Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Dritte Welle könnte Gesundheitssystem zur Jahreswende an den Anschlag bringen

In der Schweiz infizieren sich wieder mehr Personen mit dem Coronavirus, die Fallzahlen steigen erneut an. Diese besorgniserregende Trendwende schlägt sich jetzt noch nicht auf die Hospitalisierungen und Todesfälle nieder – doch die Lehren aus der zweiten Welle lassen nichts Gutes ahnen.



>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Anfang November erreichte die zweite Welle in der Schweiz ihren vorläufigen Höhepunkt: Rund 8000 Personen wurden im 7-Tage-Schnitt positiv auf das Virus getestet. Dank erneuten Massnahmen konnten die Fallzahlen damals gedrückt werden.

Bis Anfang Dezember – dann kehrte der Trend wieder um und seither zeigt der 7-Tage-Schnitt deutlich nach oben. In den letzten Tagen lag er bei knapp über 4000 positiven Tests pro Tag.

Positiv getestete Personen in der Schweiz

Auf die Hospitalisierungen hatte die erneute Zunahme an positiven Tests noch keinen Einfluss. Aktuell werden im Schnitt knapp 130 Personen mit einer Covid-19-Diagnose hospitalisiert.

Tägliche Hospitalisierungen wegen Covid-19

Auch bei den Todesfällen zeigt die Kurve noch immer nach unten. Der Schnitt über 7 Tage liegt aktuell bei gut 70 Todesfällen pro Tag, Tendenz sinkend.

Tägliche Todesfälle in der Schweiz

Das könnte sich allerdings bald ändern. Denn wie von den Experten des Bundesamts für Gesundheit mehrfach erläutert, bewegt sich die Kurve der Todesfälle analog zu den Fallzahlen, allerdings mit rund zwei Wochen Verzögerung.

Die folgende Grafik mit den 7-Tage-Schnitten dieser Indikatoren zeigt diesen Effekt anhand von drei Beispielen auf. So erreichten die Fallzahlen in der 2. Welle ihren Höhepunkt am 2. November (8066 positiv Getestete), einen Tag später erreichten auch die Hospitalisierungen ihren Peak (238 Hospitalisierungen). Die Todesfälle stiegen aber noch über zwei Wochen weiter an, bis sie am 18. November ihren (bisherigen) Höhepunkt fanden (89 Todesfälle).

Verzögerung der Todesfälle und Hospitalisierungen

Verzögerung der Hospitalisierungen / Todesfälle nach den Fallzahlen

Entwicklung der Todesfälle (grau), Hospitalisierungen (grün) und positiv Getesteten (pink). Um die zeitliche Entwicklung der Kurven vergleichen zu können, verwenden diese drei Kurven unterschiedlich skalierte Y-Achsen. Bild: watson

Ein ähnlicher Effekt war auch in der ersten Welle zu beobachten – wobei hier zu beachten gilt, dass viele Personen erst bei der Hospitalisierung getestet wurden und die Kurven der Fallzahlen und Hospitalisierungen daher zeitlich parallel verliefen. Die Todesfälle erreichten den Höchststand 11 Tage später.

Etwas schwieriger an einem Datum fest zu machen ist der Auftakt zur zweiten Welle. Doch anhand der Tage, ab denen die Zahlen wieder exponentiell anstiegen, lässt sich ebenfalls ein Zeitraum von gut zwei Wochen ablesen.

Verfallen wir in den kommenden Tagen und Wochen in ähnliche Muster, dürften die Hospitalisierungen und später auch die Todesfälle spätestens zwischen Weihnachten und Neujahr wieder zu steigen beginnen.

Doch die Ausgangslage wäre beim Jahreswechsel eine andere: Denn anders als im November sind aktuell die Hälfte der Intensivstations-Betten bereits mit Covid-Patienten gefüllt. Tausende nicht-dringende Operationen wurden bereits verschoben – eine Option, die also Anfang 2021 nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Belegte Betten auf Schweizer Intensivstationen

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Putzen im Covid-Spital

Alain Berset über die vollen Spitäler

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Alle 18 Minuten stirbt in der Schweiz ein Mensch an Covid-19 – aber nicht immer alleine

In der Schweiz starben im November über 2300 Menschen an den Folgen von Covid-19. Wie verbrachten sie ihre letzten Minuten? Waren sie alleine? Eine Suche nach Antworten bei Spitälern und Altersheimen.

Das ganze Ausmass der Corona-Pandemie ist auch nach zehn Monaten wenig fassbar. Täglich hören wir den neuesten Stand von Infizierten, Hospitalisierten und Toten. Doch die nackten Zahlen können nicht wiedergeben, was in den Altersheimen und Spitälern los ist. Manchmal braucht es Bilder, um den Leuten vor Augen zu führen, welches Leid das Virus mit sich bringt. Im Frühling waren es etwa die Militärtransporter mit Särgen aus Bergamo, die uns wachrüttelten.

Nun stecken grosse Teile Europas und der …

Artikel lesen
Link zum Artikel