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Genfer Skandal-Politiker Stauffer will für BDP kandidieren – diese ist wenig begeistert



Der ehemalige Anführer der Genfer Protestpartei MCG, Eric Stauffer, suchte zuerst bei der CVP und nun bei der BDP eine neue politische Heimat. (Archivbild)

Der ehemalige Anführer der Genfer Protestpartei MCG, Eric Stauffer, suchte zuerst bei der CVP und nun bei der BDP eine neue politische Heimat. Bild: KEYSTONE

Eric Stauffer sorgt mit seiner angekündigten Nationalratskandidatur für die BDP in Genf für Aufruhr und Unstimmigkeiten. Die BDP Schweiz hat noch gar nicht entschieden, ob sie das Mitgliedschaftsgesuch von Stauffer positiv beantworten will.

Der ehemalige Mitgründer und Anführer der Genfer Protestpartei MCG (Mouvement citoyens genevois) hat am Montag in einem Interview der Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève» angekündigt, für einen der zwölf Genfer Nationalratssitze zu kandidieren. Er sei der BDP Schweiz beigetreten und werde für die BDP Genf kandidieren.

Die Generalsekretärin der BDP Schweiz, Astrid Bärtschi, bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht von Schweizer Radio SRF, dass Eric Stauffer vor einigen Tagen zwar ein Mitgliedschaftsgesuch gestellt habe. Dieses habe von der Geschäftsleitung aber noch nicht behandelt werden können. «Aus diesem Grund ist die Kandidatur nach jetzigem Wissensstand aus unserer Sicht zumindest fraglich», erklärt Bärtschi.

Wann und wie die Geschäftsleitung entscheiden wird, ist noch offen. Bärtschi lässt aber zumindest durchblicken, dass die BDP und Stauffer nicht unbedingt zusammenpassen. «Viele seiner Positionen stimmen mit unseren nicht überein», sagte Bärtschi dazu.

Bekannt für Wutausbrüche

Stauffer ist bekannt für seinen Kampf gegen Grenzgänger und seine Wutausbrüche. Als er im Genfer Grossen Rat ein Wasserglas nach einem FDP-Politiker warf, machte dies bis in die Deutschschweiz Schlagzeilen. Selbst mit seiner eigenen Partei legte sich der Mitgründer und ehemalige Parteichef des MCG an.

2016 trat Stauffer aus der Partei aus und gründete die Bewegung «Genève en Marche». Diese wurde wieder aufgelöst, nachdem sie bei den kantonalen Wahlen in Genf im April 2018 nur 4.1 Prozent der Stimmen erhalten hatte.

Zum Streit kam es diesen Frühling zudem zwischen Stauffer und dem Präsidenten der CVP Unterwallis, Serge Métrailler. Die Affäre hatte damit begonnen, dass der inzwischen im Wallis lebende Stauffer bei der CVP Unterwallis ein Beitrittsgesuch eingereicht und gleichzeitig die Medien im Alleingang darüber informiert hatte, dass er als Kandidat für die eidgenössischen Wahlen zur Verfügung stehe.

Zoff mit Unterwalliser CVP

Damit verärgerte er die Parteileitung dermassen, dass diese ihn umgehend aus der Partei ausschloss. Stauffer klagte Métrailler daraufhin wegen Ehrverletzung ein. Diese Klage wurde am vergangenen 17. Juli von der Walliser Staatsanwaltschaft eingestellt, wie verschiedene Walliser Medien am Dienstag berichteten.

Die Wallis Justiz kam laut den Medienberichten zum Schluss, dass Stauffer mit seinem Verhalten Öl ins Feuer gegossen habe und nicht umgekehrt. Aus diesem Grund wurde der Genfer dazu verurteilt, Métrailler eine Entschädigung zu zahlen. Die Sache ist allerdings noch nicht erledigt. Denn der streitbare Stauffer hat sich entschieden, innerhalb der zehntägigen Frist Rekurs einzulegen, wie seine Anwältin Anny Kasser-Overney bestätigte.

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