Schweiz
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Cassis will selbstbewusstere Schweiz gegenüber China



Bundesrat Ignazio Cassis spricht waehrend einer Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen der Ukraine und der Schweiz, am Dienstag, 30. Juni 2020, in Bern. Der von der ETH Zuerich entwickelte Kostenguenstige Ventilator Low Cost Lund Ventilator LCLV wird als erste Grossserie in der Ukraine produziert.(KEYSTONE/Peter Schneider)

Ignazio Cassis. Bild: keystone

Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis hat das Verhältnis der Schweiz zur Volksrepublik China auf den Prüfstand gestellt. «Jetzt beobachten wir, dass China vom Weg der Öffnung abkommt», sagte er in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

«In 70 Jahren Beziehungen mit China haben wir es verstanden, unser Verhältnis konstruktiv, aber kritisch zu gestalten», betonte er. Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte seien stets Teil des Dialogs der Schweiz mit China gewesen, hiess es.

«Zunächst schaffen wir die wirtschaftlichen Beziehungen, dann reden wir über Menschenrechte», beschrieb Cassis den bisherigen Weg. Doch China habe sich gewandelt, weshalb «die Schweiz ihre Interessen und Werte robuster vertreten muss, etwa durch die Stärkung des internationalen Rechts und des multilateralen Systems.»

Immer mehr Menschenrechtsverletzungen

Selbst das im Jahr 2014 in Kraft gesetzte Freihandelsabkommen mit China sei im Glauben zustande gekommen, dass sich die Schweiz «damit ein wenig von Europa emanzipieren» könne. Nun merke die Schweiz aber, «dass die Geschichte unruhiger verläuft als angenommen». «Die Menschenrechtsverletzungen nehmen zu», erklärte Cassis.

Die Schweiz wolle diese Rechte aber schützen. Und wenn China im Falle Hongkongs das Prinzip «Ein Land, zwei Systeme» aufgebe, betreffe dies auch viele Schweizer Unternehmen, die dort investiert hätten, mahnte der Aussenminister.

In einer solch unsicher und kompliziert werdenden Welt kann sich die Schweiz ein ungeregeltes Verhältnis zur EU nicht leisten, betonte der Bundesrat. Zumal das Land nicht nur erstklassige Wirtschaftsbeziehungen zur EU, sondern auch wichtige gemeinsame Grundwerte verbinde, wie Cassis in dem Interview hervorhob.

Sollte daher die Begrenzungsinitiative der SVP abgelehnt werden, gehe er davon aus, dass die Schweiz noch vor Jahresende in Brüssel Vorschläge machen werde, um die strittigen Punkte beim Rahmenabkommen zu lösen, hiess es gegenüber dem «SonntagsBlick». (sda)

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
reactor
02.08.2020 08:01registriert March 2019
Wäre schön, auch gegenüber Ländern wie Saudiarabien zb
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N. Y. P.
02.08.2020 07:47registriert August 2018
Herr Bundesrat Cassis
Respekt. So klare undiplomatische Worte von einem Bundesrat.
Aber wenn ein Bundesrat solch klare Worte wählt, dann muss es mittlerweise dermassen übel um die Menschenrechte (was schon länger bekannt ist) bestellt sein, dass nur noch der Weg der Undiplomatie (vermutlich nicht) nützt.
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Fairness
02.08.2020 08:15registriert December 2018
Genauso selbstbewusster wie gegenüber der EU auch.
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