürlich ältere Menschen natürlich vorsichtiger, deshalb weniger betroffen.
    • PlayaGua 14.08.2020 22:00
      Highlight Highlight @meiniger

      Dass ältere Menschen nun vorsichtiger sind, halte ich für ein Gerücht.
  • DeeMind 14.08.2020 18:50
    Highlight Highlight Die erste Grafik zeigt... Was genau? Die Anzahl Neuinfektionen kanns nicht sein, denn im Text steht 274, was mit der analogen Grafik des BAGs übereinstimmt, doch in der Grafik hier steht 209 beim 12.8. Auch die übrigen Balken sind irgendwie... anders. Ich stehe wohl im Wald... Warum habe solche Grafiken nökeine Titel und Quellenangaben wären auch ganz nett...
    • Waseli 15.08.2020 22:11
      Highlight Highlight Kommt darauf woher Watson die Daten bezieht. BAG korrigiert im Nachhinein die Daten vergangener Tage nach, wenn Kantone diese verspähtet einreichen.
      Andere Datenbezüger setzten die Daten zum teil 1:1 ein wenn Sie erscheinen
    • DeeMind 16.08.2020 12:29
      Highlight Highlight @Waseli: Nicht wirklich eine valuable Antwort. Wenn doch im selben Text Inkonsistenzen bestehen...
  • tellmewhy 14.08.2020 18:12
    Highlight Highlight Super, danke, ein Positivbeispiel wie Journalismus schlechte politische Kommunikation ausgleichen kann.
  • Fairness 14.08.2020 18:12
    Highlight Highlight Am 3. Juli wurden glaub über 12‘000 Rekruten getestet. Daher über 15‘000 Tests.
  • fools garden 14.08.2020 17:55
    Highlight Highlight Ich bin zwar zu Alt für Discotheken oder Streetparades, muss aber zugeben dass ich mich nicht sehr gerne einsperren lasse.
    Wie ebendies hier in Frankreich der Fall war.

    Wäre es möglich wieder mal Zahlen zur nakten Übersterblichkeit zu erhalten, oder auch dem Ernstverlauf von positiv getesteten Fällen.

    Danke👍
    • Meiniger 14.08.2020 20:06
      Highlight Highlight Leider fehlen auch z.B. Infos, wie viele Positiv getesteten schon in Quarantäne waren infolge Reise oder Contact tracing.
      Kommunikation ist leider noch sehr schwach.
  • Kolo 14.08.2020 17:53
    Highlight Highlight Bis heute dachte ich, dass etwas falsch oder wahr ist. Heute weiss ich, dass etwas falscher und wahrer sein kann. Und auch am wahrsten und am falschesten. Man lernt nur aus.
  • crashwinston 14.08.2020 17:49
    Highlight Highlight Also den ersten Punkt als komplett falsch zu betrachten sehe ich nicht ein. Man sieht ganz klar ein lineares Wachstum (mit Kontakttracing) der Fallzahlen seit Anfang Juni. Irgendwann überschreiten wir auch mit dem linearen Wachstum diese Grenze des Kontakttracings und ab dann nehmen die Fallzahlen wieder exponentiell zu. Wenn dann nicht sofort reagiert wird bleibt uns ein zweiter "Lockdown" nicht erspart. Besser jetzt Massnahmen ergreifen, dann müssen sie nicht so hart sein wie im März.
  • Masus 14.08.2020 17:33
    Highlight Highlight Belegen die Punkte 1, 3 & 4 nicht genau, dass die Fallzahlen an sich eben keine gute Argumentationsgrundlage sind?
    Wieso wird dann weiterhin behauptet, dass die Gefahr gross ist, einzig und allein auf Basis der Fallzahlen (Punkt 5)?
  • Tabeas 14.08.2020 17:31
    Highlight Highlight Wieviele Arbeitslose haben wir welche gerne mit Ihrem PC via Homeoffice getracte Personen ermitteln und beraten würden?

    Woher wollen wir wissen, dass das Virus wie HIV nicht nach der Erstinfektion mit einer Inkubationszeit aufwartet?

    Wir wissen so wenig über diese dreckigen RNA Viren, welche nur aus chemischem Code bestehen, also nicht mal lebende Wesen sind, das es einem graust... Uns werden die wiedersprüchlichsten Informationen präsentiert, auf den Mars fliegen geht, aber dem Menschen ein Antvirusprogramm zu geben, so wie auf dem PC, das geht nicht, schon seltsam....
  • Der Prediger 14.08.2020 17:19
    Highlight Highlight Essentiell für die Interpretation der Zahlen ist das Wissen, dass nicht jeder positive PCR Test für eine kranke, ansteckende Person steht. Trifft das Virus auf eine immunisierte Person, wird es von den Antikörpern erledigt. Die Virenfragmente („Leichenteile“) können aber ein positives Ergebnis hervorbringen. Genau deshalb kam es vor einigen Monaten zu grosser Verwirrung darüber, ob überhaupt eine Immunisierung stattfindet. Dass die südkoreanischen Forscher ihren Fehler innert kürzester Zeit eingeräumt und korrigiert haben, war medial leider nur eine Randnotiz wert.
    • Waseli 14.08.2020 19:50
      Highlight Highlight @shisha:
      PCR ist aber ca. erst nach fünf Tagen nachweisbar, weil vorher der Virus aufgrund der geringen Menge nicht feststellbar ist.
      D.h. muss sich der Virus zu einem gewissen grad im Körper vermehren und ausbreiten können.
      Wir wissen , dass Menschen während der Inkubation anstecken sind. Aufgrund dessen eine Person als nicht ansteckend zu bezeichnen finde ich als etwas zu gewagt
    • Waseli 15.08.2020 01:43
      Highlight Highlight Ausschnitt aus Aerzteblatt:
      "Gelegentlich Probleme bereitet das wiederholte Testen nach durchgemachter Erkrankung. In Einzelfällen kann bei klinisch Gesundeten über einen längeren Zeitraum SARS-CoV-2-spezifische Nukleinsäure in geringer Menge nachgewiesen werden. Aussagen über eine potenzielle Infektiosität lassen sich daraus jedoch (noch) nicht ableiten"

      dazugehöriger Link (mit vorsicht zu geniessen da schon älter vom April 2020):
      https://www.aerzteblatt.de/archiv/213661/SARS-CoV-2-Der-richtige-Nachweis
  • NathanBiel 14.08.2020 17:11
    Highlight Highlight Also die 5 ist in meinen Augen wahr!
  • Bert der Geologe 14.08.2020 17:07
    Highlight Highlight .. Über die letzten Wochen infizierten sich zunehmend mehr Personen unter 40 Jahren... (als vor dem Lockdown)
    FALSCH: Es waren vor dem Lockdown viele Personen unter 40 Jahren infiziert, die mangels Tests gar nicht getestet wurden. Dass jetzt prozentual weniger Leute auf der Intensivstation landen, liegt wohl eher daran, dass die Dunkelziffer kleiner ist, als im März/April und vielleicht und hoffentlich auch, dass wir älteren Knochen uns etwas besser schützen.
    • Dr. Unwichtig 14.08.2020 20:58
      Highlight Highlight Möglich. D. h. im Unkehrschluss, wir können nach aktuellem Testregime über 1.000 Ansteckungen pro Tag feststellen, und die Spitäler wären noch immer weniger ausgelastet, als im März und April. Und da lag die maximale Belegung bei etwa 2.200 (bei rund 30.000 Betten in der Akutpflege).

      Doch - sehr schlimm...
    • Bert der Geologe 15.08.2020 10:53
      Highlight Highlight @Dr. Unwichtig: Für die 2'200 Sterbeskranke ist es sicher schlimm.
  • what's on? 14.08.2020 17:05
    Highlight Highlight Es fehlen zwei Kurven: Anzahl Tote WEGEN dem Coronavirus nach Monaten sowie Auslastung der Spitäler nach Monaten. Damit könnte man beurteilen, ob das Thema überhaupt noch relevant ist.
    • Waseli 14.08.2020 19:53
      Highlight Highlight Und wie definierst du, das eine Personen WEGEN Coronavirus gestorben sind? Was sind die Anzeichen?
  • Fakten 14.08.2020 17:02
    Highlight Highlight Guter Bericht von Watson, danke. Jedoch Punkt 5 ist ganz klar wahr und nicht tiefrot falsch.
    • Waseli 14.08.2020 19:54
      Highlight Highlight Rosinenpicken......
    • Waseli 14.08.2020 20:27
      Highlight Highlight Kleines Gedankenexperiment für dich:
      Du füllst einen begrenzten Behälter mit einer Säure. Der Behälter hat einen Abfluss mit einer fixen Menge, bei einem Überlaufen des Behälters nimmt dein Körper wegen der Säure Schaden. Die maximale Menge ist dir unbekannt und du merkst erst mit Verzögerung (ca.5 Tage) wenn der Behälter am überaufen ist.
      Du kannst die Grösse des Zuflusses nur sehr ungenau regulieren.
      Findest du es problematisch oder nicht, wenn die Menge im Behälter konstant zunimmt? Ist ja noch nichts passiert...
    • Fakten 14.08.2020 20:44
      Highlight Highlight Waseli: Rosinenpicken wenn 1 von 6 falsch sind? Eher nicht oder..
    Weitere Antworten anzeigen
  • freeLCT 14.08.2020 16:50
    Highlight Highlight Da sich die Experten uneinig zu sein scheinen, frage ich nun hier:

    Seht ihr auch die Möglichkeit, dass Punkt 2 und 3 Zusammenhang haben könnte?

    Sprich: dass die steigende Positivitätsrate damit zu tun hat, dass nicht mehr so viel getestet wird wie vorher?

    • Tschowanni 14.08.2020 19:52
      Highlight Highlight Das steht ganz klar im Zusammenhang, ja
  • lilie 14.08.2020 16:38
    Highlight Highlight Danke für die übersichtliche Zusammenstellung. 👍

    Noch ein Wort zum Thema "Anzahl Fälle pro Tag" und "Contact Tracing": Es gilt zu bedenken, dass es ja nicht auf die Gesamtzahl der Neunifektionen in der Schweiz ankommt, sondern in einem einzelnen Kanton.

    Das zweite, was man nicht vergessen darf, ist, dass es nicht nur auf die Anzahl Fälle, sondern vor allem auf die Anzahl Kontaktpersonen ankommt. Ein Fall in der Familie gibt viel weniger Arbeit als ein Fall im Club oder in einer grösseren Firma.

    Und die Ferienrückkehrer geben auch Arbeit, sogar, wenn da kein einziger Fall auftreten würde.
    • Garp 14.08.2020 17:04
      Highlight Highlight Na ein Familienmitglied kann sich auch in einem weiten Umfeld bewegen und in einem Club gewesen sein. Da gibt es nicht so eine einfach Trennlinie.
    • Hiker 14.08.2020 17:31
      Highlight Highlight Wieso denkst Du es komme auf die einzelnen Kantone an? Ich vermute Du meinst das Contact Tracing der einzelnen Kantone. Die Menschen und das Virus kümmern sich ja wohl weniger um Kantonale Grenzen oder?
    • lilie 14.08.2020 19:17
      Highlight Highlight @Hiker: Es geht darum, wie viele Fälle das Contact Tracing verträgt. Das kann man aber so nicht beantworten, weil wir eben nicht 1 Contact Tracing haben, sondern 26. Also kommts - wie du sagst - auf das CT der einzelnen Kantone an.

      Und der Virus kennt zwar keine kantonalen Grenzen, aber die Leute, die ihn rumtragen, ja schon. Deshalb konnten in Genf die Fälle exponentiell ansteigen, im benachbarten Waadt aber viel langsamer. Es gibt Kantone, die seit Wochen nur vereinzelte Fälle melden - egal, was im Rest der Schweiz gerade passiert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas G. 14.08.2020 16:36
    Highlight Highlight Also das mit der 2. welle als falsch zu bezeichnen finde ich schon mutig. Bestenfalls weiss man es einfach nicht. Von der Tendenz her stimmt es aber.
    • Bert der Geologe 14.08.2020 19:08
      Highlight Highlight @Thomas G.: Man sollte die erste Welle mit errechneter Dunkelziffer zeichnen, dann könnten wir vielleicht Unterschiede in den Wellen sehen. Zumindest ist die Zunahme an Neuinfektionen dieses Mal (noch) nicht exponentiell.
  • genauleser 14.08.2020 16:31
    Highlight Highlight Gutes Format, häufig gehörte Argumente aufzugreifen!

    Auf Frage 4 gibt der Text gar keine Antwort? Sich viel Mühe zu geben, heisst ja nicht, etwas im Griff zu haben.
    Der Text zu Frage 5 impliziert nicht, was das Bildli dann zeigt ("falsch"), sondern eher "richtig" bis mittel. Ausserdem widerspricht das Ergebnis jenem von Frage 1.
    • CalibriLight 14.08.2020 17:15
      Highlight Highlight Frage 1: Steuern wir gradewegs auf einen Shutdown zu? Antwort: Nein, die Angesteckten sind zu jung um die Spitäler zu überlasten.
      Frage 5: Kann das ändern: Antwort: Ja

      So verstehe ich das, das widerspricht sich mE nicht.
    • McJesus 14.08.2020 18:14
      Highlight Highlight Natürlich kann sich das ändern, aber Frage 5 als komplett falsch anzuzeigen stimmt halt auch nicht. Wäre der Zeiger in der Mitte ok, aber bestimmt nicht komplett rechts. Schlussendlich sind die Hospitalisierten und Toten ausschlaggebend für einen Lockdown. Hiess es zu mindest im März, damals war das oberste Ziel die Kurve abzuflachen und eine Überlastung des Gesundheitssystem zu verhindern.
  • koks 14.08.2020 16:18
    Highlight Highlight Genf hats nicht im Griff. Trotz den Massnahmen die ergriffen wurden bleiben die Anzahl Fälle hoch.

    So siehts doch aus.
  • r3to34 14.08.2020 16:16
    Highlight Highlight Kleiner Input: ich hätte den Wahrheitsbarometer gleich unter der Aussage platziert. So wie es jetzt ist, kann der Eindruck entstehen, dass sich das Barometer auf die Erklärung bezieht...
    • Tschowanni 14.08.2020 19:59
      Highlight Highlight Tut es auch
  • amazonas queen 14.08.2020 16:15
    Highlight Highlight Zu Punkt fünf würde ich eine Grafik machen, in der die Anzahl an Infizierten Personen und die Hospitalisierungen übereinander liegen und das über einen längeren Zeitraum läuft. Eine reine Zahl der Hospitalisierungen bringt nichts, da ihr ja gerade das Verhältnis betrachtet.
    • Thomas G. 14.08.2020 16:35
      Highlight Highlight das gibt es bei icumonitoring.ch
    • amazonas queen 14.08.2020 21:52
      Highlight Highlight Es geht nicht um die Belegung der Intensivbetten, sondern um den Vergleich zu den Infizierten. Ich habe die Daten vom BAG bezogen und die Anzahl an neuer Fälle pro Tag angesehen: wie viele sind neu Infiziert, neu Hospitalisiert oder verstorben. Es ist eindeutig zu erkennen, dass die Anzahl an Infizierten steigt. Das ist ohne Diskussion. Die Anzahl der Hospitalisierten steigt jedoch nicht im gleichen Verhältnis mit.
      Benutzer Bild
    • Thomas G. 15.08.2020 08:14
      Highlight Highlight Der Anstieg an Hospitalisierungen wird sprunghaft sein, plötzlich sind es dann viele. Und dann?
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Interview

«Die Wahrheit über Prostitution ist sehr unbequem»

Nacht für Nacht hat sie im Puff verbracht, zwei Jahre lang. Aus den Erzählungen von Prostituierten, Puffbesitzerinnen, Polizisten und Freiern ist ein Buch geworden. Die Journalistin Aline Wüst über Loverboys, Drogen und wie sie der Blick hinter die Kulissen verändert hat.

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