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Bund gibt sich gute Noten für erste Coronaphase – in 11 Punkten will er nachbessern



Die Bundesverwaltung habe die erste Phase in der Covid-19-Pandemie von Ende Februar bis Mitte August grundsätzlich gut bewältigt. Die am Freitag veröffentlichte Auswertung listet aber auch elf Empfehlungen auf, wie das Krisenmanagement verbessert werden könnte. Die zweite Pandemiephase habe Lücken aufgedeckt.

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Neben einer Selbstevaluation seien auch Interviews mit 123 Personen von Kantonen und beteiligten Dritten Basis für den Bericht gewesen, teilte die Bundeskanzlei mit. Der Bundesrat habe die Auswertung am Freitag zur Kenntnis genommen. Der Bericht sei ein erster Teil einer gesamtheitlichen Evaluation des Krisenmanagements.

Daniel Koch oder

Das Gesicht des Bundes in der ersten Phase der Corona-Krise: Daniel Koch, bis Ende Mai 2020 «Delegierter des BAG für COVID-19». Bild: sda

Im Zentrum habe die Frage gestanden, ob dieses Management effizient und effektiv gewesen sei. Die Bundeskanzlei habe das Mandat einem externen Partner erteilt, um eine unabhängige Datenerhebung und Erstauswertung zu gewährleisten, hiess es in der Mitteilung.

Demnach habe das Krisenmanagement in der ersten Phase der Pandemie grundsätzlich gut funktioniert. Die vielen Vorarbeiten und das Kommunikationskonzept hätten sich bewährt.

Hier will der Bund nachbessern

Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit den Kantonen und Dritten gebe es aber Verbesserungspotenzial. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten während einer Krise sollten laut Mitteilung besser geregelt werden. Zudem gelte es, Unklarheiten über Prozesse, Kontakte und Anlaufstellen zu beseitigen.

Im Bereich Digitalisierung sollten die Informationsübermittlung und -aufbereitung beschleunigt und die entsprechenden Systeme besser aufeinander abgestimmt werden.

Eine weitere Empfehlung lautet, die Bereitstellung von kritischen Gütern wie etwa medizinisches Material verbindlicher zu regeln unter den Partnern. Weiter sollen die Einsätze von Bundespersonal mit Schulungen und organisatorischen Massnahmen flexibler und durchhaltefähiger werden.

Schliesslich sollten die Departemente und Bundesämter gemäss Auswertung ihre externen Netzwerke noch gezielter pflegen und weiterentwickeln. Das soll Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Sozialbereich erleichtern, in einer Krise eine beratende Funktion einzunehmen.

>> Die detaillierten Massnahmen findest du ab Seite 29 des Berichts des Bundes.

Was heisst das für die zweite Welle?

Dank dieser ersten Auswertung können laut dem Bundesrat nun einige dieser Empfehlungen schneller umgesetzt und das Krisenmanagement verbessert werden. Zudem habe der Bundesrat entschieden, die Erkenntnisse der vorliegenden Auswertung in die Gesamtplanung der nächsten grossen Übungen des Bundes einfliessen lassen.

Die erste Auswertung diene zudem als Grundlage für die Folgeauswertung. Diese werde sich insbesondere um die Frage kümmern, «weshalb das Krisenmanagement in der zweiten Welle in viel grössere Schwierigkeiten geriet». (sda)

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