DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bundespraesident Guy Parmelin in seinem Buero im Bundeshaus Ost, vor der Aufzeichnung der Neujahrsansprache fuer das Jahr 2021, am Mittwoch, 30. Dezember 2020, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

«Wir dachten, wir könnten das Virus meistern. Gedanklich war es weit weg», sagt Bundespräsident Guy Parmelin. Bild: keystone

«Wir haben die Lage unterschätzt»: Parmelin gesteht Fehler bei Corona-Massnahmen ein



Bundespräsident und SVP-Bundesrat Guy Parmelin hat Fehler im Umgang mit der Coronavirus-Krise eingestanden. «Zwischen Juli und September haben wir die Lage unterschätzt», sagte er in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

«Wir dachten, wir könnten das Virus meistern. Gedanklich war es weit weg», führte er aus. Neben der Politik seien aber auch viele Spezialisten überrascht gewesen, als die Coronavirus-Fälle plötzlich wieder derart schnell gestiegen seien, hiess es weiter.

Besserer Dialog und bessere Koordination

Zudem sei die Koordination zwischen dem Bund und den Kantonen nicht perfekt, sagte der 61-Jährige. Die Absprache mit und zwischen den Kantonen sei nicht immer optimal. «Es war und ist nicht immer einfach. Und manchmal musste der Bundesrat mit den Kantonsregierungen auch Klartext reden», so der Bundespräsident weiter. «Die Westschweizer Kantone haben mehrfach bewiesen, dass dies möglich ist.» Dazu ist laut Parmelin viel Dialog nötig. «Sowohl die Koordination wie den Dialog können wir sicher noch verbessern», betonte der aktuelle Bundespräsident.

In dieser Coronavirus-Krise lerne man fast jede Woche etwas Neues. «Niemand, nicht einmal die Wissenschaft, kann der Politik sagen, mit welchen Massnahmen die Probleme innert drei, vier Wochen gelöst wären», sagte er weiter. Nun sei die Schweiz mit einer Mutation des Coronavirus konfrontiert, mahnte Parmelin weiter.

Politik entscheidet

Die Massnahmen und die Schliessungen zerstörten unter Umständen Existenzen und kosteten viel Geld. «Darum spricht der Bundesrat stets mit den Kantonen und mit den Sozialpartnern», hiess es weiter. «Die Massnahmen, die wir getroffen haben, waren immer eine Güterabwägung zwischen Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und der Psyche der Menschen. Es ist nicht alles schwarz-weiss», betonte der SVP-Politiker.

Der Bundesrat habe obendrein die jüngsten Warnungen der Wissenschaft zum Coronavirus zur Kenntnis genommen, sagte er. «Diese Analysen gehören zu den Aufgaben der Wissenschaftler und der Spezialisten. Und es ist die Rolle der Politik zu entscheiden», führte Parmelin weiter aus. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Guy Parmelin – Das ist der SVP-Bundesrat

Diese tanzenden Roboter sind faszinierend und einschüchternd zugleich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

«Über Social Media tragen Rechtsextreme ihre Ideologien in die Mitte der Gesellschaft»

Andre Wolf ist Faktenchecker bei der österreichischen Rechercheplattform Mimikama. In seinem Buch «Angriff auf die Demokratie» schreibt er über die Gefahren rechtsextremer Netzwerke, die das Internet unterwandern.

Herr Wolf, in Ihrem Buch schreiben Sie, dass seit Beginn der Pandemie intensiver Fake News verbreitet werden und der Hass im Netz zugenommen haben. Warum?Andre Wolf: Dieses Phänomen kann man immer dann beobachten, wenn etwas passiert, das viele Menschen betrifft und das Thema stark medial aufgegriffen wird. Im Fahrwasser der Berichterstattung tauchen dann viele Falschmeldungen auf. Das passierte schon 2015 bei der Flüchtlingskrise. Oder immer, wenn es islamistisch-motivierte Terroranschläge …

Artikel lesen
Link zum Artikel